Parlamentarier dürfen fragen, die Regierung muss antworten - theoretisch zumindest. Praktisch hingegen verwenden die Minister zu viel Energie darauf, Anfragen nicht zu beantworten, findet die Linksfraktion - und klagt deshalb in Karlsruhe. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich die Regierung von den Verfassungsrichtern rügen lassen müsste.
Wenn Abgeordnete etwas wissen wollen, herrschen zwischen Bundestag und Bundesregierung - im Prinzip - klare Verhältnisse. Die Parlamentarier dürfen jederzeit fragen, die Regierenden müssen immer antworten. Die Praxis sehe allerdings anders aus, beklagt die Linksfraktion. Wegen einer "Verletzung des parlamentarischen Fragerechts" hat sie deshalb Organklage beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht.
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Wegen Verletzung des parlamentarischen Fragerechts hat die Linke Klage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. (© dapd)
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"Die Bundesregierung spielt mit den Abgeordneten Katz und Maus", sagt der Justiziar der Linksfraktion, Wolfgang Neskovic. In sensiblen Politikbereichen wie der Terrorbekämpfung, dem Waffenexport oder dem Lobbyismus mache es sich die Bundesregierung "offenbar zur Aufgabe, eine klare, umfassende Antwort im Rahmen des rechtlich Möglichen zu vermeiden", sagt Neskovic.
Abgeordnete können sich laut Geschäftsordnung des Bundestags mit mündlichen oder schriftlichen Fragen an die Regierung wenden. Besonders wichtig ist das Instrument der "kleinen Anfrage". Genutzt wird es fast nur von Oppositionsfraktionen. Sie schicken Fragenkataloge an den Bundestagspräsidenten, der sie an die Bundesregierung weiterleitet. Diese muss innerhalb von 14 Tagen antworten.
Das tut sie in der Regel auch. Allerdings entstehe, moniert Neskovic, "häufig der Eindruck, als investierten die Ministerien mehr Energie dafür, Anfragen nicht zu beantworten, anstatt Parlament und Öffentlichkeit so sorgfältig und wahrheitsgetreu wie möglich zu informieren". In dieser Legislaturperiode habe es bei Bundestagspräsident Norbert Lammert bereits 44 Beschwerden wegen ungenügender Antworten gegeben.
Schon 2009 hatte sich die Regierung von den Verfassungsrichtern rügen lassen müssen. Abgeordnete der Grünen hatten geklagt, weil ihnen 2006 Antwort verweigert worden war auf die Frage, ob Parlamentarier von Nachrichtendiensten ausspioniert werden. Mit dem pauschalen Verweis auf Geheimhaltungsbedürftigkeit dürften die Abgeordneten nicht abgespeist werden, entschieden die Richter.
In dem Fall, den nun die Linksfraktion nach Karlsruhe gebracht hat, geht es um einen umstrittenen Polizeieinsatz in Dresden. Dort hatten sich am 19. Februar 20.000 Demonstranten gegen einen Nazi-Aufmarsch versammelt. Dabei gerieten sie an Polizisten, die mit Wasserwerfern oder Pfefferspray gegen sie vorgingen.
Weil auch Bundespolizisten an dem Einsatz beteiligt waren, wandten sich Abgeordnete der Linksfraktion in zwei "kleinen Anfragen" an die Bundesregierung. Die gab zwar Auskunft, dass 1818 Beamte in ihrer "originären Aufgabenwahrnehmung" und 1003 Bundespolizisten zur Unterstützung der sächsischen Polizei vor Ort gewesen seien, ansonsten verwies sie aber weitgehend darauf, zu Polizeieinsätzen der Länder nehme sie keine Stellung.
Ganz zu Unrecht, wie die Linken in ihrer Organklage argumentieren. Der Verantwortungsbereich der Bundesregierung sei immer dann berührt, wenn eine ihr nachgeordnete Behörde wie die Bundespolizei tätig werde. Es gehe mit der Klage grundsätzlich darum, "einer weitgehenden Aushöhlung des parlamentarischen Fragerechts wirkungsvoll begegnen zu können".
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(SZ vom 13.10.2011/sebi/hai)
Reiseknigge: Türkei
galt lange Zeit als Zeichen für totalitäre Diktaturen, wie es die einstigen militär-feudalistischen Monarchien, die herrenrassische Nazi- und die stalinistische Kaderfunktionärsdiktatur der SED es waren.
Heute fragt ausgerechnet die Nachfolgepartei der SED beim Verfassungsgericht der 2. Republik der Deutschen die mit dem Grundgesetz unvereinbare Regierungspraxis gegenüber dem Souvereign ab.
Das dürften wir dann wohl doch schon als faktischen Beleg dafür dienen, dass diese Bundesrepublik Deutschland unter der Ägide der Gruppen Kohl-Genscher, Schröder-Fischer und Merkel-Müntefering/Steinmeier/Westerwelle zu dem verkommen ist, was sie schon seit längerem zu sein schien: Eine nepotistische Plutokratur, in der mit der gleichen Willkürjustiz "das Volk" von den Fresströgen der Wirtschaft fern gehalten wird, wie wir das ja nicht nur in den Niedrigst- und Sklavenlohnfilialbetrieben von Schlecker, Lidl, Aldi & Co., sonder auch in immer mehr Bereichen der Wirtschaft, Verwaltung und den kirchlichen Einrichtungen verzeichnen können.
Vernichtung überzähligen Humankapitals qua Entzug der Reproduktions- und Selbsterhaltungseinkommen als real-existierendes Regierungsprogramm. Das klingt schon wieder sehr nach einer Wiederauflage des einstigen Herrenmenschenkonzeptes zur Verwendung des damaligen "Untermenschensubstrats".
Ich bin gespannt, wie weit uns wohl in diesem Neuen Deutschland der Frau Bundeskanzlerin Dr. A. Merkel uns die Füße noch tragen werden..
http://hanfverband.de/download/georg/blog/antwort_kleine_anfrage_linke_cannabis_juli_2011.pdf
Armselig wie hier lamentiert wird.
es muss auch Teil der Aufgaben der unabhängigen Justiz werden politische Vorgänge direkt zu überwachen, zB köntnen alle Anfragen an die Regierung über eine Gruppe dafür abgeordneter Richter laufen, welche die Fragen durchgehen und beurteilen ob sie allesamt rechtmäßig und damit sachlich korrekt und hinreichend von der Regierung zu beantworten sind, eben so kann sogleich die Antwort der Regierung geprüft werden, und falls nicht ausreichend sofort zurückgeben zur vollständigen Beantwortung. Notfalls mit Erzwingungshaft, die Antworten dürfen dann auch gern aus dem Knast heraus gegeben werden.
Wir sollten die Schrauben für unsere Politik ein bisserl anziehen, es klappert halt an jeder Ecke. Und es kann nicht sein, daß wir so ein perfektes System haben, daß wir niemals wieder was dran ändern müssen, unsere Regierungen haben aber bislang immer genau so getan.. wenn man weiss, daß man nicht perfekt ist muss man auch fortwährend optimieren bzw Engagement dazu ziegen optimieren zu wollen, und das vermisse ich in unserem Staat.
Wie kommt es, dass sie sich erneut über alle Fraktionsmitglieder hinweg gesetzt hat und klammheimlich den 200 Panzer-Deal mit Saudi-Arabien persönlich einfädelte. Jetzt schweigt sie sich aus.
Ein Rücktritt dieser Kranzlerin wäre selbstredend. Diese Frau leistet sich zu viel Unredlichkeiten, was unbrauchbar ist.
Hat ihr Obama mit dem höchsten amerikanischen Orden solche Einlassungen abgekauft???
auf die Linke, wenn Sie es ordentlich machen wollen, kann die Linke mit der Regierung gleich noch den Großteil der öffentlichen Verwaltung mitverklagen. Insgesamt kann man behaupten, dass alle zusammen ein Ausmaß an Energie darauf verschwenden dem Bürger k e i n e Auskunft geben zu müssen (damit man ihnen ihr versagen nicht besser nachweisen kann???), dass wiederrum davon ausgegangen werden kann, würden sie ihre Energie in brauchbare Arbeit stecken...hola die Waldfee...da würde was laufen.