Krawalle in Hamburg Polizei beschlagnahmt Plastiktüte

Klobürsten statt Knochen: Mit diesem Logo wurde in den sozialen Netzwerken zu Demos in St. Pauli geladen.

Böller, Knüppel und ein Taschenmesser: Die Ausbeute der Polizei in den Hamburger Gefahrengebieten bleibt nach einer neuntägigen Kontrolle von knapp 1000 Passanten mager.

Hamburgs Polizei hat während der neun Tage dauernden Kontrollen in den umstrittenen Gefahrengebieten nur wenige gefährliche Gegenstände sichergestellt. Bei ihren fast tausend Kontrollen konfiszierten die Beamten unter anderem 19 Böller, einen Schlagstock, zwei Knüppel, Pfefferspray, zwei Tierabwehrsprays und ein Taschenmesser. Das geht aus einer von der Hamburger Linken veröffentlichten Aufstellung der Polizei hervor.

Dazu kommen sechs "Vermummungsutensilien" wie eine ABC-Schutzmaske oder Schals. Weiter wurden ein Seitenschneider, Draht, Klebeband, Kleister und Farbsprays beschlagnahmt, aber auch eine Plastiktüte, ein Plastikeimer und ein Zelt. Festgestellt, aber nicht konfisziert, wurden eine unbekannte Anzahl an Klobürsten sowie eine "Haushaltsrolle in Alufolie eingewickelt, innen ein Zettel mit der Aufschrift ,Peng'".

Taschenkontrollen und Aufenthaltsverbote

Die Polizei hatte nach den schweren Krawallen im Dezember 2013 und Angriffen auf Polizisten und Reviere am 4. Januar in Teilen von St. Pauli, der Sternschanze und von Altona ein Gefahrengebiet eingerichtet, das später in drei kleinere Areale umgewandelt wurde. Darin durfte die Polizei jeden verdachtsunabhängig kontrollieren, Taschen "in Augenschein" nehmen oder Aufenthaltsverbote erteilen.

Die Kosten für die insgesamt mehr als 3000 eingesetzten Beamten beliefen sich laut einer Senatsantwort auf fast eine Million Euro.