Erste Vereinbarung bei den schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen: Das Schonvermögen wird deutlich erhöht, Hinzuverdienst erleichtert - und Immobilien werden nicht mehr angetastet.
Union und FDP haben bei ihren Koalitionsverhandlungen am Mittwoch erste Vereinbarungen getroffen und sich auf eine Besserstellung von Arbeitslosen geeinigt.
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So sollen Sparguthaben für die Altersvorsorge stärker als bisher und selbstgenutztes Wohneigentum gänzlich von der Anrechnung auf Hartz-IV-Leistungen freigestellt werden. Darüber hinaus sollen höhere Zuverdienste ermöglicht werden, ohne dass das Arbeitslosengeld II gekürzt wird.
Nach einer weiteren Sitzung der großen Verhandlungsdelegationen unter Leitung der Parteichefs unterstrichen die künftigen Koalitionspartner, dass es gute Fortschritte gebe. Auf beiden Seiten wird es für möglich gehalten, dass die Gespräche inhaltlich bis zum Sonntag abgeschlossen werden könnten.
Dass die ersten beschlossenen Maßnahmen sozial schwache Gruppen betreffen, ist auch ein Signal nach Nordrhein-Westfalen, wo im kommenden Mai ein neuer Landtag gewählt wird. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hatte angekündigt, das neue Bündnis werde deutlich machen, dass es keine "Koalition der Zumutungen" sein werde.
Verdreifachung des Schonvermögens
Die drei Generalsekretäre betonten am Mittwoch, mit den Beschlüssen würden die größten Ungerechtigkeiten der Hartz-IV-Reform "von einer bürgerlichen Koalition" beseitigt. Künftig sollen Geldanlagen, die der Altersvorsorge dienen, bis zu einem Betrag von 750 Euro pro Lebensjahr unangetastet bleiben, wenn Arbeitslosengeld II beantragt wird.
Das bedeutet eine Verdreifachung des sogenannten Schonvermögens. Damit solle den Menschen ein Anreiz gegeben werden, auch künftig Vorsorge für das Alter zu treffen, sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla.
Außerdem soll selbst genutztes Wohneigentum nicht auf Hartz-IV-Leistungen angerechnet werden. Das schaffe mehr Gerechtigkeit und verhindere Altersarmut, sagte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel. Bisher gelten beispielsweise für zwei Personen im eigenen Haus 90, in einer Eigentumswohnung 80 Quadratmeter als angemessen. Beide Maßnahmen zusammen werden die Staatskasse mit etwa 300 Millionen Euro belasten.
"Sehr zufrieden"
Die Anhebung der Zuverdienstgrenzen ist zunächst nur im Grundsatz beschlossen. Details müsse der künftige Arbeitsminister regeln, sagte CSU-Vorsitzender Horst Seehofer. Es handele sich um einen "äußerst komplexen Sachverhalt", weshalb es sich in den Verhandlungen verbiete, "mit Zahlen zu jonglieren". Bisher können Hartz-IV-Empfänger höchstens 100 Euro im Monat anrechnungsfrei hinzuverdienen, so dass es sich in den Augen vieler Menschen gar nicht lohnt, eine Arbeit aufzunehmen.
In der Arbeitsgruppe Innen und Recht einigten sich die Unterhändler überdies darauf, dass Ämter, welche Mietzahlungen für Bedürftige, etwa Hartz-IV-Empfänger, übernehmen, diese direkt den Vermietern überweisen sollen. Bislang werden diese Beträge an die Mieter ausgezahlt, die das Geld jedoch nicht immer an die Vermieter weiterreichen. Von der Neuregelung versprechen sich die Koalitionäre eine größere Bereitschaft von Vermietern, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Diese Einigung muss allerdings noch von der großen Verhandlungsrunde gebilligt werden.
FDP-Vorsitzender Guido Westerwelle zeigte sich mit dem Verlauf der Verhandlungen "sehr zufrieden". "Sie sehen, wir kommen gut voran, und wir halten, was wir vor der Wahl versprochen haben", sagte der Politiker. Seehofer betonte ebenfalls: "Wenn man weiß, wie politische Prozesse ablaufen, bin ich sehr zufrieden."
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 15.10.2009)
Staatsbesuch in Israel
Dass die Fdp-Ideologlie in Reinkultur, massenhaft Verlierer produziert sehe ich auch so.
Ebenso gehört die Fdp für mich zu den geistigen Urhebern dieser Krise, die wir jetzt durchleben.
Allerdings ist es etwas mehr als eine Streicheleinheit, wenn ein über 50-Jähriger, der seinen Job verliert etwas mehr von seinem hart erarbeiteten Ersparten behalten darf, oder weiterhin mietfrei wohnen kann.
Man darf die Vorhaben auch ruhig anders lesen: Als Anerkenntnis, dass die obwaltende Art des Wirtschaftens stets eine Art menschlichen "Bodensatz" hervorbringen wird.
Und dieser ist durch nichts und niemanden dem Produktionsprozess ( wieder ) zuzuführen, weil er schlicht überflüssig ist.
Überflüssig sein ist allerdings nicht unbeding etwas Schuldhaftes, für das in jedem Falle das Individuum verantwortlich gemacht werden könnte. Und so wird neben der Streicheleinheit (Schonvermögen) noch die Möglichkeit eines höheren Zuverdienstes angeboten. Auch das liest sich als Kapitulation vor dem Anspruch angemessene Arbeit für alle zu schaffen.
@apfelbutzn
"man will es sich ja nicht mit seinen eigenen wählern verderben... "
...und ebenso wenig mit den Versicherungskonzernen, die ja das Geld der arbeitenden Bevölkerung benötigten Wenn jeder, der eventuell mal arbeitslos werden könnte - und das ist schließlich die Mehrheit der AN - keine Lebensversicherung abschließen würde, verlöre die FDPCDU ja schließlich auch finanzstarke und großzügigeSponsoren für ihre aufwändigen Wahlkampagnen u.a.m..
Da macht man dann solche "Geschenke"an die Bedürftigen, steht gut da vor dem Wähler und holt sich das Geld eben später zurück. Nämlich dann, wenn der HartzIVler ins Rentenalter kommt, weiterhin auf HartzIV angewiesen ist aber einen Batzen Geld ausgezahlt bekam, von dem er dann erst mal leben muss.
bundestrojaner"Damit ist die Fallhöhe für diejenigen, welche über viele Jahre ordentliches Geld verdient haben, Steuern und Sozialabgen bezahlt haben und eigenverantwortlich vorgesorgt haben, etwas geringer."
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man will es sich ja nicht mit seinen eigenen wählern verderben...
denn inzwischen sind ja auch besserverdienende von arbeitslosigkeit betroffen...
und nebenbei soll dann der datenschutz beim hartz 4 empfänger noch weiter ausgehebelt werden, was in der neoliberalen presse , wen wundert's, totgeschwiegen wird.
am besten man fügt in zukunft gleich im telefonbuch neben namen und adresse den zusatz "alg 2 empfänger" hinzu, um der diskriminierung keinerlei grenzen mehr zu setzen. :-(
"Hartz IV Mietrecht: Miete wird in Zukunft an den Vermieter überwiesen
14. Oktober 2009 um 08:50
Bei den deutschen Hartz IV-Empfängern sollen die zuständigen Jobcenter in Zukunft an den entsprechenden Vermieter überweisen
Berlin (ddp-dnb). Die Rechtspolitiker von der CDU/CSU und der Partei der FDP haben sich nach aktuellen Angaben von dem zuständigen Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach gegenüber der Berliner Zeitung (heutige Ausgabe) auf neue Mietrechtsänderungen verständigt. Danach sollen die verschiedenen Kündigungsfristen zwischen Mietern und Vermietern in Zukunft vereinheitlicht werden, bei ziemlich hohem Alter oder Gebrechlichkeit sogenannte Schutzfristen gelten.
Die Unterkunftskosten von sogenannten Hartz IV-Empfängern sollen die zuständigen Jobcenter in Zukunft an den entsprechenden Vermieter überweisen. Bei den Mietnomaden soll die Räumungsvollstreckung in Zukunft wesentlich erleichtert werden."
die-newsblogger.de/hartz-iv-mietrecht-miete-wird-in-zukunft-an-den-vermieter-uberwiesen-7126461
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