Fünf Stunden sagt Bundeswehr-Oberst Klein vor dem Untersuchungsausschuss aus - es gibt auffällige Widersprüche zu den Umständen des Luftschlags bei Kundus.
Vertreter aller Fraktionen im Kundus-Untersuchungsausschuss des Bundestags haben Bundeswehr-Oberst Georg Klein ihren Respekt dafür bekundet, dass er sich am Mittwoch ihren Fragen gestellt hat.
Ordnete den Luftschlag am Kundus-Fluss an: Bundeswehr-Oberst Georg Klein (© Foto: ddp)
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Klein, der den Luftschlag gegen zwei Tanklaster mit bis zu 142 Toten am 4. September vorigen Jahres angeordnet hatte, hätte die Aussage verweigern können. Doch der 48-Jährige empfand es nach eigenen Worten als seine Pflicht, als Staatsbürger in Uniform dem Parlament Rede und Antwort zu stehen. Dabei ging es ihm vor allem darum, angesichts vieler "Vorverurteilungen", so sein Anwalt, seine folgenschwere Entscheidung zu rechtfertigen.
Viele neue Fragen
Nach der fünfstündigen Befragung waren sich die meisten Ausschussmitglieder allerdings auch einig, dass Kleins Einlassungen viele neue Fragen aufgeworfen haben. Das betrifft vor allem die Rolle der Task Force 47, einer vom deutschen Feldlager in Kundus aus operierenden Sondereinheit, die zur Hälfte aus Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) besteht und deren Auftrag lautet, führende Aufständische aufzuspüren.
Klein leitete die Operation gegen die von Taliban entführten Tanklaster aus dem Gefechtsstand der Task Force heraus. Grund war nach seinen Worten, dass es dort die besseren Kommunikationsmöglichkeiten gab.
In seiner Vernehmung, so berichten Teilnehmer, bestritt Klein, dass die Soldaten der Task Force ihn zu seinem Bombardierungsbefehl gedrängt hätten. Der Verdacht war entstanden, weil vier maßgebliche Taliban-Führer, die seit längerem auf der Fahndungsliste der Task Force standen, sich unter den Entführern der Tanklaster befanden. "Ich bin niemand, der sich drängen lässt", hat Klein im Ausschuss gesagt.
Durch seine Aussage wurde allerdings offenbar, dass sich in jener Nacht fünf oder sechs Personen mehr in dem Gefechtsstand aufgehalten haben, als bisher bekannt war, darunter mindestens eine Person in Zivil. Das wiederum nährte die Vermutung, es habe sich um einen Agenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) gehandelt. Nun wäre das nicht verwunderlich, denn natürlich begleitet der BND die Auslandseinsätze der Bundeswehr.
Tatsächlich waren nach Informationen der Süddeutschen Zeitung unter den Personen im Gefechtsstand, die Klein teils gar nicht, teils nur vom Sehen gekannt haben will, zwei BND-Mitarbeiter. Sie hatten jedoch angeblich den Gefechtsstand schon lange verlassen, als Klein den Befehl zum Bombenabwurf gab.
Entscheidung trotz unsicherer Faktenlage
Erst am nächsten Morgen wollen die BND-Agenten von dem Luftschlag erfahren haben. Diese Informationen stützen die Aussage Kleins, er allein sei für die Bombardierung verantwortlich. Darauf hatte Klein im Ausschuss beharrt.
Umso verwunderter zeigten sich Ausschussmitglieder nach der Befragung über die unsichere Faktenlage, aufgrund derer Klein seine Entscheidung getroffen hat. So konnte er den Funkverkehr zwischen seinem Fliegerleitfeldwebel und den beiden US-Piloten, welche die Bomben abwarfen, nicht mithören. Dass diese Piloten insgesamt fünfmal abschreckende Tiefflüge vorgeschlagen haben, will Klein nicht wahrgenommen haben.
Auch Meldungen eines afghanischen Spähers, der die Task Force telefonisch über das Geschehen rund um die Tanklaster auf dem Laufenden hielt, will Klein nur teilweise erhalten haben. Besonders die Information, dass die Tanklaster entladen und dann gesprengt werden sollten, will Klein nicht gekannt haben.
Stattdessen beharrte er darauf, er habe die Bombardierung befohlen, um den Einsatz der Tanker als rollende Bomben gegen das deutsche Feldlager zu verhindern.
Diese und andere Widersprüche will der Ausschuss mit Hilfe der anderen Beteiligten in der nächsten Sitzung am 25.Februar aufzuklären versuchen.
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(SZ vom 12. Februar 2010/odg)
"Stammtischbrüder, ..., die immer nur "das Gute imTerroristen sehen", selten bekommt man derart unterirdische "Argumentation" so schön ausgestellt zu sehen.
"... wollen wir doch erst mal abwarten bis dasUntersuchungsergebnis feststeht" ist ein Satz, der angesichts aller Erfahrungen mit bisherigen Untersuchungsausschüssen bedeutet: bis Gras darüber gewachsen ist und alles zerredet wurde. Eins sei mal klar gesagt: ein Untersuchungsausschuss agiert nach parlamentarischen Prinzipien, und das sind völlig andere als die Möglichkeiten eines deutschen gerichts. Warum wollen nur alle diese Kameraden um alles in der Welt sich nicht vor einem Gericht verantworten? Es soll doch schon mal vorgekommen sein, dass vor einem gericht jemand frei gesprochen wurde - rechnen Sie etwa nicht damit?
"Das nennt man Mord aus niedrigen beweggründen - und natürlich setzen sich jetzt verantwortliche ab."
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Falsch A. Hauss. Mord ist Totschlag aus niedrigen Beweggründen. Und der Totschlag hier wird hier nicht aus niedrigen Beweggründen zum Mord, sondern weil gemeingefährliche Mittel eingesetzt wurden.
da wollen wir doch erst mal abwarten bis das Untersuchungsergebnis feststeht.
Diese üble Vorverurteilung, das Gejammer der Stammtischbrüder, die doch tatsächlich den Einruck erwecken wollen, als wenn sie von ihrem Ohrensessel aus besser erkennen können, was vor Ort passet ist und derer, die immer nur "das Gute imTerroristen sehen", trägt weder zur Klärung bei, sondern nur zur Legendenbildung. Keine Frage, warum Leute diesen Schlages nicht im Untersuchungsausschuß zu finden sind
Nur zu, nur zu. Persönliche Anmache auf Magma-Niveau, weil die Argumente fehlen. Kameraden: Stillgestanden! Wenn Sie Ihrer Sache so sicher sind, dann dürften Sie doch nichts dagegen haben, dass die Angelegenheit vor einem deutschen gericht in aller Ruhe und unter breiter Darlegung aller Aspekte samt Adrenalin, Angst usw. verhandelt wird, oder? Nichts anderes fordere ich angesichts von 150 Toten. Oder soll sich PRINZIPIELL kein Gericht damit befassen, oder erst ab einer Zahl von WIEVIEL Toten?
Wie hatten Sie es sich gedacht?
Und bei einer Meinungsabsonderung hier bitte bei den Fakten bleiben. "in wenigen Minuten " - das ist nun wahrlich widerlegt, da widersprechen Sie sogar Klein. Viele, viele Stunden, beginnend kurz nach 9 morgens des vorausgehenden Tages 3.9.
Die Schlaumeier hinter dem PC hier, hatten 6 Monate Zeit um herauszufinden , was er hätte tun sollen.
im Übrigen sollte man Juristen und Sozialarbeiter nach A. entsenden, dies würde dem Helfersyndrom der Meinungsdiktatoren eher entsprechen.
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