Kanzlerin und Flüchtlingsmädchen "Angela Merkel streichelt die Wirklichkeit tot"

Merkel trifft auf Flüchtlingsleid - eine Begegnung, die kaum schiefer hätte gehen können. Das scheint nicht nur die PR-Abteilung der Kanzlerin so zu sehen.

Kaltes Herz: Das scheinen viele zu denken, die das Video vom Zusammentreffen der Kanzlerin mit einem palästinensischen Mädchen gesehen haben, das sich vor der drohenden Abschiebung fürchtet. Auf die Tränen des Mädchens antwortet Merkel mit ausweichenden Sätzen. Geht halt nicht anders, wir können ja nicht alle aufnehmen.

Die Kanzlerin ergeht sich in Allgemeinplätzen. Und streicheln - das hilft vielleicht. Was folgt, ist viel Häme. Unter den Hashtags #merkelstreichelt, #realitättrifftmerkel und #primagemacht regen sich viele über die Kanzlerin auf. Einige machen sich lustig über die streichelnde Merkel.

Die Merkel'sche PR-Abteilung versucht den Auftritt aufzufangen. In dem Text heißt es, dass das Mädchen vor Aufregung weinen würde - und nicht, weil sie vielleicht bald gegen ihren Willen das Land verlassen muss. Später wird die Passage kommentarlos gelöscht.

Die Kanzlerin geht auf das Mädchen zu, lobt ihren Auftritt: "Das hast du doch prima gemacht." Da fällt ihr der Moderator ins Wort und ernetet dafür viel Lob: "Ich glaube nicht, Frau Bundeskanzlerin, dass es da ums prima Machen geht. Das ist natürlich eine sehr belastende Situation."