Verteidigungsminister Jung will die Trennung zwischen Polizei und Militär im Grundgesetz aufweichen - und schießt am Ziel vorbei.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung unternimmt einen neuen Anlauf, die strikte Trennung zwischen Polizei und Militär im Grundgesetz aufzuweichen. Anlass ist das Schicksal der Seeleute von der Hansa Stavanger, die vier Monate lang Geiseln somalischer Piraten waren.
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Verteidigungsminister Franz Josef Jung will im Kampf gegen die Piraten das Grundgesetz ändern lassen. (© Foto: ddp)
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Geiselnahme ist ein Verbrechen, und Verbrechensbekämpfung ist Aufgabe der Polizei. Jung fordert, die Bundeswehr solle Geiseln befreien dürfen, wenn keine Polizei verfügbar ist. Im konkreten Fall schießt der Minister am Ziel vorbei.
Das Mandat des Bundestages für die Beteiligung der deutschen Marine an "Atalanta", der Anti-Piraterie-Mission der EU, lässt die Beendigung einer Geiselnahme durch die Bundeswehr sehr wohl zu. Tatsächlich war ja auch eine Befreiungsoperation geplant, wenn auch durch die Polizeitruppe GSG9. Gescheitert ist die Aktion an unzureichender Ausrüstung und letztlich an zu hohen Risiken für alle Beteiligten.
Anders sieht es aus bei Geiselnahmen in Gebieten, in denen die Bundeswehr, nicht wie jetzt am Horn von Afrika, kein Mandat hat. Dort dürfte sie, außer in akuten Notfällen, in der Tat nicht zur Geiselbefreiung eingesetzt werden.
Doch ob nun vor Nigeria oder in der Straße von Malakka deutsche Staatsbürger in die Hände von Piraten fallen, macht in der Praxis keinen Unterschied. GSG9 wie Bundeswehr hätten die gleichen Probleme, zeitig und mit geeignetem Gerät zum Einsatz zu kommen. Jungs Vorstoß ist ein Versuch am untauglichen Objekt.
Doch Jung will ja mehr. Er sagt ausdrücklich, dass es ihm auch darum geht, den Einsatz der Bundeswehr im Innern zu ermöglichen. Damit aber beißt der CDU-Politiker bei allen möglichen Koalitionspartnern auf Granit.
Zoff im Bundesgerichtshof: Eine Personalie führt zu heftigen Verwerfungen – die Akte Karlsruhe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 10.08.2009/af)
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Putin, der "Alpha-Rüde"
Politiker und ihre Pannen
Langsam ist es nur noch peinlich und ätzend wie die Union versucht ein ums andere Mal
durch die Hintertür das Grundgesetz zu ändern.
Es ist an der Zeit das hier mal die Reissleine gezogen wird, denn in den Augen führender
Unionpolitiker, scheint unser Grundgesetz zur Beliebgkkeismasse zu verkommen
Nicht nur dieses andauernde Gerede und Geschwafel über einen bevorsdtehenden Terror-
angriff, das vermutlich nur den Boden bereiten soll für weitere massive Einschnitte bei den Grundrechten, sondern auch die Macht der derzeitigen Machtinhaber soweit als möglich stabilisieren soll.
Es ist kurz vor zwölf und an der Zeit das der Wahlbürger, diesem Spuk Grenzen setzt
und im nächsten Monat in hoher Zahl zur Wahl geht.
"GSG9 wie Bundeswehr hätten die gleichen Probleme, zeitig und mit geeignetem Gerät zum Einsatz zu kommen. Jungs Vorstoß ist ein Versuch am untauglichen Objekt."
Der Verfasser Blechschmidt schießt jedoch ebenfalls am Ziel vorbei, wenn er aus dem einen untauglichen Objekt eine Regel ableiten will, demnach es immer unangebracht wäre, wenn die Bundeswehr in solchen Fällen Polizeiarbeit übernähme.
"Geiselnahme ist ein Verbrechen, und Verbrechensbekämpfung ist Aufgabe der Polizei. Jung fordert, die Bundeswehr solle Geiseln befreien dürfen, wenn keine Polizei verfügbar ist." - Der Boulevard wird sich demnächst wieder mokieren, wenn die Bundeswehr untätig vor Ort auf die Polizei warten muss ...
Da Grundgesetz will man in diesen Tagen immer öfter aufweichen und immer an Stellen, die bewusst eingeführt wurden, um Zustände zu verhindern, die unsere Kanzlerin wohl noch aus ihrer Kindheit gewöhnt ist.
Warum wollen eigentlich "alle" immer das Grundgesetz ändern? Versucht es einmal mit guten Lösungsansätzen und erspart uns dieses semiprofessionelle Gehabe.
Nebenbei: Geiseln werden im Übrigen von langjährig trainierten Spezialkommandos befreit, deren Ausbildung weit über dem der "Bundeswehrspezialisten" liegt. Die Bundeswehr hat darüber hinaus nicht einmal die richtige Ausbildung/Material, um die bisherigen (fragwürdigen) Aufgaben zu bestreiten. Von der "Wehrgerechtigkeit" sprechen wir gar nicht erst.
Ein weiser Schritt wäre die Selbsterkenntnis, das wir weder eine Weltpolizei sind noch außerhalb des "V-falles" Soldaten einsetzen sollten. Die deutsche Freiheit wird eben nicht am Hindukusch verteidigt.
Es ist immer von deutschen Seeleuten und deutschen Schiffen die Rede. Richtig jedoch ist, daß diese Schiffe im Ausland registriert sind(Panama,Monrovia,Liberia) und an Deutschland keinen Cent Steuern zahlen. Wenn man mal ein deutsches Besatzungsmitglied findet ist es die Ausnahme. Daher finde ich es dreist, wenn die Reederei jetzt für das gezahlte Lösegeld Schadensersatz von von der Bundesregierung verlangt.
Ich als ehemaliger Seemann von Hapag-Lloyd bin froh, nicht mehr unter diesen Umständen zur See fahren zu müssen.