50 Jahre nach Kennedy-Attentat Die Mörder des Präsidenten

Vor genau 50 Jahren starb John F. Kennedy - erschossen in seiner Limousine in Dallas. Auf viel mehr als das können sich die vielen Verschwörungstheoretiker nicht verständigen. Steckte hinter dem Mord die CIA, der Mossad, Fidel Castro oder doch Lee Harvey Oswald?

Ausgewählte Szenarien im Überblick

Um die Ermordung John F. Kennedys ranken sich viele Gerüchte und Theorien. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2003 glaubt die Mehrzahl der Amerikaner nicht an die offizielle Version, wonach Lee Harvey Oswald der Einzeltäter ist, sondern an eine Verschwörung. Spekulationen gibt es auch über Beweismittel, die die US-Regierung nach wie vor unter Verschluss hält. Wir haben die offizielle Version des Kennedy-Attentats und vier ausgewählte Verschwörungstheorien zusammengetragen.

Die offizielle Version

Der Nachtclubbesitzer Jack Ruby erschoss Lee Harvey Oswald zwei Tage nach seiner Festnahme am 24. November 1963. So konnte der mutmaßliche Mörder von John F. Kennedy nicht mehr vor Gericht gestellt werden. Rubys Motiv blieb rätselhaft. Er machte Andeutungen über mächtige Leute, die kein Interesse daran hätten, dass die Hintergründe seiner Tat bekannt würden. Er starb 1967, bevor sein Berufungsprozess beginnen konnte.

Oswald gilt in der offiziellen Version als linksradikaler Einzeltäter. Quellen sind die Ermittlungen der amerikanischen Bundespolizei FBI und der Untersuchungsbericht der US-Regierung, der sogenannte Warren-Report. Schon 17 Tage nach dem Attentat veröffentlichte das FBI unter Direktor J. Edgar Hoover einen Bericht, demzufolge der Einzelgänger Oswald Kennedy mit drei Schüssen getötet habe, wobei er sich in einem Schulbuch-Lagerhaus hinter der Wagenkolonne des Präsidenten befand. Oswald hielt sich zum Zeitpunkt des Attentats nachweislich in dem Gebäude auf.

Die Warren-Kommission wurde von Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson einberufen und veröffentlichte ihren Bericht zehn Monate später. Benannt war sie nach dem damaligen Obersten Richter am Supreme Court, Earl Warren. Mitglied war unter anderem der ehemalige CIA-Direktor Allen Welsh Dulles. Ihn hatte Kennedy nach der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht auf Kuba entlassen. Bei der Invasion versuchten mehr als 1000 Exilkubaner am 17. April 1961 unter Führung der USA und mit Hilfe der CIA Staatschef Fidel Castro zu stürzen.

Die Kommission kam ebenfalls zu dem Schluss, Oswald sei ein Einzeltäter gewesen. Aus dem fünften Stock des Schulbuch-Lagerhauses habe er innerhalb von höchstens sieben Sekunden drei Schüsse auf den Präsidenten abgefeuert. Der dritte, der Kennedy in den Kopf traf, sei tödlich gewesen. Der Warren-Report wurde vielfach kritisiert. So ist die Ansicht verbreitet, die Kommission habe - auch auf Druck Johnsons - keine ergebnisoffene Untersuchung geleistet. Demnach fürchtete der Präsident, dass es bei Hinweisen auf mögliche eine Verwicklung Kubas oder der Sowjetunion zu einem Krieg kommen könnte.