Islamfeindliche Bewegung Skandinavien

An der Kopenhagener Nationalgalerie soll kommenden Montag der erste dänische Pegida-Marsch starten. Die Regeln sind streng, erlaubt sind nur Schilder mit einem dieser Sprüche: "Nein zum fundamentalistischen Islam", "Je suis Charlie", "PEGIDAdk" und "Nein zu Gewalt und Rassismus". Auch Hunde sind nicht erlaubt beim "Abendspaziergang mit Fackeln".

"Manche könnten sich fürchten", sagt Veranstalter Nicolai Sennels, ein Schulpsychologe, der früher der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei angehörte und als Islamkritiker bekannt ist. Die strengen Regeln sollten garantieren, dass Leute, "die noch nie bei Demonstrationen waren", sich willkommen fühlten und nicht sorgten, in Verbindung mit Rassisten gebracht zu werden. Die Polizei habe versprochen, jeden von der Demonstration zu entfernen, der rassistische Parolen rufe.

Sennels selbst will mit Schüssen aus einer Wasserpistole gegen rassistische Störer vorgehen. Pegidadk demonstriere gegen Terrorismus und "eine Art von Religion, die gewalttätige Elemente zu haben scheint". Offene Islam-Kritik ist in Dänemark längst salonfähig, geschürt auch von der Dänischen Volkspartei, die in Umfragen zuletzt immer knapp 20 Prozent erreicht hat. Mit deutschen Pegida-Märschen habe Pegidadk nichts zu tun, so Sennels, man habe nur den Namen übernommen. Er erwartet am Montag 200 bis 300 Teilnehmer, dann soll wöchentlich demonstriert werden.

Norwegen hat den ersten Pegida-Marsch schon hinter sich, 190 Teilnehmer - und 500 Gegendemonstranten. Dennoch schrieb die antirassistische Internetseite Vepsen.no von einem "Besucherrekord für norwegische Rechtsextremisten nach dem Zweiten Weltkrieg".

Spanien

Die neue spanische Pegida-Gruppe hat Kundgebungen im Zentrum Madrids angekündigt. Beantragt wurde zwei Tage nach dem Pariser Anschlag die Erlaubnis, vor der Großen Moschee zu demonstrieren, doch die Behörden lehnten ab. "Der Islam hat keinen Platz in freien und demokratischen Gesellschaften", twitterten die Gründer der Gruppe. Doch verwahren sie sich dagegen, mit Faschisten oder Nationalsozialisten in eine Reihe gestellt zu werden. Ihre Facebook-Seite zeigt das Piktogramm einer Person in spanischen Nationalfarben. Sie wirft ein Hakenkreuz, eine rote Fahne mit Sowjetstern, die schwarz-rote Flagge der Anarchisten sowie eine schwarze Fahne mit arabischen Zeichen, wie sie islamistische Terroristen zeigen, in den Abfall.

Für Spanien hat das Thema seit den Al-Qaida-Anschlägen auf Madrider Vorortzüge 2004, bei denen 191 Menschen umkamen, besondere Brisanz. Auch spielt im historischen Bewusstsein der Kampf gegen die Mauren in der Reconquista eine eminent wichtige Rolle. Die starke Einwanderung aus islamisch geprägten Ländern nehmen deshalb nationalkonservative Kreise schon lange als Bedrohung wahr.