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Sommerzeit

Bereits 1915 wurden in Deutschland die Brennstoffe knapp. Neben dem ohnehin erhöhten Verbrauch durch die Rüstungsindustrie stoppte die Seeblockade der britischen Royal Navy auch noch die lebenswichtigen Importe von Petroleum oder Paraffin.

Um wenigstens von Frühjahr bis Herbst den Bedarf an künstlichem Licht zu reduzieren und das kostenlose Tageslicht bestmöglich zu nutzen, kam die Reichskanzlei 1916 auf einen Vorschlag des Geheimrats Henry von Böttinger zurück. Dieser hatte bereits einige Jahre zuvor eine Zeitumstellung angeregt.

Am 30. April war es dann so weit, die Uhren wurden um eine Stunde vorgestellt. Die Idee fand schnell Nachahmer, nur drei Wochen nach Deutschland zog Großbritannien nach und führte ebenfalls die "Daylight Saving Time" ein. Weitere Kriegsparteien folgten.

Nach Kriegsende wurde die Sommerzeit wieder abgeschafft. Erst Adolf Hitler führte sie 1940 wieder ein - abermals, um Ressourcen im Krieg zu sparen.

Bild: Die Eisen- und Metallgießerei in den Škodawerken bei Pilsen (heute Tschechien)

Bild: Süddeutsche Zeitung Photo 18. Mai 2014, 19:442014-05-18 19:44:43 © Süddeutsche.de/gal/holz