Hamburgs designierter Wirtschaftssenator Ian Karan sorgt für Aufsehen, als er zugibt, seine Biographie frisiert zu haben. Die Grünen beschließen, die Koalition mit der Union dennoch fortzusetzen - und zweifeln eher am künftigen Bürgermeister Ahlhaus.
Der Neustart der angeschlagenen schwarz-grünen Hamburger Koalition wird durch weitere Offenbarungen des designierten Wirtschaftssenators Ian Karan belastet. Der parteilose Unternehmer hat zugegeben, in der Vergangenheit über sein Leben falsche Angaben gemacht zu haben. So korrigierte er wenige Tage vor der geplanten Wahl der neuen Hamburger Regierung in der Bürgerschaft im Gespräch mit der der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) seine frühere Darstellung, wonach Bundeskanzlerin Angela Merkel ihn dazu aufgefordert habe, deutscher Staatsbürger zu werden. "Das ist falsch. Merkel hat mich niemals dazu aufgefordert", sagte er der Zeitung. Karan sagte, er habe in der Vergangenheit zu viel mit den Medien kokettiert. Das bereue er.
Bild vergrößern
Sehr kreativ, auch im Umgang mit der eigenen Biographie: Der Hamburger Unternehmer und Wirtschaftssenator in spe: Ian Karan. (© ddp)
Anzeige
Auch gestand Karan laut FAS erstmals die tatsächlichen Gründe für das Ende seiner Studienzeit an der London School of Economics ein. Bisher hatte er immer erzählt, er habe den Studienabschluss an der London School of Economics nicht bekommen, weil er gegen den Vietnamkrieg protestiert habe. In Wirklichkeit waren aber seine Fehlzeiten der Grund für seinen Ausschluss gewesen. Karan sagte der Zeitung mit Blick auf seine bisherige Darstellung: "Das stimmt nicht. Der wahre Grund waren meine hohen Fehlzeiten."
44.500 Euro für Ronald Schill
Teile der Hamburger Grünen/GAL kritisierten die Nominierung des 71 Jahre alten Unternehmers. Sie irritierte vor allem, dass Karan vor Jahren die Partei des Rechtspopulisten Ronald Schill mit Spenden unterstützt hat. Es soll sich um insgesamt 44.500 Euro gehandelt haben. Am Wochenende wurden nun noch Einzelheiten zu seiner Biografie bekannt, die nicht seiner bisherigen Darstellung entsprachen.Der Hamburger Senat will aber an Karan festhalten. "Wir sind weiterhin überzeugt, dass Herr Karan ein ausgezeichneter Wirtschaftsminister für Hamburg sein wird", sagte eine Sprecherin.
Die Eingeständnisse belasteten am Sonntag auch die Mitgliederversammlung der Grünen. Die Partei entschied sich aber mit einer sehr großen Mehrheit am frühen Sonntagabend nach einer intensiven Debatte dafür, die Koalition mit der CDU unter dem designierten neuen Bürgermeister Christoph Ahlhaus fortzusetzen. Wenige Mitglieder stimmten dagegen. Ahlhaus soll am 25. August zum neuen Bürgermeister gewählt werden. Der langjährige Bürgermeister Ole von Beust hatte Mitte Juli seinen Rücktritt angekündigt und Innensenator Ahlhaus als Nachfolger vorgeschlagen.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Hamburger Senat Biografie mit Fantasie 22.08.2010
- Schwarz-Grün in Hamburg Ahlhaus' Truppe steht 20.08.2010
- Hamburger Senat Tellerwäscher, Container-König, Senator 17.08.2010
- Hamburg: OB-Nachfolger Christoph Ahlhaus Falsch verbunden 27.07.2010
- Volksentscheid zur Schulreform High Noon in Hamburg 22.07.2010
- Abstimmung in Hamburg Ahlhaus zum Bürgermeister gewählt 25.08.2010
- Von-Beust-Nachfolger Christoph Ahlhaus Kümmerer für Hamburg 25.08.2010
Stockender Kita-Ausbau
Man hat sich daran gewöhnt, dass Politiker ein bisschen lügen und fälschen. Deshalb macht es auch nichts, wenn einer schon vor seinem Amtsantritt zugeben muss, dass er gelogen hat.
Und es ist ja in der Tat eine wesentliche Qualifikation, die ein Politiker mitbringen muss, dass er auch mal die Wahrheit verbiegt. Das meine ich gar nicht nur zynisch.
Denn was wir von Politikern erwarten und worauf die Medien immer achten, das kann kein Mensch in diesem Betrieb erfüllen. Wenn ein Politiker ganz ehrlich wäre, würde er von den Medien zerrissen - und außerdem könnte er ja schlecht in einer Partei sein und deren Beschlüsse mittragen. Denn welcher erwachsene Mensch wird schon in allem mit der Mehrheitsmeinung seiner Partei übereinstimmen? Sagt einer das aber, heißt es gleich: Die sind zerstritten.
Was man tut, es ist verkehrt, also schönt man es lieber. Sonst kann man nämlich gar nichts mehr machen.
Die Zusammenarbeit wird nur weitergeführt aus parteitaktischen Gründen, die man über die Inhalte und Grundsätze stellt. Von den beiden großen alten Parteien kennt man das, für die Grünen ist das noch relativ neu. Ob das die Wähler mittragen?
das ist dann schon mal eine gute Qualifikation für einen Wirtschaftsminister. Rechtspopulist im Sinne von Aosländer laus kann er ja auch nicht sein.
Trotzdem ist die Frage, inwieweit Politik käuflich sein kann. Dann könnte man spekulieren, daß Käuflichkeit in der Politik meist nur Politiker persönlich betrifft, die Posten selber will meist gar keiner haben.
sein Leben aufmotzt, hat doch alle nötigen Voraussetzungen um Politiker zu werden.
Was erwartet sich die Stadt Hamburg von einem (geschöntem)
Über-siebzig-Jährigen ? Armutszeugnis für diese Stadt !!!
Hauptsache Mlutikultismus funktioniert !
Paging