Sie hat das "Ich" zum "Wir" gemacht, und sogar ihr Mann sagt etwas. Kanzlerin Angela Merkel ist auf Stimmenfang. Doch wer ist sie wirklich? Die Kolumne zum Medienwahlkampf.
Er spricht. Tatsächlich, der Herr Professor Joachim Sauer, der im Bewusstsein der Deutschen stets als stummer Gatte der Kanzlerin unterwegs ist, sagt erstmals ein paar Worte über Angela Merkel: Er könne stolz sein "auf sie und ihre beruflichen Erfolge", erklärt der Wissenschaftler in die Kameras der ARD-Reporter. Merkel steht dabei und lächelt. Da hätten sie aber Glück gehabt, sagt Merkel den Journalisten, leicht frotzelnd, im Weggehen.
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Kanzlerin Angela Merkel: Am 27. September kommt es ganz auf sie an. (© Foto: Reuters)
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In einem Wahlkampf, der keiner ist, zeigt sich das professionelle Begleitvolk und das breite Publikum schon dankbar für kleinste Enthüllungen, und seien es Stolz-Bekundungen des Ehemanns der Regierungschefin. Exklusiv!
Sauer also spricht, und das in einer kreuzbraven, handwerklich soliden Dokumentation namens "Die Kanzlerin - Angela Merkel" an diesem Donnerstagabend im Ersten. Einige Wochen, nachdem das ZDF ein ähnliches Porträt ausstrahlte, das immerhin den unfreiwilligen Scoop von der Party für Josef Ackermann im Kanzleramt in sich barg, folgen die nächsten Versuche eines Merkel-Psychogramms.
Es kommt ja ganz auf sie an, in diesen Tagen vor der Bundestagswahl am 27. September. Auf die Bilder einer Regierungschefin für alle, die sie in die Wohnzimmer liefert, auf ihr Image als "Mutter der Nation", die sich aus kleinlichem Parteiengezänk heraushält und die eine besorgte, allzeit bereite Kümmerin gibt. Sie ist das personifizierte "Wir", das die CDU überall plakatiert.
Je mehr ihr SPD-Widersacher Frank-Walter Steinmeier in den Medien provoziert und strampelt, also nicht "Wir" ist, desto souveräner erscheint Majestät Merkel. Diese stoische Unverletzbarkeit wird sie auch durch das absurde TV-Duell mit ihrem Vizekanzler an diesem Sonntag tragen. Von einer "Eiskönigin" spricht Buchautor Gabor Steingart ("Die gestohlene Demokratie").
Das Distanz-Nähe-Spiel mit den Berliner Journalisten, die viel wissen wollen und denen sie so wenig geben will, beherrscht die Kanzlerin jedenfalls mit jener Kunst pragmatischer Anpassungsfähigkeit, die die Pfarrerstochter in der DDR eine akademische Karriere hat machen lassen. Als Kind, aufgewachsen in einem Ort in der Uckermark, habe sie "viel Zugang zur Freiheit" gehabt, formuliert Merkel, und meint die Natur sowie die Bücher, die sie bestellen konnte.
Sie bewältigte den Studienaufenthalt in Moskau ebenso wie die physikalischen Formelapparate. Von ihrem "Kirchentagslook" erzählt Lothar de Maizière im Film, der erste und letzte Regierungschef der freien DDR, von ihren Schlabberhosen und Latschen und von ihrem Willen, eine neue Politik zu machen. Er führt auch an, wie "detailversessen" sie sei.
Angela Merkel - ein Mensch, der sich immer neuen, höheren Herausforderungen stellt und Leistungskraft beweisen will, um irgendwo anzukommen. Das Ergebnis: Karriere.
Dabei ist sie ein politischer Kontrollfreak: misstrauisch, überall Intrigen vermutend, Akten verschlingend, machtbewusst, nachtragend, aber auch schlau, schlagfertig, beweglich, charmant. Eine Propagandistin der "Politik der kleinen Schritte", der es darauf ankommt, dass die Richtung des Weges stimmt. Eine Moderatorin von Konflikten, die niemals auf den Tisch haut und sagt: "Bis hierhin und nicht weiter." Und gleichzeitig die unideologischste Vorsitzende, die die CDU jemals hatte. "Unauffällig auffällig", nennt sie das ARD-Porträt.
Vor zehn Jahren hat sich Merkel, die einstige Generalsekretärin, in der Parteispendenaffäre öffentlich rechtzeitig abgesetzt von jenem System alter Männer, das sie hochgebracht hatte. Inzwischen hat sie ihren früheren Förderer Helmut Kohl genauso in ihre Ahnengalerie großer Konservativer eingemeindet wie Konrad Adenauer, der sie als Kokoschka-Porträt im Büro durch die Hundstage einer Kanzlerin begleitet.
Sie ist eine Spaziergängerin der Macht, die Stationen abläuft und Themen frühzeitig erkennt, gleichwohl aber keine ausgeprägten Spuren hinterlässt und selbst als "Klimakanzlerin" kein sonderliches Profil gewann. Aber so, wie Boris Becker in seinen besten Tennistagen auf die big points setzte, um Satz und Sieg zu erreichen, so ist sich Merkel der big moments im politischen Leben bewusst, und die liefert ihr die Außenpolitik frei Haus. Sie achte "schon sehr darauf, dass sie bei den roten Teppichen die Erste ist und nicht noch der Steinmeier als Außenminister eine Rolle spielen kann", ätzt SPD-Chef Peter Struck. Den big point des G-20-Gipfels in Washington, wenige Tage vor der Wahl, wird Merkel vermutlich mit schlafwandlerischer Treffsicherheit nutzen.
Tatsächlich: Diesen roten Teppich nimmt ihr niemand mehr. Keiner dieser missgünstigen Journalisten, die sie am liebsten als Kämpferin oder Reformerin sehen, und nicht als große Taktikerin. Keiner dieser politischen Rivalen um die Macht. Und erst recht kein Steinmeier.
Liebgewonnen hat Angela Merkel in diesem Medienwahlkampf offenbar ihren journalistischen Dauerbegleiter Markus Brauckmann. Der Mann von CDU.TV darf sie immer wieder "exklusiv" interviewen, zuletzt beim offiziellen Wahlkampfauftakt der Union in Düsseldorf. Sie sei "insgesamt kämpferisch", gab Merkel bei dieser Gelegenheit zum Besten. Dem Bürger müsse klargemacht werden, dass es um eine Grundsatzentscheidung gehe: stabile Verhältnisse oder "Kuddelmuddel".
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So wie die Handlanger der Finanzspekulations- und -betrugswirtschaft in den Reihen der SPD unter der Schirmherrschaft des Automanen und Alphatiers Gerhard Schröder mit ihrer Steuer-, Wirtschafts- und Staatsaufsichtswirtschaft den Zusammenbruch des früheren deutschen Wirtschafts- und Bankensystems aus Gründen der lobbyistischen Beeinflussung willentlich herbeigeführt haben, so macht sich die Heroine Angela Merkel heute daran, dem Land der Deutschen eine im wörtlichen Sinne "strahlende Zukunft" zu verschaffen.
Wer noch immer glaubt, dass die Radioaktivitäts- und Plutoniumausspühlungen in der Norddeutschen Tiefebene ein Propagandatrick der Ökologieparteien und der Linkspartei sind, dem kann man die gleichen geistigen und moralischen Qualifikationen zusprechen, die all jenen Deutschen zugesprochen werden müssen, die sich 1933 einredeten, dass "ihr" Führer und dessen menschenmordende Herrenmenschenpolitik die Arbeitslosigkeit beseitigen würden und all jenen Sozialdemokraten in der SBZ, die sich eingeredet haben, dass die Vereinigung der stalinistischen Kaderfunktionärspartei um Ulbricht, Benjamin und Pieck für den Aufbau der deutschen Demokratie und des Arbeiter- und Bauernstaates nützlich sei.
Der Tod ist ein Meister aus Deutschland. Wir sollten uns schämen, dass wir schon wieder dabei mitmachen, unseren Neugeborenen und Kleinkindern die schwarze Milch zu saufen zu geben, nur weil wir zu feige sind, uns der Wirklichkeit und der Praxis der heutigen Lobbyparteifunktionäre zu stellen, sie zu begreifen und sie zu bekämpfen.
Wer die Kombination Merkel - Westerwelle wählt, der ist im sprichwörtliche Sinne dabei, die Brunnenvergifter Deutschlands an die Macht zu bringen.
....ach die - berichten Sie doch einmal von den Anderen..........
im Portrait Steinmeier durfte Kurnaz in ausgiebig über die Folter in Guantanamo erzählen, so als ob Steinmeier gefoltert hätte. Verantwortlich für die Folter in Guantanamo ist in aller erster Linie Georg W. Bush und für diesen hat Angela Merkel für Millionen von Steuergelder ein privates Grillfest veranstaltet. Aber darüber wurde nicht berichtet.
Kann mich auch nicht Erinnern, dass die Befürwortung des Irak-Krieges ein Thema war. Diesen hält Frau Merkel ja offenbar immer noch für richtig, zumindest eine Distanzierung gab es bisher nicht.
Die Genehmigungen für Morsleben gegen Expertenrat?
Aufklärung bei Parteispenden? Wer waren denn die Spender? Frau Merkel hat gegen die Strafe geklagt mit der Begründung "man müsse zwar einen Bericht abgegeben, aber im Gesetz würde nicht stehen, dass der Bericht auch stimmen müsse"
Nein, wir wissen jetzt, dass ihr Ehemann reden kann.
Lobbyistin ohne Visionen und konkrete Vorstellungen die Krieg gegen Kinder und Zivilisten unterstützt dieses noch gut findet. Für mich unwählbar.
"4 Möpse für ein Halleluja!" (Zitat: Priol in: Neues aus der Anstalt). Dem ist nichts hinzuzufügen.
Paging