Grenze zu Syrien Raketenangriff auf türkische Schule

Ein Opfer des mutmaßlichen Raketenangriffs in Kilis wird in eine Klinik eingeliefert

(Foto: AFP)
  • Bei einem Angriff auf eine türkische Schule wurden nach Angaben des Gouverneurs eine Mitarbeiterin getötet und eine Schülerin verletzt.
  • Demnach ist die Terrormiliz IS für die Attacke nahe der syrischen Grenze verantwortlich.

Die Explosion an einer Schule in der südosttürkischen Stadt Kilis war nach Angaben des Militärs ein Raketenangriff des sogenannten Islamischen Staates (IS) in Syrien. Bei dem Angriff wurde eine Mitarbeiterin der Schule getötet und eine Schülerin verletzt, sagte der Provinzgouverneur. Andere Quellen berichten von drei bis vier Verletzten. Aus Armeekreisen hieß es, die Türkei hätte den Angriff "mit gleicher Münze" heimgezahlt.

Kilis liegt etwa zehn Kilometer entfernt von der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien, das in dieser Region von der Terrormiliz IS kontrolliert wird.

Wie die Provinzregierung meldete, waren drei Geschosse in der Stadt eingeschlagen, zwei davon auf einem leeren Feld nahe der Schule. Radaraufzeichnungen zeigen offenbar, dass sie von Syrien aus abgefeuert wurden. In türkischen Medien hieß es, es hätte sich um Raketen gehandelt, wie sie etwa von einem Katjuscha-Raketenwerfer abgefeuert würden. Andere Berichte sprachen allerdings von Mörsergranaten.

Beschädigtes Auto auf dem Gelände der Schule

(Foto: AP)

Unter Berufung auf den Bürgermeister von Kilis, Hasan Kara, berichtete der türkische Fernsehsender NTV, alle Schulen in der Region seien vorsorglich evakuiert worden.

Nach dem schweren Anschlag in Istanbul am vergangenen Dienstag mit zehn deutschen Todesopfern hatte die Türkei zuletzt nach eigenen Angaben einen Großangriff auf die Terrororganisation Islamischer Staat in Syrien und im Irak gestartet. Seit Juli 2015 führt die Türkei einen "Krieg gegen den Terror", nachdem das Land Kritikern zufolge lange Zeit nichts oder zu wenig gegen den IS unternommen hatte.

Der Attentäter von Istanbul war nach türkischen Angaben Anhänger des IS. Das türkische Innenministerium nahm seit Dienstag zehn Verdächtige in Gewahrsam. Für die deutschen Sicherheitsbehörden steht eine Verantwortung der IS-Miliz bislang noch nicht eindeutig fest.