Nach den eher opportunen Entscheidungen der vergangenen Jahre besinnt sich das Nobelpreis-Komitee auf seine kontroverse Tradition: Trotz chinesischer Drohungen fällt die Jury die umstrittene Entscheidung für Liu Xiaobo. Für das Gremium ist es nicht immer leicht, seine Unabhängigkeit zu wahren.
Er ist schon lange unter den Favoriten gewesen, und den Wettquoten der Buchmacher zufolge war er in diesem Jahr ein besonders heißer Kandidat. Insofern war es also keine Überraschung, als Thorbjörn Jagland, Sprecher des norwegischen Nobelkomitees, am Freitag den chinesischen Oppositionellen Liu Xiaobo als Preisträger präsentierte. Allerdings hat das Komitee ähnliche Erwartungen in den vergangenen Jahren schon öfter enttäuscht. Und die Entscheidung für den 54-jährigen Dissidenten aus China war, wenn auch naheliegend, so doch mit Sicherheit umstritten. Schließlich war klar, dass man damit den Zorn Pekings auf Norwegen lenken würde.
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Der chinesischen Regierung war es schon im Vorfeld unangenehm aufgefallen, dass einer ihrer politischen Häftlinge für den renommiertesten Menschenrechtspreis der Welt im Gespräch ist. Im Sommer hatte Chinas Vize-Außenministerin Fu Ying deshalb bei einem Besuch in Oslo mit Geir Lundestad, dem Direktor des Nobelinstituts, gesprochen. Bei einem Treffen in der chinesischen Botschaft soll die Diplomatin recht deutlich gesagt haben, dass ein Nobelpreis für Liu die norwegisch-chinesischen Beziehungen schwer belasten würde. Wie Lundestad später dem norwegischen Fernsehen berichtete, soll Fu Ying gedroht haben, ein Friedenspreis für einen Dissidenten werde man als "unfreundlichen Akt" betrachten.
Thorbjörn Jagland, der Vorsitzende des Komitees, wollte am Freitag bei der Pressekonferenz nicht näher auf den Vorfall eingehen. Er bestätigte allerdings, dass chinesische Diplomaten versucht hätten, Einfluss zu nehmen. "Das ist aber überhaupt nichts Ungewöhnliches", sagte Jagland. Das Nobelkomitee sei schließlich in jedem Jahr Druck von irgendwem ausgesetzt. Gebeugt habe man sich aber noch nie, man sei allein dem Testament Alfred Nobels verpflichtet.
Das fünfköpfige Preiskomitee wird nach dem Willen Alfred Nobels vom norwegischen Parlament, dem Storting, besetzt, meist erhalten verdiente Politiker den Auftrag. Die Mitglieder des Gremiums sind den Statuten zufolge unabhängig von Parlament und Regierung. Dies betonten am Freitag auch hohe Kabinettsmitglieder, unter ihnen der Außenminister Jonas Gahr Störe. "Wir werden für die Arbeit des Komitees nicht um Entschuldigung bitten, sondern dessen Integrität in Schutz nehmen." Liu Xiaobo sei ein "würdiger Preisträger", erklärte er.
Posten für verdiente Politiker
Natürlich fragen sich trotz all der schönen Worte Beobachter immer wieder, ob bei den Debatten im Nobelkomitee tatsächlich nur der Letzte Wille des toten schwedischen Industriellen im Mittelpunkt steht. Oder ob nicht das eine oder andere Komiteemitglied doch auch die Interessen lebender Wirtschaftsbosse im Auge hat - auch für Norwegen ist China ein wichtiger Handelspartner. Ganz genau wird man das jedoch erst im Jahr 2060 sagen können, denn dann, 50 Jahre nach der Preisverleihung, werden die Unterlagen des Verfahrens veröffentlicht.
Man sollte den Eindruck, den Drohgebärden ausländischer Regime auf die Preisrichter in Oslo machen, allerdings nicht überbewerten. Das Nobelkomitee kann schließlich auf eine stolze Tradition von Entscheidungen zurückblicken, mit denen es in den 109 Jahren seines Wirkens die Diktatoren der Welt herausgefordert hat. Am bekanntesten ist wohl der Preis von 1935, der allen Warnungen aus Berlin zum Trotz an Carl von Ossietzky vergeben wurde, der damals im Konzentrationslager saß. Die Nationalsozialisten hinderten daraufhin den Publizisten nicht nur an der Reise zur Preisverleihung nach Oslo. Sie verboten außerdem per Gesetz allen Reichsdeutschen die Annahme des Nobelpreises und versuchten mit dem Deutschen Nationalpreis eine Art Gegenveranstaltung zu etablieren. Komiteesprecher Jagland selbst erinnerte bei der Pressekonferenz am Freitag an die Auszeichnung für den russischen Oppositionellen Andrei Sacharow, der 1975 den Friedensnobelpreis für sein Menschenrechts-Engagement in der Sowjetunion bekam, was den Kreml damals sehr verärgerte.
Die Rückbesinnung auf diese Traditionen war in den Augen vieler Beobachter überfällig. Nach dem Preis für den finnischen Diplomaten Martti Ahtisaari im Jahr 2008 und vor allem nach der Auszeichnung des US-Präsidenten Barack Obama im vorigen Jahr hatte man dem Osloer Nobelkomitee vorgeworfen, es sei konfliktscheu und opportunistisch geworden. Diese Art von Vorwürfe dürfte in diesem Jahr wohl kaum jemand äußern.
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(SZ vom 09.10.2010/jab)
die Jury des ehemaligen dynamit Laboranzen meint, ihren Preis als politischer Druckmittel gegen unlibsame, dem sog. Westen Stirn bietende Nationen stellen zu müssen, ist es das Promlem der Nobel-Geselschaft. Wenn Sie meinen Sie können damit die Öffentlichkeit über tatsächliche Menschenrechtsverletzungen in den Ländern vom sog. Westen begünstigten Ländern -wir möcten Georgien, Türkei, Irak, Saudiarabien etc. nicht einmal erwähnt haben- verdunkeln können, ist es auch noch mehr ihr Problem. Ich bin mal gespannt, wielange man die Menschen noch mit diesen politischen Spielchen einlullen kann. Nun!?
In China gibts sicherlich Menschenrechtsprobleme. Ich galube aber in Chnína ist Playboy nicht mehr dekkadent. Dekkandent in China ist, daß man einen Re´genschirn dort für o,50E kaufen tut und das Ganze in Europa für 5€ verkauft. Toll oder!? Dekkadent in China ist, Apple, Microsoft und Co. für 10-50$/Monat iPhone, Intelli-Mouse produzieren läßt und das ganze in VSA und Europa für 50-1000€ bzw. $ verkauft. Ich galube, Nobelgeselschaft dürfte Bald den Herschaften auch den Nobel-Dynamit Wegdenk-Preis verleihen. Nach mehr!? Nein! Guck sellber mal nach in was weiß ich wo!
Natürlich gibt's in China Menschenrechtsprobleme. Nämlich die der Tibeter und der Uygur-Türken. Wie hieß es kürzlich nach einem Treffen dazu aus dem Bundespresseamt; (Singemäß) diese Menschenrechtsverletzungen seien kein Grund für einen Handel und Wandel mit China. Nicht nur von dort, sondern aus den westlichen attelittenstaaten. Mittlereweile hat man auch in Waschington eine Uyguren-Türkin entdeckt, die angeblich die Menschenrechte der Uyguren anprangern soll. Tja! WEnn man sich mit Teufel einläßt, da kommen bekanntlich b-bubs raus. Die Nebenwirkungen waren, daß 20 Uygur-Türken genickshußt wurden und die Dame in Wacshington locker alle 4'er von sich strecken darf. UNd der Handel zwischen China und VSA und Europa. Oh, der tereibt wieder bunte Blüten.
Soweit so gut. wer noch an den Nobelpreiß galubt und nach Srebrenica und den Lügeng des Herrn Powell vor der UN meint, die UN sei Hort der Unschuld, Auch der irrt sich gewalltig.
...das heisst für mich: So falsch kann die Wahl nicht gewesen sein.
da ist der Kelch glücklicherweise an Deutschland vorbeigegangen, finde schon den Dauervorschlag peinlich.
So ist der Wert des Preises erhalten und bewegt sicher etwas.
Ganz im Sinne des "Erfinders".
Natürlich ist es ein mutiger Schritt, der künftigen Weltmacht Nr. 1, die sich keinen Deut um die Menschenrechte schert, aber gleichzeitig mimosenhaft empfindlich ist, derart klar die Meinung zu sagen!
Und trotzdem sind sie immer soooo unabhängig, entweder einen westlichen Politiker/Diplomaten zu ehren oder einem Land, das mit dem Westen im Clinch liegt eins auszuwischen! :-)))))