Festakt in Bagdad USA feiern offizielles Ende des Irakkriegs

Die Flagge ist eingerollt: Nach fast neun Jahren haben die USA mit einem Festakt in Bagdad den Irakkrieg offiziell beendet. Bis zum Ende des Jahres sollen die verbliebenen Soldaten das Land verlassen. Wie sie den Einmarsch der US-Truppen bejubelt haben, feiern die Iraker nun ihren Abzug.

Nach knapp neun Jahren haben die USA den Irakkrieg offiziell für beendet erklärt. Der Kommandeur der US-Truppen in Irak, General Lloyd Austin, rollte am Donnerstag symbolisch die Flagge der United States Forces Iraq ein. "Nachdem eine Menge irakisches und amerikanisches Blut vergossen wurde, ist das Ziel eines Iraks in greifbare Nähe gerückt, das sich selbst regieren und für seine Sicherheit sorgen kann", sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta während des Festakts zum bevorstehenden Abzug der letzten US-Soldaten.

US-Soldaten im Irak falten die amerikanische Flagge auf ihrer Militärbasis zusammen.

(Foto: dpa)

Panetta sagte den Irakern Unterstützung auch über den Abzugstermin hinaus zu. In den kommenden Tagen werde Irak mit "Terroristen und denjenigen, die auf die Spaltung des Landes aus seien" konfrontiert sein, sagte der Pentagon-Chef. Aber die USA würden den Irakern bei diesen Herausforderungen zur Seite stehen. Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki hatte diese Woche in Washington mit US-Präsident Barack Obama noch darüber beraten, wie das Verhältnis der beiden Staaten nach dem Ende des Militäreinsatzes aussehen soll.

Auch der US-Botschafter in Bagdad, James Jeffrey, General Martin Dempsey, Vorsitzender des Vereinigten Generalöstabs und ranghöchster US-Soldat, und der Chef des US-Zentralkommandos, General James Mattis, sowie 160 US-Soldaten nahmen an der Zeremonie teil. Die irakische Seite war durch Generalstabschef Babaker Sebari und den Sprecher des Verteidigungsministeriums, Mohammed el Askari, vertreten.

Iraker feiern Abzug der US-Truppen

Die USA verlassen ein Land, in dem die Aufständischen zwar geschwächt wurden, ihren Kampf aber fortsetzen. Am Vortag hatten mehrere tausend Iraker den Abzug in der einst schwer umkämpften Region Falludscha gefeiert. Einige verbrannten US-Flaggen, zeigten Bilder toter Verwandter und skandierten Parolen zur Unterstützung des "Widerstands". Im März 2003 war noch der Einmarsch der US-Truppen in Irak bejubelt worden. Bereits am Mittwoch hatte US-Präsident Obama einen symbolischen Schlussstrich unter den Krieg gezogen und sich bei heimgekehrten Soldaten bedankt.

Obama hatte im Oktober den Abzug fast aller amerikanischen Soldaten aus demm Irak bis zum Jahresende angekündigt. Die letzten 4000 Soldaten sollen das ölreiche Land bis zum Jahresende verlassen haben. Ursprünglich sollten mehrere tausend US-Soldaten als Gegengewicht zu den Streitkräften im benachbarten Iran im Land bleiben. Irak war jedoch nicht bereit, den amerikanischen Soldaten die geforderte Immunität vor Strafverfolgung zu gewähren.

Eine Koalition unter Führung der USA marschierte 2003 in den Irak ein und stürzte den damaligen Diktator Saddam Hussein. Auf amerikanischer Seite starben etwa 4500 Soldaten. Zehntausende Iraker verloren ihr Leben. Zu Spitzenzeiten waren 170.000 US-Soldaten in dem überwiegend muslimischen Land im Einsatz. Der Krieg kostete die amerikanischen Steuerzahler mehr als 700 Milliarden Dollar.