Die Medien sind am beklagenswerten Gestaltwandel der Politik nicht unbeteiligt. Einerseits lassen sich die Politiker vom sanften Zwang der Medien zu kurzatmigen Selbstinszenierungen verführen. Andererseits lässt sich die Programmgestaltung der Medien selbst von der Hast dieses Okkasionalismus anstecken. Die munteren Moderator(inn)en der zahlreichen Talkshows richten mit ihrem immer gleichen Personal einen Meinungsbrei an, der dem letzten Zuschauer die Hoffnung nimmt, es könne bei politischen Themen noch Gründe geben, die zählen. Manchmal zeigt der ARD-Presseclub, dass es auch anders geht.
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Zwar stehen wir mit unserer Qualitätspresse, wenn ich recht sehe, im internationalen Vergleich gar nicht so schlecht da. Aber auch diese Leitmedien bleiben nicht unberührt von dem Umstand, dass die mediale mit der politischen Klasse zusammenwächst - und über diesen Ritterschlag auch noch stolz ist. Ein Beispiel dafür ist der verblüffende Applaus der anspruchsvollen "liberalen" Wochenzeitung für die Kanzlerin, als diese in der Causa Guttenberg die politische Kultur des Landes berlusconisierte. Zudem dürfte sich die kommentierende Presse, wenn sie ein Gegengewicht gegen eine perspektivenlose Politik bilden wollte, ihre Themen nicht ganz vom Takt des Tagesgeschehens vorgeben lassen. Beispielsweise behandelt sie die Bewältigung der Euro-Krise als ein hochspezialisiertes Wirtschaftsthema; dann fehlt der Kontext, wenn die politischen Redaktionen in großen Abständen geruhen, die Folgen der Krise für den Umbau der Europäischen Union im Ganzen doch einmal aufzugreifen.
Die Wiederentdeckung des deutschen Nationalstaates, der neue Modus einer kompasslos auf kurze Sicht fahrenden Politik und das Zusammenwachsen der politisch-medialen Klasse mögen Gründe dafür sein, dass der Politik für ein so großes Projekt wie die Einigung Europas die Luft ausgeht. Aber vielleicht geht der Blick nach oben, auf die politischen Eliten und die Medien, überhaupt in die falsche Richtung. Vielleicht können die einstweilen fehlenden Motivationen nur von unten, aus der Zivilgesellschaft selbst, erzeugt werden. Der Ausstieg aus der Atomenergie ist ein Beispiel dafür, dass sich die politisch-kulturellen Selbstverständlichkeiten und damit die Parameter der öffentlichen Diskussion nicht ohne die zähe Maulwurfsarbeit sozialer Bewegungen verschieben.
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"The Substance" im Kino
Wir sollten nicht voller Grimm auf unsere Kanzler zurück- oder herunterblicken. Die Deindustrialisierung der "DDR" mit den heutigen Folgen (Soli) ist nur peripher von ihm zu verantworten. Es heißt, westdeutsche Industrie und Gewerkschaften hätten einmütig alles zerstört, was dort noch funktionierte, um die Entstehung eines Billiglohnlandes zu verhindern. Hinzu kommt, dass nach Einschätzung Informierter die "DDR"ler ihr unter 2 Diktaturen aufgebautes Misstrauen bis heute nicht überwunden haben und somit wirtschaftsuntauglich sind. Jenaoptik musste mit Milliarden vom westdeutschen Steuerzahler gerettet werden. Die Werften (Bremer Vulcan) stehen auf der Kippe. Neue Industrien sind grüne Subventionsindustrien. Wahrscheinlich wäre es bei einem anderen Kanzler auch so gekommen, mit Ausnahme Lafontaines, der das preußische Relikt in den Orkus schicken wollte, was heute ja viele verstehen.
Ja , geht das denn ? Die staatstragende Merkel und ihre Merkelmannen so schmähen ?
Aber - keine Aufregung ! Des Philosophen harte Worte sind bereits blowing in the wind . So wie bei den Forderungen auch , die Merkel herself regelmäßig in die Medien pustet .
Habermas - immer noch einer der allerletzten gebildeten Besten! Was machen wir nur, wenn ihr aussterbt! Bitte nicht! Zum heutigen, total von der Demoskopie auf BILD-Niveau abhängigen Politik-Opportunismus unter Angela Merkel möchte ich hier gerne kurz meine eigenen Gedanken zur Diskussion stellen: Sie ist für mich das perfekte und vielleicht langsam sogar bessere, weil intelligentere machtorientierte Abziehbild ihres Ziehvaters Helmut Kohl. Für den Mann mit Pfeife, Steckbrief und Schiffermütze war ich zu jung - Helmut Kohl habe ich 16 Jahre lang leider am eigenen Leib miterleiden müssen - und deshalb genau beobachtet:.Und bis heute lassen sich bei diesem Namen für mich oft selbst die Besten blenden: Helmut Kohl ist auf jeden Fall der ! historische Glückskeks nach 1945, das gebe ich gern zu... aber er war weder ein verantwortungsbewußter Wiedervereinigungs- und Deutschland- noch Europa-Politiker, sondern nur ein vollkommen opportunistisch durchdrungener, nur auf den eigenen Vorteil bedachter, aus jeder Falte Provinz schwitzender Machtautokrat - und das in jeder politischen Hinsicht und den unabsehbaren politischen und damit gesamtgesellschaftlichen Folgen einer schleichenden Zeitbombe a la dem Fukushima-Deppentheater. Wenn ich je die Zeit und die Möglichkeit hätte, diese 16 bundesrepublikanischen Niedergangsjahre auf den Punkt zu analysieren und in Buchform zu bringen, würde ich es sehr gerne tun - und so nicht immer noch darauf warten müssen, daß ein sicher wesentlich beserer Profi es endlich tut und dieses Nationalheiligtum des hinterhältigen und den demokratischen Gedanken ewig auf sarrazinsche Weise hässlich nach rechts kaputtstrickenden Kleinbürgers endlich vom Sockel holt. Wiedervereinigtes Deutschland im für beide Teile vorausschaubaren ökonomischen Sturzflug? Egal, Banane her und 16 Millionen neue unerfahrene! Wähler sind meine, die vorausschaubaren Schulden in 20 Jahren werden eine deutsche Eiche doch nicht kratzen! Zuerst mal ein deutsches Export-Europa, leider mit rapide nachfolgender faktischer Geldentwertung, ohne jede vorherige politisch konstruktive! und deshalb notwendige! Abstimmung mit den anderen "Mitgliedern", die im Vergleich zu Deutschland schon damals nur "arme Schlucker" genannt wurden? Egal, nun konnten sie herrlich Schulden machen, jetzt war ja irgendwas wie eine Geld-EU irgendwo da, was kratzen mich vor allem ja deren Schulden in 20 Jahren, Hautsache, die armen Schlucker kaufen jetzt! in Deutschland erst mal s
als den "Ziehsohn" Genschers, den Namen Verheugen zu erwähnen. Verheugen wurde,
solange er FDP-Mitglied war, sehr v. Genscher gefördert, er trat auch immer in die
Fußstapfen v. Genscher, der immer sehr dezidiert darauf bedacht war - wie es auch Habermas Intention entspricht - Deutschland ja nicht in den Vordergrund zu schieben, immer schön untenhalten, damit nicht etwa der böse Engländer seine "balance of power" aus der Schublade zieht. Fr. Thatcher hat es ja bei der Wiedervereinigung wieder postuliert, "keine Macht auf dem Kontinent darf stärker sein als Großbritannien" und den Nachbarn u. EU-Mitgliedern geraten, die Deutschen sollten noch mindestens 15 Jahre auf die Vereinigung warten.
Getreu der Devise auch, die "Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges gegen die Sieger
mächte" nie zu verändern, mndestens aber bis 2099!
Warum müssen sich Deutsche so devot verhalten?
Sie schrieben sehr richtig:"„Das ganze Artikel strotzt nur vor geschraubten und gekünstelten, substantiell sinnfreien und banalen Habermas-Sentenzen, wie sie Karl Popper in seinem Essay "Gegen die großen Worte" schon vor über 30 Jahren zum Objekt seines Spottes gemacht hat.“
Danke für Ihr erfrischendes Urteil.Dieser Jargon ist nicht geeignet, mich mit der EU-Problematik auseinandersetzen zu wollen.Der nebulösen EU entspricht diese Sprache der Vernebelung, also: kein Dienst am Bürger, der nicht Habermas studiert hat.
Paging