Amerika ist ein Einwanderungsland. Die Regelung der Immigration berührt die amerikanische Seele. Weil Arizona nun die Schotten dicht machen will, muss das Oberste Gericht eine Entscheidung fällen.
Merkwürdig altmodisch klingen die Worte. Und doch zählen die Zeilen, auf einer Bronzetafel am Fuße der Freiheitsstatue verewigt, zu den Gründungsmythen der Vereinigten Staaten: "Gebt mir Eure Müden, Eure Armen", ruft Miss Liberty, "Eure geknechteten Massen, die sich sehnen, frei zu atmen". Die grüne Lady, aufgestellt anno 1886 und bis heute das mächtigste Symbol der amerikanischen Nation, verheißt Rettung den Heimatlosen, allen "vom Sturm Getriebenen" weist sie per Fackel den Weg in die Neue Welt: "Hoch halt' ich mein Licht am goldenen Tor!"
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In den USA fordern die Nachfahren von Abenteurern und Verfolgten, dass keiner mehr rein darf. Die Verfolgten von heute wehren sich. (© REUTERS)
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Jede Nacht erstrahlt die Freiheitsstatue im Hafen von New York. Im Herzen Amerikas jedoch ist jener Geist, den ihre lodernde Fackel versinnbildlichen soll, längst erloschen. Amerika, das Einwanderungsland, ist versucht, seine goldenen Tore zugeschlagen. Die Nachfahren von Wirtschaftsflüchtlingen, Abenteurern und Verfolgten verschließen ihr Land. Sie tun dies sehr handfest, indem sie ihre Südgrenze mit Mauern und Zäunen, per elektronischer Detektoren und Luftüberwachung verrammeln. Und ebenso verschließen sie ihren Kopf: Die Debatte darüber, wie viele (und welche) Neuankömmlinge Amerika in Zukunft aufnehmen will, ist zu einer gedanklichen Abwehrschlacht verkommen. Zwölf Millionen Illegale im Land sind, zumal in Zeiten allgemeiner Krise und hoher Arbeitslosigkeit, vielen zur Bedrohung, ja zum Feind im Innern geworden. "Schotten dicht", verlangt Volkes Stimme.
Eine einsame US-Richterin im Bundesstaat Arizona hat die Nation nun zur Ordnung gerufen. Per einstweiliger Verfügung mahnte Judge Susan Bolton zur Vernunft. Zwar anerkennt sie, dass an der mexikanisch-amerikanischen Grenze der Notstand herrscht, weil weder Grenzpatrollien noch Nationalgardisten der vielen Drogenhändler und Menschenschmuggler Herr werden. Zugleich aber erinnert sie ihre Landsleute (und vor allem jene Politiker, die auf dem Feuer öffentlicher Empörung ihr Süppchen kochen) daran, dass Amerika laut Verfassung all seinen Mitbürgern Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz verspricht.
Also hat die tapfere Richterin nun dem Bundesstaat Arizona ein Gesetz aus der Hand geschlagen, das im Kern sämtliche Latinos diskriminiert hätte. Die (meist sehr weißen) Autoren dieses legalistischen Machwerks schworen zwar jeden Eid, ihr Vorstoß sei keinesfalls von rassischen Ressentiments getragen gewesen. Aber in der Wirklichkeit wäre nur das braune Drittel von Arizonas Bevölkerung den vermehrten Polizeikontrollen, den Festnahmen oder der strafbewehrten Auflage ausgesetzt gewesen, immer und jederzeit einen Ausweis bei sich zu tragen. Genau deshalb begannen zuletzt ja sogar US-Staatsbürger und legale Einwanderer hispanischer Herkunft zu grübeln, ob sie Arizona verlassen und ihr Glück anderswo in den USA suchen sollten. Nur hätte ihnen diese Flucht wenig genutzt: 17 andere US-Bundesstaaten erwägen, Gesetze nach dem hässlichen Vorbild Arizonas zu schmieden.
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Sinti und Roma als Nachbarn? Bloß nicht, sagen zwei von drei Deutschen. Über Menschen, die im eigenen Land Fremde sind. Seite Drei. Jetzt lesen ...
Lafontaine verzichtet auf Kandidatur
Die sollten mal ihr eigenes Haus in Ordnung bringen, bevor sie ihre Probleme in den USA lösen.
Ebenfalls schönes Wochenende. Ohne Kontrollen -:))
Die einzige Möglichkeit halbwegs sauber aus der Sache herauszukommen (gilt auch für uns Europäer) ist, das Wirtschaftsflüchtlinge durch solch dichte Grenzen, gar nicht erst die Füße auf europäischen oder US. Boden bekommen. Das geht dann natürlich richtig ins Geld. Auch der Klimawandel wird ne Völkerwanderung in Gang setzen, da können wir uns "warm" anziehen. Die Leute suchen auch nur ihre Chance im Leben. Die USA sind entstanden, in dem Menschen ihre Chance gesucht haben.
schönes Wochenende.....
Die Mods haben an meinem Text an Sie nichts auszusetzen, abschicken kann ich ihn trotzdem nicht, denn die Technik behauptet nach wie vor, er habe unzulässige Inhalte. Am Wortfilter liegts. Vielleicht sollte man mal in ein paar Monaten wieder vorbeischauen und darauf hoffen, daß die Technik dann wenigstens wieder so gut funktioniert wie bevor sie verschlimmbesert wurde.
@Expat; Teaki
Für mich ist halt die Ursache der Vermutung entscheidend. Im Fall der Mexikaner ist dann halt die Hautfarbe Ursache der Vermutung einer illegalen Immigration - was dann bei den Anteilen zur Generalisierung führen muss. Dies ist für mich zwar noch kein Rasssismus, sondern eher Vernunft bzw. statistische Signifikanz. Aber es hat für mich als Deutschen einen mehr als faden Beigeschmack. Warum wurden Sie denn kontrolliert? Unterscheiden Sie sich in Pysiognomie von den Amis? Was denken Sie, wenn vor allem Schwarze bei "zufälligen" Verkehrskontrollen rausgewunken werden?
PS: Ich habe vorhin das Wort Coxktail (Getränk) nicht durch den Filter bekommen.
Sie schrieben an teaki:"Wenn die Mexikaner blauäugig und blond wären oder die Amis stärker pigmentiert mit brauen Augen wäre es in der Tat kein Problem - Vermutungen zu haben."
Im Umkehrschluß darf ich dann vermuten, daß Ausweiskontrolle bei Weißhäutigen (wie bei mir) offensichtlich ganz ok ist und kein profiling oder gar Diskriminierung darstellt? Denn in der Tat wurde ich schon öfters von der am.Polizei nach meiner Aufenthaltsberechtigung gefragt.
(Ich warte noch auf die Antwort der Mods auf Ihren an mich gerichteten Beitrag, also vielleicht wirds ja noch ).
Paging