Seit Jahrhunderten ringen die Länder Lateinamerikas um ein friedliches soziales Zusammenleben. Erschwert wird das durch die Abhängigkeit vom Rohstoffexport in die reiche Welt. Er nährt korrupte Eliten und degradiert die Masse zu Tagelöhnern, welche die Schätze aus dem Boden kratzen. Die Drogenkriminalität ist nur der jüngste und brutalste Auswuchs dieses Modells. Überspitzt ausgedrückt: So wie die europäischen Armeen in den Weltkriegen Salpeter aus Chiles Bergwerken verfeuerten, so nährt heute die Wohlstandsdroge Kokain die Exzesse des Finanzkapitalismus.
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Deshalb hat Mexikos Präsident Felipe Calderón recht, wenn er sagt: Es ist vollkommen egal, was wir gegen die Drogenmafia unternehmen, solange in New York, Madrid und Berlin märchenhaft viel Geld mit Drogen verdient wird. Das mexikanische Problem kann nicht ohne die Mithilfe jener Länder gelöst werden, in denen die Konsumenten sitzen - ebenso wenig wie das afghanische übrigens. Das Drama beginnt mit einem Massaker in der Wüste von Tamaulipas und endet in Luxuslofts oder im Stadtpark, wo die Spritzen herumliegen.
Deshalb fordern Fachleute in Lateinamerika, in den USA und Europa, über das "Undenkbare nachzudenken". Konkret formuliert hat das eine Kommission aus Ex-Präsidenten Brasiliens, Mexikos und Kolumbiens, alles gestandene Konservative. Sie fordern die reichen Länder auf, ihre Drogenpolitik zu korrigieren und - in begrenztem Maße und behutsam - den Drogenverkauf unter staatliche Kontrolle zu stellen. Das könne die Mafia-Bosse um ihre gewaltigen Gewinne bringen. Die Milliarden, die für einen aussichtslosen Drogenkrieg ausgegeben werden, könnten so in Forschung und Prävention fließen; an einer kontrollierten Abgabe könnten Staaten sogar verdienen. Die Toten von Tamaulipas sind kein Symbol für das Scheitern Mexikos, sie stehen für das Scheitern der Welt.
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(SZ vom 27.08.2010)
Schliesslich nehmen wir jedes Jahr Milliarden dieser Gelder auf dem Finanzmarkt auf. Wir helfen damit der organisierten Kriminalität. Von unseren anderen Verbrechen will ich gar nicht sprechen. Sonst wird der Brief wieder zensiert. Keine Wahrheit ist auch eine Wahrheit.
...Mit dem Verkauf illegaler Drogen wird weltweit ein Umsatz von ca. 400 Milliarden Euro pro Jahr erzielt...
...Eine Legalisierung würde nicht nur die organisierte Kriminalität schwächen, auch die Sicherheitslage für den normalen Bürger würde sich durch den Wegfall der Beschaffungskriminalität erheblich verbessern....
Traurig, aber wahr.
Es führt tatsächlich kein Weg an einer vollständigen legalisierung aller Drogen vorbei. Mit dem Verkauf illegaler Drogen wird weltweit ein Umsatz von ca. 400 Milliarden Euro pro Jahr erzielt. Geld, dass von den Konsumenten größtenteils durch kriminelle Handliungen aufgebracht wird und das an die organisierte Kriminalität und den internationalen Terrorismus fliesst.
Eine Legalisierung würde nicht nur die organisierte Kriminalität schwächen, auch die Sicherheitslage für den normalen Bürger würde sich durch den Wegfall der Beschaffungskriminalität erheblich verbessern.
Der einzige Grund, der von Gegnern einer Legalisierung immer wieder angeführt wird, ist die völlig unbegründete Angst, Millionen von Menschen würden zu Drogensüchtigen, soblad die Drogen legal erhältlich sind. Das ist schlich und einfach nicht wahr. Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass jeder, der unbedingt Drogen nehmen möchte, auch in der Lage ist sich diese zu beschaffen. Alle Staaten der Welt sind mit dem Versuch gescheitert, das zu verhindern, egal wie hart sie auch versuchen, das Angebot an illegalen Drogen zu verringern.
Selbst Staaten wie Malaysia, in denen schon für den Besitz von Drogen ab einer gewissen Menge die Todesstrafe verhängt wird, sind mit ihrem repressiven Weg gescheitert.
Ob allerdings unsere Politiker mutig und aufgeschlossen genug sind, um sich von seit Jahrzehnten verfestigten Ideologien zu trennen, wage ich zu bezweifeln.
Nein, sie sind in erster Linie und zusammen mit vielen anderen ein Symbol für das Scheitern der USA.
Warum wird nie öffentlich die Frage gestellt, wie kaputt das soziale Leben in den USA sein muss, damit es dort dieses riesige Drogenproblem gibt? Oder glaubt man, das falle einfach mal so eben vom Himmel? In einem heilen Land? Bei gesunden Menschen?
Oder wie ist es mit den US-Waffengesetzen?
Oder mit deren imperialistischem Auftreten auch und gerade in Mittel- und Südamerika?
und ... und ... und ...
Immer sollen die USA geschont werden!
So uebel es sich anhoert: Danke ihr Mexikanischen Kartelle - Bringt ihr doch endlich mal die Politiker dazu, ueber das undenkbare Nachzudenken.
@WM2000: Nicht nur das Leid unbeteiligter - Auch an das Leid der beteiligten sollte gedacht werden. Dann ist Schluss mit staendiger Paranoia ob der staatlichen Repressionsmassnahmen und man koennte wieder ein ruhigeres Leben fuehren.
Es ist absolut ueberfaellig.
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