Dreikönigstreffen der FDP Jamaika im Saarland am Ende - Rösler redet unbeeindruckt weiter

Mitten in die Rede von FDP-Chef Philipp Rösler platzt die Meldung, dass die Jamaika-Koalition von CDU, FDP und Grünen gescheitert ist. CDU-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer macht dafür das Chaos beim saarländischen Landesverband der Liberalen verantwortlich. Doch was macht Rösler in Stuttgart? Er redet unbeirrt weiter. Das Dreikönigstreffen der FDP zum Nachlesen.

Von Michael König, Stuttgart

Seit 1866 ist der 6. Januar für die Liberalen in Deutschland ein wichtiges Datum. Damals kamen Vertreter demokratischer Volksvereine in Stuttgart zusammen. Die Demokratische Volkspartei und ihre Nachfolgerpartei, die FDP, setzten die Tradition fort. In besseren Zeiten ein Tag des Jubels, entwickelte sich die Kundgebung in der Staatsoper zuletzt zu einem Prüfstein für die Parteivorsitzenden: 2011 kämpfte Guido Westerwelle auf dem Dreikönigstreffen um sein Amt - zunächst erfolgreich. Im Mai übernahm Philipp Rösler die Führung. Nun steht auch er unter dem andauernden Druck, der Partei schlechte Umfragewerte erklären zu müssen. Es reden außerdem: die Landesvorsitzende Birgit Homburger, Entwicklungsminister Dirk Niebel und Generalsekretär Patrick Döring. Live aus Stuttgart berichtet für Süddeutsche.de Michael König.

Nur zwei Prozent aller deutschen Wähler würden ihre Stimme derzeit der FDP geben, das geht aus einer Umfrage von Infratest dimap hervor. Beim Dreikönigstreffen will sich die Partei selbst Mut machen.

(Foto: dapd)

09:50 Uhr Umfragetief zum Auftakt

Guten Morgen aus Stuttgart, wo die FDP heute gegen ihre Krise anreden wird: Dem ARD-Deutschlandtrend zufolge würden derzeit nur zwei Prozent der Wähler den Liberalen ihre stimme geben. Zwei Prozent an Dreikönig - das ist keine gute Ausgangslage für Parteichef Philipp Rösler, von dem viele Parteimitglieder heute eine fulminante Rede erwarten. Nur so könne er sein Amt sichern, heißt es, nachdem Bundestags-Fraktionschef Rainer Brüderle am Donnerstag beim Landesparteitag der Südwest-FDP wie ein Retter gefeiert wurde. Brüderle hatte sich betont kämpferisch gezeigt, nachdem der neue Generalsekretär Döring über Rösler gesagt hatte, dieser sei "kein Kämpfer". Nein, es ist wirklich keine einfache Ausgangslage für den Parteichef.

09:57 Uhr Von "Frontkämpfern" und "Wegmoderierern"

Zur Vorbereitung auf das Dreikönigstreffen ist das Interview mit Parteivize Holger Zastrow zu empfehlen. Im Gespräch mit der SZ nannte er Döring einen "Frontkämpfer", die Energiewende einen "Fehler", der mitschuldig an der Krise der Partei sei. (http://www.sueddeutsche.de/politik/fdp-vize-holger-zastrow-im-gespraech-wir-sind-mit-uns-nicht-im-reinen-1.1251577)

Zu Dörings Zitaten über Rösler ("Wegmoderierer") gibt es einen Kommentar von Peter Blechschmidt: "Liberaler Rohrkrepierer". (http://www.sueddeutsche.de/politik/doering-ueber-fdp-chef-roesler-liberaler-rohrkrepierer-1.1251256)

10:03 Uhr Homburger macht den Anfang

Viele Journalisten sind schon da und auch die ersten Gäste treffen an der Stuttgarter Staatsoper ein. Um 11 Uhr geht's los, dann spricht zunächst Birgit Homburger, die Landesvorsitzende der FDP Baden-Württemberg. Es folgen: Dirk Niebel, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Patrick Döring, der Generalsekretär. Und schließlich Philipp Rösler, der Parteivorsitzende.

Bei Twitter sind Einträge zum Dreikönigstreffen unter dem Hashtag #3k12 (http://twitter.com/#!/search/%233k12) zu finden. Den Autor des Blogs erreichen Sie unter @michikoenig (http://twitter.com/michikoenig)

10:12 Uhr Jetzt soll geliefert werden

Die Türen sind offen, jetzt strömen die Gäste in die Staatsoper. "Heute wird geliefert", sagt ein älterer Herr, seine Frau schwenkt ein gelbes Fähnchen. Der Altersdurchschnitt liegt auf den ersten Blick bei 40 plus, die Stimmung ist gelöst.

10:36 Uhr Ein Raufbold unter vielen

Der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn hat den neuen Generalsekretär in Schutz genommen, der wegen seiner Äußerungen über Parteichef Philipp Rösler kritisiert wird. "Bei Patrick Döring weiß ich, dass er ein Raufbold ist", sagte Hahn vor Beginn des Dreikönigstreffens in HR info.

Das sei aber auch bei anderen Generalsekretären der Bundestagsparteien wie Andrea Nahles (SPD) und Alexander Dobrindt (CSU) der Fall.

10:55 Uhr Der Ex-General ist da

Der Saal füllt sich. In einer der vorderen Reihen steht ein blonder Herr, der auf dem Podium hätte Platz nehmen sollen - wäre er nicht zurückgetreten: Ex-Generalsekretär Christian Lindner plaudert lächelnd mit Parteifreunden. Die aktuelle Führungsmannschaft lässt noch auf sich warten.

11:06 Uhr Los geht´s

Es geht los: Homburger eröffnet das Dreikönigstreffen 2012 und begrüßt die Führungsspitze. Lauter Applaus für Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Fraktionschef Rainer Brüderle.

Auch Außenminister Guido Westerwelle wird freudig begrüßt - er hatte an dieser Stelle vor genau einem Jahr mit einer "Weiter so!"-Rede sein Amt als Parteivorsitzender verteidigt. Fünf Montate später übernahm dann Rösler.

11:09 Uhr Erkenntnis mit Reue

Homburger beginnt mit einem Rückgriff auf die Geschichte - ganz ähnlich, wie sie es schon am Donnerstag in ihrer Parteitagsrede getan hat. "Baden-Württemberg wäre ohne die Liberalen nicht erfolgreich. Und umgekehrt", sagt Homburger.

Dann kommt eine Portion Reue: "Wir haben gelernt, uns nicht auf ein Thema zu vereengen". Zwei Meter weiter lehnt sich Ex-Parteichef Guido Westerwelle in seinem Stuhl zurück.

11:13 Uhr Homburger: Die Lage ist nicht aussichtslos

Die Vorsitzende der Südwest-FDP ist als Rednerin berüchtigt. Homburger erzählt aus ihrer Kindheit: "Ich bin stolz auf meine Eltern und dankbar, dass sie mich im Geist der Freiheit erzogen haben". Solche Familien prägten noch heute Baden-Württemberg. "Wir sollten uns daran ein Beispiel nehmen." Die Lage der Partei, sei ernst, aber nicht beispiellos. Und auch nicht aussichtslos. "Wir nehmen den Auftrag mit, den Teamgeist zu stärken."

11:19 Uhr Gewinner bei Stuttgart 21

Die Volksabstimmung zu Stuttgart 21 ist ein Gute-Laune-Thema für die FDP. Als Bahnhofsbefürworter stehen die Liberalen auf der Gewinnerseite. Das nutzt Homburger für eine Abrechnung mit den S21-Gegnern.

Die FDP sei eine "Rechtsstaatspartei", mahnt die Landesvorsitzende. "Die Sitzblockade ist nicht die letzte Instanz in Deutschland." Dann geht sie zu Wirtschaftsthemen über: Stärkung des Mittelstands, mehr Verantwortungsbewusstsein für den Finanzmarkt. Die Zuschauer antworten mit höflichem Applaus.

11:24 Uhr FDP ist gegen die "Einheitsschule"

Rösler verfolgt die Rede aufmerksam, sein Rücken ist durchgestreckt, der Blick ernst. "Sehr gut", ist auf den Lippen des Parteichefs zu lesen, als Homburger zum Thema Bildung spricht und die rot-grüne "Einheitsschule" geißelt.

"Wir wollen Entscheidungsfreiheit statt Gleichmacherei", sagt Homburger. Rösler klatscht. Neben ihm sitzt Dirk Niebel und knetet seine Finger. Der Entwicklungsminster ist der zweite Redner an diesem Freitag.

11:26 Uhr Angriff auf politische Gegner

"Und ich will eine Bemerkung machen zur Forschungspolitik" - so leitet Homburger von einem Thema zum anderen über. Das ist keine Rede, sondern ein Präsentation des Parteiprogramms. Mit kleinen Spitzen in Richtung des politischen Gegners. Und ausreichend Pausen für Applaus.

11:28 Uhr "Weglaufen geht nicht"

Die Liberalen müssten sich künftig auf die Sacharbeit konzentrieren und nicht voreilig Erfolge verkünden. "Zukünftig wird gegackert, wenn das Ei gelegt ist."

Homburger übt indirekte Kritik an Christian Lindner, der Mitte Dezember als Generalsekretär überraschend zurückgetreten war. Mit Blick auf ihre eigene Laufbahn sagt sie: "Weglaufen, wenn's schwierig wurde, das gab's nicht."

11:31 Uhr Niebel übernimmt die Bühne

Und plötzlich ist sie vorbei, die Homburger-Rede. Ein paar Spitzen noch gegen CSU-Chef Horst Seehofer ("Populismus") und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles ("Populismus im Quadrat") wegen der Debatte um die Rente mit 67.

Dann übernimmt Dirk Niebel und wünscht den Anwesenden "Glück, Gesundheit und Liebe".

11:36 Uhr Beliebtheit dank Westerwelle

Für Außenminister Guido Westerwelle gab es viel Lob. Niebels Rede gefällt auch Fraktionschef Rainer Brüderle.

Für Außenminister Guido Westerwelle gab es viel Lob. Niebels Rede gefällt auch Fraktionschef Rainer Brüderle.

(Foto: Getty Images)

Dirk Niebel plädiert für mehr Selbstbewusstsein in Deutschland. Er könne sich nur wundern über die hiesige Stimmung. Laut der BBC seien die Deutschen das beliebteste Volk der Erde. "Und nicht trotz Außenminister Guido Westerwelle, sondern weil Westerwelle Außenminister ist", ruft Niebel.

Gelächter im Plenum, auch Westerwelle ist vergnügt. "Deutschland ging es noch nie so gut wie heute. Die einzigen, die das nicht wissen, sind die Deutschen", legt Niebel nach. Die FDP drehe trotz des Gegenwindes nicht um. "Wir gehen nach vorne, endlich wieder!"

11:40 Uhr Gewichtig im Amt

"Ich habe dem Amt mehr Gewicht verliehen, und das Amt mir auch", frotzelt Niebel angesichts seiner Kleidergröße. Wieder Gelächter. Niebel kommt gut an, vielen Liberalen gilt er inzwischen als Leistungsträger in Berlin.

Während Rösler die Rede mit unbewegter Miene verfolgt, lächelt Homburger ausdauernd. Ihr eigener Auftritt scheint ihr gefallen zu haben.

11:46 Uhr Niebel: FDP hat trotz "massivem Widerstand" gewonnen

Starke Mitte. Starkes Land. Starker Auftritt. Dirk Niebel kommt als Redner bei seiner Partei gut an.

Starke Mitte. Starkes Land. Starker Auftritt. Dirk Niebel kommt als Redner bei seiner Partei gut an.

(Foto: Getty Images)

Gegen den "massiven Widerstand" der Journalisten hätten Union und FDP die Bundestagswahl gewonnen, erinnert sich Niebel, der Churchill ("Märkte sind wie Fallschirme, sie funktionieren am besten offen") und Ghandi ("... sie bekämpfen dich, und dann gewinnst du") zitiert. Der Minister erntet rhythmisches Klatschen der Gäste in der Staatsoper. Homburger lächelt jetzt nicht mehr.

11:50 Uhr Raus aus dem "dunklen Umfragenkeller"

Ein strahlendes Team: Generalsekretär Partick Döring, Entwicklungsminister Dirk Niebel und Parteichef Philipp Rösler sowie die baden-württembergische Landesvorsitzende Birgit Homburger.

Ein strahlendes Team: Generalsekretär Partick Döring, Entwicklungsminister Dirk Niebel und Parteichef Philipp Rösler sowie die baden-württembergische Landesvorsitzende Birgit Homburger.

(Foto: AFP)

"Wir können alles, sogar Bahnhof", sagt Niebel. An Stuttgart 21 kommt auch er nicht vorbei. Dabei ist das Bahnprojekt noch immer keine Erfolgsgeschichte - derzeit plagen der Juchtenkäfer und seltene Fledermäuse die Bahn. Niebel ist es egal, er leitet über zum Thema Selbstbewusstsein. "Wir sind nicht die Partei eines Standes, sondern die Partei des Verstandes", sagt der Minister.

Schon als Generalsekretär habe er eine Vorliebe für ostafrikanische Sprichwörter gehabt. Nun wolle er wieder eines zitieren: "Es ist nicht notwendig, die Laterne eines anderen auszublasen, damit die eigene heller strahlt."

Bis gestern habe sich die FDP im "dunklen Umfragenkeller" verschanzt. "Jetzt gehen wir da raus", sagt Niebel. Das klingt nach dem x-ten Neustart, aber dieses Wort ist bei den Liberalen inzwischen verboten.

11:55 Uhr Applaus für Niebel - Döring kommt

Niebel bekommt Standing Ovations des halben Saals. Er bleibt lange stehen und winkt. Seine Rede war der erste Hit des Tages.

Jetzt übernimmt Generalsekretär Patrick Döring. Es ist sein erster großer Auftritt. Nach dem "Kein Kämpfer"-Zitat über Rösler steht er schon unter Druck. Döring tänzelt hinter dem Rednerpult und mahnt zu mehr Geschlossenheit. In Gesprächen mit den Wählern gehe es einzig um die Frage, wie die Probleme des Landes zu lösen seien. Personaldebatten interessierten niemanden.

11:58 Uhr Bemüht kämpferisch

Döring will kämpferisch wirken. Dass er ständig auf sein Redemanuskript schauen muss, ist da eher hinderlich. "Wir haben viel erreicht, aber nicht so viel, wie wir uns 2009 erhofft haben", räumt er ein und wendet sich direkt an die Zuhörer. "Sie dürfen mehr von uns erwarten und wir erwarten mehr von uns selbst."

ber man müsse sich auch die Konkurrenz anschauen und feststellen, dass die Werte der Freiheit "mehr in Gefahr" seien denn je. Die Mitte werde von Rot-Grün ausgebootet, "die Linke wird gestärkt". Wenn grüne Politiker träumten, "dann träumen sie von Verboten, und gerade nicht von Freiheit", sagt Döring.

12:03 Uhr Der Mann für´s Grobe

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger hält sich Generalsekretär Patrick Döring nicht lange mit Feinheiten auf.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger hält sich Generalsekretär Patrick Döring nicht lange mit Feinheiten auf.

(Foto: dpa)

"Wenn sie es nicht verbieten können, dann wenigstens besteuern", sagt Döring mit Blick auf SPD und Grüne. Er arbeitet sich jetzt am Gegner ab, wie sich das für einen Generalsekretär gehört.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger Christian Lindner fällt aber auf, dass Döring eher der Mann für's Grobe ist. Wer die Politik der FDP nicht wolle, solle halt die anderen wählen, sagt Döring. Zur Erinnerung: In Umfragen steht seine Partei bei zwei Prozent.

12:10 Uhr Hiebe für den Koalitionspartner

Auch der Koalitionspartner bekommt einen Seitenhieb ab: Dass "wir Liberale" einmal mit dem Koalitionspartner über Mindestlöhne oder eine Frauenquote streiten müssten, habe er sich nicht vorstellen können.

Dann wieder das Geschlossenheits-Motiv: "Einige Schlachten werden wir verlieren, andere werden wir verlieren."

Ab heute blicke die FDP nicht mehr zurück. "Ich rufe Ihnen zu: Volle Kraft voraus!" Abgang Döring. Jetzt spricht Rösler.

12:14 Uhr Rösler präsentiert liberale Erfolgsbilanz

Philipp Rösler muss den Beweis antreten, dass er zum Parteichef taugt.

Philipp Rösler muss den Beweis antreten, dass er zum Parteichef taugt.

(Foto: REUTERS)

Rösler liest zunächst die Schlagzeilen deutscher Zeitungen vor und sagt dann: "Nun zu den wirklichen Fakten." Es folgt eine Erfolgsbilanz der FDP: weniger Arbeitslosigkeit, höhere Löhne. 76 Prozent der Deutschen seien zufrieden, das sei die Wirklichkeit.

Im Oberrang entrollt die Grüne Jugend Anti-FDP-Plakate - das hat beim Dreikönigstreffen schon Tradition. "Die FDP dröslert sich auf", steht darauf.

Rösler reagiert und wendet sich an Westerwelle: "Schön, dass ich auch deinen Fanclub geerbt habe". Dann empfiehlt er den Demonstranten, doch "fleißig zu sein wie die Menschen in Baden-Württemberg" und eine eigene Veranstaltung zu organisieren, "anstatt nur Nutznießer zu sein".

12:19 Uhr Liberale Anti-Miesmacher

Der Parteichef fragt, wie Deutschland wohl aussehe, hätte Rot-Grün die vergangene Bundestagswahl gewonnen und gibt die Antwort selbst: "Massive Steuererhöhungen, viel mehr Arbeitslose, kein Wirtschaftswachstum."

Die FDP sei dagegen "das Gegenmodell zu den Pessimisten und Miesmachern in Deutschland". Keine andere Partei verkörpere "die soziale Marktwirtschaft so wie wir".

"Wirtschaft, Wachstum, Wohlstand, weltweit" seien die Ziele der Liberalen, sagt Rösler.

12:26 Uhr Mehr Wachstum muss her

Rösler singt das Hohelied des Wachstums. "Wenn alle anderen sich davon distanzieren, dann braucht Deutschland eine Kraft, die sich dazu bekennt. Das ist die FDP." Nur die Liberalen stellten sich dem gängigen Linkstrend entgegen.

Viele Skeptiker erinnerten ihn an die Zeugen Jehovas, sagt Rösler: "Morgen geht die Welt unter, und wenn nicht morgen, dann übermorgen." Wer aber daran glaube, "der wird die Welt niemals gestalten können".

12:30 Uhr Rösler für die Umwelt

Das Wachstum sei jedoch "kein Fetisch". Für die Liberalen stünde "immer der Mensch" im Mittelpunkt, betont Rösler.

Und die Umwelt, die Umwelt! Das Prinzip der Nachhaltigkeit komme aus der Wirtschaft und sei "eben keine Erfindung grüner Gutmenschen." Nicht das Verbot von Plastiktüten mache die Welt umweltfreundlicher, sondern Innovationen.

12:36 Uhr Konservative Weltverbesserer sind unverantwortlich

"Am gefährlichsten aber ist, dass sich auch viele Konservative neuerdings zum Verzicht auf Wachstum bekennen", sagt Rösler. "Konservative Weltverbesserer wie Klaus Töpfer und Kurt Biedenkopf sind dafür bekannt. Irritiert hat mich aber, dass unser Finanzminister diese Kritik mittlerweile teilt. (...) Das ist unverantwortlich."

12:41 Uhr Saar-FDP bringt Jamaika-Koalition zum platzen

Mit der FDP ging es für sie nicht mehr weiter: Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer von der CDU hat die Jamaika-Koalition wegen liberaler Querelen aufgekündigt.

Mit der FDP ging es für sie nicht mehr weiter: Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer von der CDU hat die Jamaika-Koalition wegen liberaler Querelen aufgekündigt.

(Foto: dapd)

Während Rösler noch spricht, gibt es Neuigkeiten aus dem Saarland: Dort ist die schwarz-grün-gelbe Koalition wegen der FDP zerbrochen.

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer von der CDU teilte mit, die seit Monaten anhaltenden Zerwürfnisse innerhalb der FDP-Landtagsfraktion und der Saar-FDP seien nicht mehr länger mit der Verantwortung für die Zukunftssicherung des Landes vereinbar. Deshalb bestehe für sie keine Möglichkeit mehr, die Koalition mit der FDP bis zum Ende der Wahlperiode fortzusetzen.

Für Rösler ist es die nächste bittere Pille. Der Parteichef redet - davon unbeeindruckt - gegen den Mindestlohn an und preist die Rente mit 67.

12:50 Uhr Unruhe im Saal - Rösler redet unbeeindruckt weiter

Gemurmel im Saal - die Nachricht von der geplatzten Jamaika-Koalition im Saarland macht die Runde. Rösler redet weiter, ohne darauf einzugehen.

Gemurmel im Saal - die Nachricht von der geplatzten Jamaika-Koalition im Saarland macht die Runde. Rösler redet weiter, ohne darauf einzugehen.

(Foto: Getty Images)

Die Eilmeldung aus dem Saarland hat auch viele Liberale in Stuttgart erreicht. Vielerorts werden die Smartphones gezückt, es herrscht Unruhe im Saal.

Rösler spricht derweil über seine Kinder. Sie sollten einmal stolz darauf sein, "dass die FDP damit begonnen hat, Schulden abzubauen". Sie sollten sagen können: "Das war Papa". Dafür stehe seine Partei: "Deutschland schuldenfrei."

12:56 Uhr Vorratsdatenspeicherung? Hilft nicht!

"Wo Behörden versagt haben, helfen auch nicht mehr Daten", sagt Rösler im Hinblick auf den Rechtsterrorismus und die Rufe nach der Vorratsdatenspeicherung (VDS). Das ist eine klare Ansage , für die der Parteichef lauten Applaus erhält.

Bei Generalsekretär Döring hatte das noch etwas anders geklungen. Röslers Vorredner hatte von "Lösungen" zur VDS gesprochen und gesagt, im Zweifel stehe die FDP für Bürgerrechte. Der Parteichef will diese Zweifel offenbar gar nicht erst aufkommen lassen.

13:00 Uhr "Gemeinsam das Ruder rumreißen"

Wachstum war das

Wachstum war das

(Foto: Getty Images)

Wieder spricht Rösler über Wachstum, es ist das Leitmotiv seiner Rede. "Nur die FDP steht dafür, dass Wachstum auch morgen noch möglich ist. Das ist unser Thema, das ist unser Auftrag", ruft der Parteichef.

Jetzt komme es darauf an, dass "jeder von uns sich klar bekennt". "Gemeinsam reißen wir das Ruder rum!", ruft Rösler und beendet seine Rede nach genau 50 Minuten.

13:07 Uhr Freundlicher Applaus für Rösler

Es gibt langen freundlichen Applaus, die Leute stehen auch auf. Döring und Leutheusser-Schnarrenberger streiten sich darum, wer neben Rösler vor den Fotografen posieren darf. Die Justizministerin setzt sich durch und schiebt Döring in die Mitte - der stolpert auf dem Weg dahin beinahe stellt sich dann aber lächelnd hin. Gemeinsam mit Brüderle und Homburger posieren sie lange für die Kameras.

13:24 Uhr CSU hilft beim Überlebenskampf

Aus Wildbad Kreuth erhalten die Liberalen gönnerhafte Rückendeckung: Die CSU sichert ihrem angeschlagenen Berliner Koalitionspartner FDP Unterstützung beim Überlebenskampf zu. Ein Einlenken bei wichtigen Themen wie der Vorratsdatenspeicherung lehnen die Bayern aber ab.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer sagte, er wolle den Liberalen durch "kollegiales Verhalten" helfen. Dies könne aber nicht um den Preis geschehen, dass seine Partei eigenes Profil aufgebe.

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt betonte, die FDP müsse aus ihrer "schwierigen Situation selbst herauskommen". So müsse klar werden, wofür der Koalitionspartner stehe.

13:40 Uhr Händeschütteln und weiter geht´s

Das Dreikönigstreffen ist geschafft: Rösler hat seine Rede hinter sich gebracht.

Das Dreikönigstreffen ist geschafft: Rösler hat seine Rede hinter sich gebracht.

(Foto: REUTERS)

Erleichtertes Händeschütteln in der Führungsmannschaft: Außenminister Guido Westerwelle gratuliert seinem Nachfolger im Amt des Parteichefs.

Mit Röslers Problemen hat Westerwelle nun nicht mehr so viel tun, er reist an diesem Samstag nach Nordafrika.

13:47 Uhr Feuer für die FDP

Auch die CSU-Landesgruppe beendet ihre Klausur im oberbayerischen Wildbad Kreuth und erklärt 2012 zum Schicksalsjahr für Union und FDP.

CSU-Chef Seehofer sagte, die Chancen für einen weiteren Wahlerfolg von Schwarz-Gelb ergäben sich aus dem Verlauf dieses Jahres. "2013 entscheidet sich jetzt in diesem Jahr."

Bei dieser Einschätzung denke er besonders auch an die schwierige Lage der FDP. Die CSU habe "ein ganz großes Interesse, dass sich die FDP sowohl in Bayern als auch in Berlin stabilisiert".

Die CSU werde mit großer Leidenschaft mit den Bürgern über die Politik der schwarz-gelben Regierungen in Berlin und München diskutieren. Seehofer betonte: "Die CSU brennt." Er hoffe, dass es ab jetzt auch bei der FDP das für ein erfolgreiches Jahr notwendige Feuer gebe.