Viele Unternehmen sind mit der FDP von Guido Westerwelle eng verzahnt. Wie eng, das zeigt das Beispiel TellSell Consulting.
Wenn es in der FDP etwas zu feiern gibt, ist Frank Baumgärtner nicht weit. Der 47-Jährige führt die Geschäfte der TellSell Consulting GmbH, die in Frankfurt/Main und im schweizerischen Steuerparadies Zug sitzt, sowie Repräsentanzen in Wien und Peking hat.
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Die FDP und die "Networking Events" der Firma TellSell: Die Liberalen sind mit einigen Unternehmen eng verzahnt. (© Foto: AP)
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Der Fall Baumgärtner zeigt, wie gut eine einzelne Firma mit einer Partei verdrahtet sein kann - zum Nutzen beider Seiten. Von TellSell profitiert die FDP des Außenministers Guido Westerwelle. Hier hat sich ein Unternehmen - in Harmonie mit einigen Firmen - an der Peripherie einer Partei eingenistet. Und seit diese Partei Teil der Bundesregierung ist, stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Geschäfte noch besser florieren.
Baumgärtner hat viele gute Kontakte, die er gerne nutzt, um zugunsten der FDP Fundraising-Veranstaltungen zu organisieren. An solchen Abenden wird in lockerer Atmosphäre die Spendenbereitschaft möglicher Geldgeber erhöht. Am Firmensitz von TellSell, in direkter Nachbarschaft zur Frankfurter Universität, lädt der Experte für Telefonmarketing regelmäßig auf eigene Kappe zu solchen Euro-Terminen ein. Die FDP wird dabei von den Gästen gut mit Spenden bedacht.
Anfang 2006 gab sich FDP-Chef Guido Westerwelle bei einem von Baumgärtners Abenden selbst die Ehre. "100 Tage große Koalition - Eine erste Bilanz!", war das Thema im kleinen, erlesenen Kreis. Nach Westerwelles Vortrag habe sich ein "reger Gedankenaustausch" entwickelt, heißt es in einer TellSell-Mitteilung.
Im November 2007, kurz vor der Hessen-Wahl, war dann FDP-Finanzfachmann Hermann Otto Solms bei exquisitem Fingerfood zu Gast in der Reihe der Networking Events, wie die Geldsammeltermine bei TellSell heißen. Solms ist als Bundesschatzmeister der FDP zudem oberster Spendensammler seiner Partei. Das Fernziel des Solms-Abends wurde schon im Veranstaltungstitel deutlich: "Hessen wählt - Der Anfang vom Ende der großen Koalition?"
Die große Koalition war zwei Jahre später tatsächlich am Ende. Und der Beraterbetrieb TellSell hat dazu mit seinen knapp 50 Mitarbeitern einen bescheidenen Beitrag geleistet. Auch Westerwelle persönlich hat von der Hilfsbereitschaft Baumgärtners profitiert. Er saß bis zum 1. Oktober 2009 im vierköpfigen Beirat der TellSell Consulting. Dafür strich er - ausweislich seiner veröffentlichungspflichtigen Angaben auf der Bundestagswebsite - mindestens 7000 Euro im Jahr ein.
Erst Ende September 2009, kurz nach der Bundestagwahl, gab der Parteivorsitzende den Job auf. Da war es nicht mehr lange hin bis zum honorigen Außenministeramt.
Was genau Westerwelle für seinen Beiratsposten tun musste, ist nicht bekannt. Der liberale Politiker schweigt beharrlich zu solchen Details seines Geschäftstriebs. Auch TellSell-Geschäftsführer Frank Baumgärtner will auf telefonische Nachfrage von sueddeutsche.de öffentlich nicht Stellung nehmen. Doch auf der Internetseite seiner Firma lässt sich nachlesen: "Unsere Beiräte öffnen für Sie Türen und bringen Sie mit relevanten Ansprechpartnern zusammen."
Einer wie Westerwelle, der sich die Partei untertan gemacht hat, kann da durchaus behilflich sein.
Bei TellSell mischt, über mehrere Ecken, übrigens auch der einschlägig bekannte Reisefreund Cornelius Boersch mit, der inzwischen schon zweimal den Außenminister auf Tour begleitet hat. Boerschs Schweizer Beteiligungsfirma Mountain Super Angel AG ist über die BWS AG mit rund zehn Prozent an dem Unternehmen des FDP-Fundraisers Baumgärtner dabei.
Frank Baumgärtner, das leuchtende Beispiel
Der Marketingspezialist war mit den Jahren immer tiefer ins liberale Beziehungsgeflecht eingedrungen. Vorläufiger Höhepunkt: Bei der Feier zum 80. Geburtstag des FDP-Denkmals Hans-Dietrich Genscher im März 2007 im Sarrasani-Zelt am Berliner Hauptbahnhof mit mehr als 1500 Gästen trat TellSell als einer der Hauptsponsoren auf.
Im Dezember 2008 hielt Baumgärtner bei einer Veranstaltung der FDP-nahen Friedrich-Naumann Stiftung einen wegweisenden Vortrag. Thema: "Was politische Parteien vom Management in Unternehmen lernen können." Er beschreibt darin beispielsweise das ideale Parteimitglied: Es sollte ein "aktiver Sympathisant" sein, der "Zeit und Geld" spendet sowie als "Multiplikator bei Fundraising" arbeitet. Er ist immer auch ein bisschen Kunde und Dienstleister. Frank Baumgärtner ist dafür selbst ein leuchtendes Beispiel.
Das dürfte auch dem damaligen FDP-Bundesgeschäftsführer und Westerwelle-Intimus Hans-Jürgen Beerfeltz imponiert haben. Beerfeltz zählt zu den Mitinitiatoren des Bürgerfonds, den die Partei 2001 mit großen Zielen eingerichtet hat. Der Fonds ist eine Art Unterabteilung mit eigenem Geschäftsführer im Thomas-Dehler-Haus, der FDP-Parteizentrale in Berlin. Jeder Spendeneuro an den Bürgerfonds kommt direkt der FDP zugute. 2001 versprach Westerwelle noch, bis zur Bundestagswahl 2002 rund neun Millionen Euro einzusammeln. Die Rechnung ist nicht ganz aufgegangen. Im Superwahljahr 2009 sammelte der Fonds bei zusammen 4000 Spendern 2,1 Millionen Euro ein - ein einsames Rekordergebnis.
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Die 15% für die FDP bei der letzten Bundestagswahl und damit die Installierung von "Schwarz-Gelb" waren ein eindeutiger Irrtum der Bundesbürger. Dieser Irrtum kann bei der NRW-Wahl - wenigstens zum Teil - korrigiert werden. Noch versucht Frau Merkel ihr eigenes Fell mit außenpolitischen Scheinaktivitäten und - wie immer - mit BILDern bunter Jäckchen - also mit Mätzchen - zu retten. Doch es besteht Hoffnung, dass "die Bundesbürger in Alltagsfragen der Politik" hinzugelernt haben! Immerhin ist Frau Noelle-Neumann gerade im Alter von 90 Jahren gestorben und damit auch ihr Wort von der "Einfältigkeit der deutschen Bundesbürger!?!"
Das sind doch die Jungs die alles bereits abgeklärt haben was man den Deutschen vorsetzt - alles zum Ruhme von Banken, Versicherungen und eigener Tasche. Die setzen doch die Masstäbe wie und was und mit welchen Salamischeiben es geht.
Die Richter sind abgehoben ohne Sinn und ohne Verstand - ganz ohne Ursache und Wirkung.
Es kommt doch nicht auf den Wahrheitsgehalt an - nur wer am besten lügt und das Schauspiel beherscht. Ebensowenig auf die eigene Reptuation. Hauptsache drauf - Brot und spiele ziehen immer - alles eingestiehlt und in der eigenen Tasche klingelts.
Der Merkel ist doch das egal - es geht immer weiter - gele gele.
Damit ist eigentlich auch schon alles gesagt ... :-((
Gehört auch die FDP inzwischen zusammen mit CDU / CSU, SPD und auch weiten Teilen der Grünen längst zur neuen N L E P D - zur Neuen NeoLiberalen EinheitsPartei Deutschlands ...
gehört schon lange mal ausgiebig durchleuchtet. Mit dem Scheinwerfer!
Denn jedermann weiss zwar, dass Sponsoren ihre Ausgaben von den Steuern absetzen und somit auf unser aller Kosten sehr gezielt ihre eigene Klientel pflegen können bis hinein in höchste Staatsämter.
Aber wie genau dies abläuft und in welchem Umfang, das ist viel zu wenig bekannt. Die Sponsoring-Affäre des Herrn Rüttgers ist ja auch wohl eher öffentlich geworden durch die Dummheit eines Referenten, der nicht recht kapiert hat, wie Sponsoring auf die rechte Weise eingesetzt werden kann für klandestine Zwecke und warum man daher etwas diskreter vorgehen muss.
Dass die FDP als neoliberale Klientenpartei hier sehr viel geschickter und einträglicher für ihr Führungspersonal vorgeht, kann man voraussetzen, aber besser ist natürlich, wenn das mal detailliert aufgedröselt wird.
Zu hoffen ist, dass die SZ da richtig dran bleibt!!
daß man nichts mehr über die FDP liest. Ok ein Tag Pause darf schon mal sein. Die SZ muß ja ansonsten nachholen, was die anderen Zeitungen unterlassen.
und der Erdogan Artikel erst...
Paging