Mit ihrem Aufsatz "Wege zum Kommunismus" sucht Linken-Chefin Gesine Lötzsch die Nähe zu radikalen Kräften. Die Partei muss sich entscheiden: Will sie sich demokratisch aufstellen oder extremistische Kräfte hätscheln?
Stimmt schon, ein kommunistisches Manifest klingt anders. Gesine Lötzsch, die Vorsitzende der Linkspartei, hat einen Aufsatz geschrieben, in dem sie die Notwendigkeit einer raschen energetischen Sanierung des deutschen Gebäudebestandes herbeisehnt, den Ausbau hochwertiger öffentlicher Dienstleistungen verlangt und anderes, nicht eben Revolutionäres fordert.
Bild vergrößern
Die Linken-Vorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst müssen eine Grundsatzentscheidung treffen. (© dpa)
Anzeige
Verspräche sie nicht in der Überschrift "Wege zum Kommunismus", hätte ihr Aufsatz ebenso wenig Beachtung gefunden wie die meisten anderen Texte von Gesine Lötzsch. Nun aber können Linke und Öffentlichkeit wahlweise die Ungeschicklichkeit oder die Uneinsichtigkeit Lötzschs beklagen. Am besten gleich beides.
Ungeschickt war ihr öffentliches Auftreten seit ihrer Wahl im Mai. Sie fühlt sich umstellt von missgünstigen Medien und wittert hinter Kritik stets eine Kampagne - auch jetzt, da in den Chor der Entsetzten auch Mitglieder der eigenen Partei einstimmen.
Dabei hätte Lötzsch absehen müssen, welche Wirkung ihr Gerede von kommunistischen Wegen in West wie Ost entfaltet - zumal sie auch noch über die Verbrechen der Kommunisten schwieg. Unbelehrbar aber ist Lötzsch, weil sie die Nähe zu den linken Sekten sucht. Sie will vielleicht nicht den Kommunismus, aber sie möchte wenigstens all denen gefallen, die ihn wollen.
Die Linke, die in diesem Jahr über ein neues Grundsatzprogramm debattiert, wird eine Entscheidung treffen müssen. Sie kann versuchen, sich als demokratische und potentiell regierungsfähige Kraft zu etablieren. Oder sie kann wie bisher extremistische Kräfte hätscheln. Dieser Weg führt vielleicht nicht zum Kommunismus, mit Sicherheit aber ins politische Aus.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Streit um Kommunismus-Äußerung Lötzsch rudert zurück 05.01.2011
- Streit bei der Linken Wagenknecht wittert Ernst-Demontage 30.12.2010
- Linke im Streit Ramelow droht Ernst indirekt mit Putsch 29.12.2010
- Linken-Chef blickt zurück Klaus Ernst kämpft mit den Elementen 28.12.2010
- Die Linke: Führungsstreit Kampfansage gegen Ernst und Lafontaine 12.01.2011
- Richtungsstreit in der Linke Wege aus dem Kommunismus 12.01.2011
- Linken-Chef Klaus Ernst "Wir dürfen uns nicht selbst zerlegen" 11.01.2011
(SZ vom 07.01.2011/aum)
Russland unter Putin
Das glaube ich ganz und gar nicht. Wer sich, wie Fr. Lötzsch auf ein Podium setzt, auf dem u.a. Inge Viett, Ex?Terroristin und strafrechtlich nur teilweise abgeurteilte Mörderin - sie entzog sich ja dank Stasihilfe und verschwand hinter der Mauer - so äussert wie hier, letzten Dienstag - 3 x w und dann.jungewelt.de/2011/01-04/010.php?sstr=viett. Diese Frau Viett, von ihren guerrillösen Heldentaten nur eine hervorzuheben: Schüsse in Paris auf einen damals 35 jährigen Polizisten, der dann 19 Jahre im Rollstuhl sass und schlussendlich "dank" des versuchten Mordes an ihm, ihm Jahr 2000 verstarb. Gut, die Dame hat gfs. ihre Schuld "bezahlt", gut, sie darf auch an einem öffentlichen Leben teilnehmen, aber mit so etwas setzt sich kein seriöser Politiker auf ein Podium.
Und jene Viett, die dort von Aufständen und linken Organisationen faselt, die "klandestin" im Hintergrund zusammenarbeitend alle auf gewalttätige Aktionen hin-vorbereiten, sitzt neben Fr. Lötzsch - einer Abgeordneten des Bundestages! - jene ist nicht mehr mit dem "Tabubruch" zu versehen oder mit dem Mühen, um jeden Preis dievollen Tröge der Abgeordneterei zu erhalten. Spassig genug: vom Kommunismus zu faseln, aber sich wohl alimentieren lassen vom "Systemgegner". - Das sind mir "Querdenker" und Gesellschaftshelfer!
im Kommentar richtig geschrieben: Frau Lötzsch wollte einigen Extremisten gefallen und damit auch bei den vielen unbelehrbaren Pensionären aus DDR Zeiten punkten.
Die Linke sind immer noch (auch) ein Verband der Täter. Die Bundespräsidentenwahl und deren Begleitdiskussionen passen hier voll ins Bild.
Also, nachdem Sie selbst zugeben, nichts dergleichen zu wissen, dann frage ich mich schon, was für eine Taktik Sie hier verfolgen.
"Verspräche sie nicht in der Überschrift "Wege zum Kommunismus", hätte ihr Aufsatz ebenso wenig Beachtung gefunden wie die meisten anderen Texte von Gesine Lötzsch. "
... die sich von ein paar Reizworten zu hysterischem Gezeter hinreißen lassen.
Die Frau ist so uninteressant wie ein Sack Kartoffeln. Wenn man seine Partei vom Weg in die Bedeutunslosigkeit abbringen will, muß man mehr bieten als ein paar Phrasen.
Muss sofort verboten werden! Nur Kommunisten = Gegen das Grundgesetz! Weg damit - jetzt!
Paging