Er hat es niemandem gesagt, nicht einmal seiner Frau, dabei ist das doch ein Thema, über das man sich abends austauschen und erleichtern müsste, wenn man beruflich damit zu tun hat. Wenn es denn so war.

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Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe sieht "keinen Zusammenhang mit der Tätigkeit als Abgeordneter". Das kann zweierlei bedeuten. Entweder hat Tauss es aus Neigung getan, nicht zu Recherchezwecken. Oder die Staatsanwaltschaft meint mit ihrer Aussage, dass auch Abgeordnete nicht Privatermittler spielen dürften. Die Frage wird sie erst beantworten, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind.

Es ist nicht klar, was er beweisen wollte

Doch selbst wenn Letzteres der Fall wäre, ist nicht so ganz klar, was Tauss beweisen wollte. Es war alles eine ziemliche Dämlichkeit, wenn es keine Neigung war. Er habe sich als Abgeordneter 15 Jahre lang mit dem Internet beschäftigt, sagt Tauss, mit seinen Gefahren, und er habe Beispiele sammeln wollen für seine Vorträge.

Schlauer ist man durch seine Recherchen nicht wirklich geworden. Und wenn man der Logik des Abgeordneten Tauss folgt, dann müsste sich jeder Drogenexperte im Bundestag einmal Heroin spritzen und die, die sich mit Frauenhandel beschäftigen, müssten sich eine Hure kaufen, um zu sehen, wie das denn so geht.

In seinem persönlichen Umfeld sei jeder von seiner Unschuld überzeugt, sagt Tauss. Die Frauen in der Verwandtschaft hätten zu ihm gesagt: "Wir würden unsere Kinder wieder zu dir bringen." Und der Bürgermeister im benachbarten Bretten hat ihm angeboten, mit ihm über den Markplatz zu laufen. Damit die Leute sehen, wer zu ihm steht.

In den nächsten Wochen oder Monaten wird die Staatsanwaltschaft entweder Tauss vorschlagen, das Verfahren gegen eine Geldstrafe einzustellen. Oder es kommt zu einem Prozess. Tauss wollte erst die ganze Sache vor Gericht durchfechten, seine Unschuld beweisen. Mittlerweile ist er unschlüssig. Das Ganze koste viel Geld und Zeit. Und es ist auch nicht sicher, dass ein Richter sagen wird: Das war eine Privatermittlung, die aus dem Ruder gelaufen ist.

Denn letztlich, sagt Tauss selbst, sei es doch so, dass bei dieser Art des Vorwurfes immer etwas hängenbleibe, ein Zweifel. "Man kann den Leuten nicht in die Hose schauen", sagt Tauss. Er sitzt in seiner engen Wohnung, in seinem neuen Leben.

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  1. Zweikampf mit dem Zweifel
  2. "Es gilt die Unschuldsvermutung"
  3. Dauernd gibt es irgendwo einen Konflikt
  4. Sie lesen jetzt Ein Vorwurf, bei dem immer etwas hängenbleibt
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(SZ vom 22.06.2009/aho)