Demos in Berlin "Es gibt soviel blinden Hass auf der Welt. Warum?"

"Juden, erinnert euch!": Am Sonntag in Berlin-Neukölln demonstrieren Menschen gegen die Jerusalem-Entscheidung von Donald Trump und verbrennen dabei auch eine selbstangefertigte Flagge Israels.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Im Berlin des Jahres 2017 äußert sich Antisemitismus nicht nur auf Demos, sondern vor allem im Alltag. Eindrücke aus Neukölln, wo Juden schockierende Szenen erleben.

Von Thorsten Schmitz, Berlin

Die letzte Nacht hat Deborah Feldman kein Auge zugetan. Die New Yorker Bestsellerautorin lebt seit drei Jahren in Berlin, die Stadt ist ihre neue Heimat geworden. Aber es gibt Dinge, an die hat sie sich bis heute nicht gewöhnen können. An den Hass zum Beispiel. Vor dem Hass ist sie ja mal geflohen.

Feldman ist in der Gemeinde der ultraorthodoxen jüdischen Satmarer aufgewachsen, mitten in Brooklyn. Es war ein sektenartiges Leben, das sie brillant in ihrem Buch "Unorthodox" schildert. ...