Viele Alte, immer weniger Junge: Die aktuellen Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung sind besorgniserregend. Für Deutschland bedeuten sie einen Verlust an Vitalität und revolutionäre Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt. Die Rettung läge in einer klug gesteuerten Einwanderung, doch davon will die Politik nichts wissen.
Auf einem dünnen Stiel sitzt ein breiter Hut: Deutschland wird zum Fliegenpilz. Der Stiel steht für die Zahl der jungen Menschen, der breite Hut symbolisiert die Alten. Die rote Farbe signalisiert Gefahr. Auf Glückwunschkarten gilt ein Fliegenpilz als Glückssymbol. Beglückwünschen kann man Deutschland zu dieser Entwicklung aber nicht. In absehbarer Zeit kommen hierzulande auf einen arbeitenden Menschen zwei Rentner.
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In Deutschland droht ein gewaltiger Verlust an Vitalität. Wirtschaftskraft ist nur ein Teil davon. (© dpa)
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Wer blauäugig ist, kann sich darüber freuen: Mehr Luft! Auch geschrumpft wird ja das Land noch gut besiedelt sein, etwa so wie einst im Deutschen Reich. Aber damals hatte das Land einen anderen Bevölkerungsaufbau, einen, den man als Pyramide bezeichnet: Viele Junge, wenige Alte. Jetzt kommt es umgekehrt.
Auf den Arbeitsmarkt kommen daher revolutionäre Zeiten zu: Es werden sich bald nicht mehr die Arbeitskräfte bei den Betrieben, sondern die Betriebe bei den Arbeitskräften bewerben. Das klingt lustig, ist es aber nicht.
Wer soll, zum Beispiel, die Renten bezahlen? Wer soll die Wohnungen bewohnen, die jetzt, in Euro-Krisenzeiten teuer gekauft werden? Auf das Land kommen Lasten zu, von denen man nicht weiß, wie sie getragen werden sollen. Vor allem aber: Es droht ein gewaltiger Verlust an Vitalität. Wirtschaftskraft ist nur ein Teil davon.
Vielleicht hat es etwas mit dem Gift des Fliegenpilzes zu tun, dass diese Probleme zwar seit langem bekannt sind, aber keine Konsequenzen daraus gezogen wurden. Das Gift führt zur Bewusstseinstrübung und zur Realitätsverdrängung: Es gibt keine Demographiepolitik; es gibt nur Demographieberichte. Soeben ist wieder einer erschienen: Bis zum Jahr 2020 fehlen in Deutschland 6,5 Millionen Arbeitskräfte, davon 2,4 Millionen Akademiker. Und 2050 wird die arbeitende Bevölkerung nur noch halb so groß sein wie heute.
Gezüchtete Abwehrhaltung gegen Einwanderung
Was tun? Mit dem Hinausschieben des Rentenalters bis 67 oder später lassen sich die Probleme nicht ansatzweise aufhalten. Wissenschaftler schreiben sich seit fast dreißig Jahren vergeblich die Finger wund: Sie werben für eine klug gesteuerte Einwanderung; so ließen sich Probleme abpuffern. Aber Einwanderung gehört zu den Themen, die die Politik meidet wie der Teufel das Weihwasser.
Einwanderung ist eigentlich eine egoistische Angelegenheit: Da geht es nicht wie beim Asyl um Nächstenliebe, sondern um wirtschaftliche Interessen. Ein Land, das Einwanderer holt, holt sie nicht, um ihnen zu helfen; es holt sie, weil diese helfen sollen. Wenn Einwanderung trotzdem negativ belegt ist, liegt das daran, dass in Deutschland Abwehrhaltungen gezüchtet wurden.
Es half gar nichts, dass 1994 ein "Manifest der sechzig Professoren" warnte, in ein, zwei Generationen würden die "kritischen Untergrenzen demo-ökonomischer Stabilität unterschritten". Die jeweilige Regierungspolitik hatte mehr Angst vor den Wählern heute als vor den Problemen morgen. Politik verlangt aber: Zukunft gestalten. Wenn die Zukunft versaut ist, ist es mit der Gestaltung vorbei.
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(SZ vom 27.10.2011/feko)
sosehr ich Ihre Kommentare auch sonst schätze, bei der propagierten Zuwanderung muss ich Ihnen widersprechen. Sie fallen leider auf die Propaganda der Arbeitgeberverbände herein, wenn Sie von dem riesigen Bedarf an Arbeitskräften reden (angeblich 6,5 Millionen bis 2020).
Die Realität auf dem Arbeitsmarkt schaut leider anders aus: gesucht werden höchstens junge und billige Arbeitskräfte - am besten frisch von der Uni aber mit 20 Jahren Berufserfahrung.
Es gibt Millionen von Arbeitssuchenden, denen niemand mehr eine Chance gibt. Die staatliche Förderung für Hartz4-Bezieher finanziert höchstens Bewerbungstrainings am laufenden Band, aber eine fachliche Fortbildung ist praktisch ausgeschlossen.
In der IT-Industrie sind Sie mit 55 entweder in einer Leitungsposition oder auf dem Arbeitsmarkt absolut chancenlos. Ich kriege jedesmal eine Wut wenn ich das Märchen vom riesigen Fachkräftemangel lese.
Ach ja: haben Sie bei der SZ das Gefühl dass der Arbeitsmarkt für Journalisten leergefegt ist und keine brauchbaren Journalisten mehr verfügbar sind? Mir sind keine Stellenanzeigen der SZ aufgefallen...
...es ist wirklich die Hölle für und mit Kindern hier in Deutschland.
Wir Familien nagen alle am Hungertuch und sind total verblödet, weil wir den ganzen Tag nur vom Fernsehen verdummt und von den Politikern ausgebeutet werden. Früher gabs Pest, Kriege, Kindersterblichkeit 50%, Diktaturen, Armut, Hungersnöte, aber heute, heute ist ja alles sogar noch viiiiel schlimmer so daß man keinesfalls sich fortpflanzen sollte.
*Ironie aus*.
Zum Artikel: nicht schlecht, gerade im Verlust der Vitalität sehe ich durchaus auch ein erhebliches zukünftiges Problem, schlimmer noch vielleicht als die rein zahlenmäßige Entwicklung.
Ob allerdings eine massive Zuwanderung dieses Problem heute noch löst, wage ich zu bezweifeln. Leider ist nach meiner Einschätzung die Integrationskraft und auch Attraktivität Deutschlands längst nicht mehr so hoch, als daß hierdurch eine nachhaltige Aufrechterhaltung der bisher (recht erfolgreichen) gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse gelingen könnte.
Wer hat denn Hier noch Lust Kinder in die Welt
zu setzen ? Kinder sind hier in Deutschland
Luxus geworden.Nein es ist wichtiger in Irgend
welche korrupte Staaten unser sauer verdientes
Geld zu stecken als eine Kinderfreundliche
Umgebung zu schaffen.
Ich habe mich bewusst gegen Kinder entschieden.
Ich habe absolut keine Lust das meine Kinder in
einem Land aufwachsen das gezielte Volksverblödung
durchs Privatfernsehn betreibt,die Arbeiterschaft ausbeutet
und zum Schluss dem Rentner auch noch an den Geldbeutel
geht.
Von mir aus kann Deutschland zur Hölle fahren.
Wir sind einzigen Rindviecher die Ihren Schlächter selbst Wählen.
Wir habens nicht anders verdient.
Ich Arbeite nun seid 33 Jahren Unterbrechungsfrei.
Wenn ich die Rentenbescheide der BFA bekomme dann frage
ich mich wie dieses unfähige Politpack das absolut NICHTS auf die Reihe bekommt einen derart hohen Pensionsanspruch genießt.
Wir brauchen keine Zuwanderung sondern eine Regierung
die uns das Kinder Kriegen und deren Bildung wieder Erträglich macht.
Und Sie Herr Prantl, was für Drogen nehmen Sie eigendlich ?
In welcher Umlaufbahn schweben Sie eigendlich ?
Ich hoffen das Occupybewegung alle Menschen in Deutschland erreicht
und dem Politpack und Bänkern zeigt wo der Hammer hängt.
Dem Land gehen die Banklehrlinge aus.
„Es werden sich bald nicht mehr die Arbeitskräfte bei den Betrieben, sondern die Betriebe bei den Arbeitskräften bewerben. Das klingt lustig, ist es aber nicht.“
Ach Herr Prantl. Wann meinen Sie ist bald? Wenn die heute Jungen in Rente gehen?
„Sie werben für eine klug gesteuerte Einwanderung; so ließen sich Probleme abpuffern.“
Ach Herr Prantl. Was meinen Sie wer bei den Niedriglohn noch nach Deutschland will?
Beide Sätze deuten auf einen Mann der sich immer weiter von der Wahrheit des Bürgerlebens entfernt. Kein Wort von der Wichtigkeit der BILDUNG für die die da sind! Nur der sofortige Beginn jeden Euro in die Bildung zu stecken und nicht in ein Fass ohne Boden kann die drohenden Schwierigkeiten „abpuffern.“
Der Weg Deutschland zum Niedriglohnsektor zu machen um der Groß-Wirtschaft vom immer mehr Gewinne generieren um das Monopolstreben mitzumachen wird nicht mehr Menschen aus dem Ausland nach Deutschland holen.
Nur wenn die Politik endlich begreift mehr Geld in eine neu gestaltete Bildungslandschaft zu stecken und die Großwirtschaft ihre „Niedriglöhne“ abschaft wie dauerhafte Arbeitsplätze generiert kann die Zukunft noch gestaltet werden.
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