Castor-Transport Chronik einer Zugfahrt

Am Freitag startete der Castor-Transport im französischen Valognes seine Reise nach Gorleben. Wie die Reise bislang verlief und wie sich die Menschen im Wendland auf die Demonstrationen vorbereiten - eine Chronik.

Freitag, 14.24 Uhr - Valognes: Der Castor-Transport mit elf Behältern mit hoch radioaktivem Atommüll startet in Frankreich Richtung Gorleben. Der Zug ist mit 40 bis 50 Stundenkilometern unterwegs.

Entgleisung im Wendland

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Freitag, 16.06 Uhr - Caen: Der Transport wird in Frankreich zum ersten Mal gestoppt. Fünf Atomkraftgegner haben sich an die Gleise gekettet.

Freitag, 19.15 Uhr - Caen: Die Polizei entfernt die Demonstranten von den Gleisen. Mit knapp drei Stunden Verspätung rollt der Zug weiter.

Samstag, 09.45 Uhr - Splietau: Gregor Gysi, Fraktionschef der Linken im Bundestag, startet im Wendland auf einem orangefarbenen Traktor zur Trecker-Demo.

12.15 Uhr - Bonn: Kanzlerin Angela Merkel warnt die Atomkraftgegner davor, die Castor-Strecke zu "entschottern" - also Steine aus dem Gleisbett zu nehmen. Dies sei ein "Straftatbestand".

13.36 Uhr - Dannenberg: "Ärzte"-Sänger Bela B und Autorin Charlotte Roche nehmen an der zentralen Anti-Atom-Demo teil.

13.54 Uhr - Kehl: Der Castor-Transport erreicht Deutschland über Baden-Württemberg. Kurz zuvor war die Route geändert worden, weil in Berg/Rheinland-Pfalz Demonstranten die Gleise besetzt hatten.

14.28 Uhr - Dannenberg: Atomkraftgegner sprechen von 50.000 Teilnehmern bei der zentralen Demo gegen den Castor. Die Polizei zählt zunächst etwas mehr als 20 000.

14.45 Uhr - Splietau: Es kommt zum ersten Einsatz von Schlagstöcken und Tränengas durch die Polizei. Demonstranten wollen eine Straße unterhöhlen, über die der Castor später rollen soll.

16.30 Uhr - Kehl: Der Castor-Zug wird kurz hinter der Grenze für die Weiterfahrt vorbereitet. An einer Brücke über der Strecke hängen in der Nähe zwei Greenpeace-Kletterer.