Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble "Die Rückkehr sollte der Normalfall sein"

Keiner im Bundeskabinett ist so lange dabei wie Wolfgang Schäuble. Der gebürtige Freiburger reiht seit Jahrzehnten ein Spitzenamt an das andere: Kanzleramtsminister, Fraktionsvorsitzender, Parteichef, zweimal war er Innenminister, seit 2009 leitet er das Finanzministerium.

(Foto: Regina Schmeken)

Wie der Minister nach Kriegsende mit Syrern in Deutschland verfahren will und warum er Verständnis für Ungarn hat.

Interview von N. Fried und C. Gammelin

SZ: Herr Minister, Sie sind seit mehr als vierzig Jahren Politiker, können Sie sich an eine der jetzigen Flüchtlingskrise vergleichbare Situation erinnern?

Schäuble: Nein. Aber in Wahrheit erleben wir natürlich etwas, was wir lange schon in vielen Reden, Untersuchungen und Büchern beschrieben und abgehandelt haben, nämlich die Globalisierung mit gewaltigen Herausforderungen.

Wenn Flüchtlinge ein Ergebnis der Globalisierung sind, heißt das, dass der Zustrom anhalten wird?

Wir wussten, dass seit Jahren auf der Welt viele Millionen Flüchtlinge unterwegs sind. Sie waren ...