Heikle Mission im Mittelmeer Syrische Chemiewaffen sind vernichtet

Auf dem US-Marineschiff Cape Ray wurden 600 Tonnen syrische Chemikalien zur Produktion von Chemiewaffen vernichtet.

(Foto: dpa)

Kein Land wollte die gefährliche Fracht übernehmen, da wurde sie auf offener See unschädlich gemacht: 600 Tonnen Chemikalien aus syrischen Beständen zur Produktion von Chemiewaffen sind auf einem US-Schiff vollständig zerstört worden.

  • Alle von Syrien deklarierten Bestände zur Produktion von Chemiewaffen sind vollständig zerstört. 600 Tonnen Chemikalien wurden auf offener See zerstört.
  • Die Beseitigung der Chemiewaffen hatte Anfang Juli im Mittelmeer begonnen, da zuvor eine Entsorgung an Land von allen angefragten Drittstaaten abgelehnt worden war.
  • Die schwach toxischen Überreste wurden in zwei Spezialanlagen in Niedersachsen und Finnland beseitigt.

Abschluss einer heiklen Mission

Alle von Syrien deklarierten Bestände zur Produktion von Chemiewaffen sind auf einem amerikanischen Spezialschiff im Mittelmeer vollständig zerstört worden. 600 Tonnen Chemikalien zur Herstellung des Giftgases Sarin und von Senfgas wurden "auf offener See neutralisiert", wie das Pentagon mitteilte. US-Präsident Barack Obama sprach von einem Meilenstein im Kampf gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen. Vom Abschluss der Mission gehe "eine klare Botschaft aus, dass der Gebrauch dieser abscheulichen Waffen Folgen hat und von der internationalen Gemeinschaft nicht toleriert wird", erklärte Obama. Allerdings müssten die USA auch weiterhin streng darüber wachen, dass Syrien seine verbliebenen Produktionsstätten für Chemiewaffen ebenfalls zerstöre.

Beseitigung auf See, Entsorgung in Niedersachsen und Finnland

Die Beseitigung der giftigen Chemikalien an Bord des Marineschiffs hatte Anfang Juli im Mittelmeer begonnen, da zuvor eine Entsorgung des Gefahrenguts an Land von allen angefragten Drittstaaten abgelehnt worden war. Die chemischen Kampfstoffe wurden im Zuge des Hydrolyse-Verfahrens mit heißem Wasser und verschiedenen Zusatzstoffen unschädlich gemacht. Die nur noch schwach toxischen Reste wurden anschließend in Tanks gefüllt und in zwei Spezialanlagen im niedersächsischen Munster und in Finnland beseitigt. Die US-Streitkräfte versicherten, dass bei dem Prozess keine Giftstoffe ins Mittelmeer gelangt seien.

Der Hintergrund

Syriens Präsident Assad hatte im Oktober 2013 der Vernichtung sämtlicher chemischer Kampfstoffe unter Aufsicht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) zugestimmt, nachdem die USA wegen eines Giftgasangriffs mit bis zu 1400 Toten nahe Damaskus mit einem Militärangriff gedroht hatten. Wegen der Kämpfe im syrischen Bürgerkrieg verzögerte sich der Einsatz zur Verschiffung und Zerstörung der Chemiewaffen immer wieder. Insgesamt wurden 1300 Tonnen chemischer Kampfstoffe außer Landes geschafft.

US-Luftfahrtbehörde verbietet Linienflüge über Syrien

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat amerikanischen Fluggesellschaft verboten, Syrien zu überfliegen. Der anhaltende Bürgerkrieg dort stelle eine ernsthafte Gefahr für die zivile Luftfahrt dar, teilte die Behörde mit. Sie verwies auf Extremistengruppen in Syrien, die über Luftabwehr-Raketen verfügten. Die FAA hatte zuvor vor Flügen über dem Land gewarnt.