Bürgerkrieg in Syrien Rebellen erhalten Waffenlieferung aus dem Ausland

Eine erste Lieferung moderner Waffen sei angekommen, berichten syrische Rebellen, die gegen Machthaber Assad kämpfen. Der "Los Angeles Times" zufolge bilden US-Soldaten schon seit dem vergangenen Jahr in Syriens-Nachbarland Jordanien die Aufständischen aus. Die Unterstützung der syrischen Opposition wird beim Vorbereitungstreffen der Syrienkonferenz in Doha Thema sein.

Die syrischen Rebellen haben für ihren Kampf gegen Machthaber Baschar al-Assad nach eigener Darstellung eine erste Lieferung moderner Waffen aus dem Ausland erhalten. "Die hochqualitativen Waffen samt Munition sind eingetroffen und bereits an die Rebellen an verschiedenen Fronten innerhalb Syriens verteilt worden", sagte Luai al-Mokdad, Logistikexperte der Freien Syrischen Armee (FSA). Woher die Lieferung stammte, wurde nicht gesagt.

Nach Al-Mokdads Darstellung wollten "Arabische Länder und verbündete Staaten" weitere Waffen liefern. Die USA haben erst vor kurzem Waffenlieferungen an die Rebellen angekündigt. Die Los Angeles Times berichtete unterdessen, der US-Geheimdienst und amerikanische Spezialeinheiten bildeten bereits seit dem vergangenen Jahr syrische Rebellen in Lagern in der Türkei und Jordanien aus.

Jay Carney, Sprecher des Weißen Hauses, wollte den Bericht nicht kommentieren und lehnte auch ab, Details zu den geplanten Waffenlieferungen an die Rebellen zu nennen. "Ich kann nicht jeden Punkt dieser Hilfe auflisten." Er betonte lediglich, dass die USA den Umfang ihrer Unterstützung erhöhen wollten. Die Rebellen wollten heute beim Treffen der Außenminister der Syrien-Kontaktgruppe im Golfstaat Katar weitere Waffenlieferungen ansprechen. "Wir werden diese Frage vor allem im Gespräch mit den Ländern ansprechen, die bisher zurückhaltend sind", sagte Al-Moktar.

Die Außenminister treffen sich in Katar zur Vorbereitung der Syrienkonferenz

Im Gegensatz zu den USA und Großbritannien hat sich Deutschland bisher klar gegen solche Waffenlieferungen ausgesprochen. Bisher liefert lediglich Russland Waffen an Syrien - allerdings an die Regierungstruppen. Moskau ist enger Verbündeter des Regimes, beruft sich bei den Waffenlieferungen stets auf "bestehende Verträge" und protestiert vehement gegen Waffenlieferungen an die Rebellen.

Bei dem Treffen in Doha wollen Außenminister Guido Westerwelle und seine Kollegen vor allem die geplante Syrienkonferenz in Genf vorbereiten, für die es immer noch keinen Termin und keinen festen Teilnehmerkreis gibt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte in Berlin, Thema sei auch eine weitere Stärkung der Nationalen Koalition der syrischen Opposition, damit diese auf Augenhöhe mit dem Regime verhandeln könne. Unter den Teilnehmern sind auch US-Außenminister John Kerry und dessen türkischer Kollege Ahmet Davutoglu.

Auf dem G8-Gipfel in Nordirland hatten sich die westlichen Länder mit Russland auf die Forderung nach einer Übergangsregierung für Syrien verständigt. Über die Zukunft des Präsidenten Baschar al-Assad gibt es aber weiter keine Einigung. Zu der "Kerngruppe der Freunde des Syrischen Volkes" gehören die USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Ägypten, die Türkei, Saudi-Arabien, Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Gastgeber Katar.