Bürgerkrieg in Syrien Israel will Grenzzaun auf den Golanhöhen errichten

Das Regime in Damaskus ist geschwächt, die Lage in Syrien instabil - im Nachbarstaat Israel wächst deshalb die Furcht vor islamistischen Terroristen und illegalen Einwanderen aus dem Bürgerkriegsland. Ministerpräsident Netanjahu plant nun den Bau einer befestigten Grenzanlage auf den Golanhöhen.

Wegen der unsicheren Lage in Syrien will Israel eine neue befestigte Grenzanlage auf den Golanhöhen bauen. Das kündigte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntag an, wie israelische und britische Medien meldeten.

Das syrische Regime sei sehr instabil, sagte der Staatschef am Sonntag bei seiner wöchentlichen Kabinettssitzung. Israel sei besorgt darüber, was mit dem Chemiewaffen-Arsenal des Landes geschehe.

Die syrische Armee habe das Grenzgebiet zu Israel verlassen, sagte Netanjahu. An ihre Stelle seien "globale Dschihadkämpfer" getreten, wie Israel offiziell vom Terrornetzwerk al-Qaida unterstützte Kräfte nennt. Netanjahu bekräftige seine Absicht, die Grenze sowohl gegen illegale Übertritte als auch gegen terroristische Übergriffe schützen zu wollen.

Einen ähnlichen Zaun hat Israel bereits an seiner südlichen Grenze zu Ägypten errichtet. Er steht kurz vor der Fertigstellung und soll vor allem illegale Einwanderer abwehren. "Wir beabsichtigen, einen identischen Zaun zu errichten, mit ein paar Anpassungen an das Gelände auf den Golanhöhen", sagte der israelische Staatschef.

Israel hatte die Golanhöhen im Sechstagekrieg 1967 besetzt und später annektiert - ein Schritt, der von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt wurde. Obwohl Syrien und Israel offiziell nie Frieden geschlossen haben, blieb es im Grenzgebiet in den vergangenen Jahrzehnten weitgehend friedlich.