Brexit Frankreich droht Briten: Wenn Brexit, dann Flüchtlingsstrom

"An dem Tag, an dem sich die Beziehungen auflösen, wird es keine Migranten mehr in Calais geben", sagt Frankreichs Wirtschaftsminister Macron.

Frankreich hat Großbritannien vor einem EU-Austritt gewarnt. Frankreich könnte in diesem Fall seine Grenzkontrollen vor dem Kanaltunnel in Calais beenden, so dass Migranten ungehindert nach Großbritannien gelangen könnten, sagte Wirtschaftsminister Emmanuel Macron der Zeitung Financial Times. Außerdem könnte Großbritannien den Vollzugang zum gemeinsamen Markt verlieren, sagte der Minister vor dem britisch-französischen Gipfel am Donnerstag in Amiens.

"An dem Tag, an dem sich die Beziehungen auflösen, wird es keine Migranten mehr in Calais geben", warnte Macon. Bisher führt Frankreich in Calais Grenzkontrollen durch und hält so Flüchtlinge vom Weg nach Großbritannien ab. Mit Blick auf den gemeinsamen Markt sagte Macron: "Wer sich entscheidet, den gemeinsamem Markt zu verlassen, wird nicht in der Lage sein, die gleichen Bedingungen zu garantieren."

Die Briten müssen am 23. Juni in einem Referendum entscheiden, ob sie in der EU bleiben oder austreten wollen. Der Ausgang der sogenannten Brexit-Abstimmung ist offen. Premierminister David Cameron hatte zuletzt ein EU-Reformpaket mit den anderen Mitgliedsstaaten ausgehandelt, das seinem Land mehr Freiheit etwa bei Sozialleistungen für andere EU-Bürger gibt. Auf Basis dieser Reformen wirbt er nun für eine weitere EU-Mitgliedschaft seines Landes. Er hat aber auch in der eigenen Partei Widersacher, die sich für einen Austritt starkmachen.

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