Bewerbung als Vize-Parteichef NRW-Landeschef Lindner will zurück in die Bundespolitik

Er will sich jetzt wieder stärker auf Bundesebene einmischen: Christian Lindner, der nordrhein-westfälische FDP-Landeschef hat seine Kandidatur für das Amt des Vize-Parteichefs angekündigt. Auf Fragen nach seinem Verhältnis zu FDP-Chef Rösler wiegelt er ab: "Wir hatten nie ein menschliches Zerwürfnis".

Ist das der Rückzug vom Rückzug? Christian Lindner, der nordrhein-westfälische FDP-Landes- und Fraktionschef, will sich künftig wieder stärker in die Bundespolitik einmischen. Deshalb hat er seine Kandidatur für einen der bisher drei Vizeposten in der Bundespartei erklärt, wie die Welt am Sonntag berichtet.

"Der geschäftsführende Landesvorstand der nordrhein-westfälischen FDP hat mich als stellvertretenden Parteivorsitzenden nominiert. Darum bewerbe ich mich", sagte Lindner. Als Vorsitzender des größten FDP-Landesverbands werde er sich wieder stärker in Berlin einbringen.

Lindner hatte Ende 2011 aus der Bundespolitik zurückgezogen. Damals war er überraschend als Generalsekretär zurückgetreten - Gerüchten zufolge vor allem deshalb, weil es inhaltliche Differenzen mit Parteichef Philipp Rösler gab.

Dass der FDP-Vorsitzende noch immer Rösler heißt, hält Lindner nun allerdings nicht von einer Rückkehr an die Parteispitze ab. "Wir hatten nie ein menschliches Zerwürfnis. Ich hatte politische Gründe, warum ich Philipp Rösler die Möglichkeit eröffnet habe, für sich einen neuen Generalsekretär zu bestimmen", sagte Lindner.

Der 34-Jährige gilt bei den Liberalen als einer der wenigen, denen zugetraut wird, die Partei aus ihrer seit Jahren währenden Dauerkrise zu führen. Im vergangenen Jahr hatte er in Nordrhein-Westfalen die Liberalen als Spitzenkandidat innerhalb weniger Wochen von zwei Prozent in den Umfragen auf ein Ergebnis von 8,6 Prozent bei der Landtagswahl gebracht. Lindner gilt vielen auch als geeigneter Parteichef für die Ära nach Rösler.

Seine Wahl beim Parteitag in zwei Wochen in Berlin gilt als sicher. Auf die Frage, welche Rolle er als Stellvertreter spielen wolle, antwortete Lindner: "In der Politik werden im Moment ja gerne Fußballmetaphern verwendet. Deshalb: offensives Mittelfeld. Das heißt, dass ich gute Vorlagen geben möchte."

In Röslers Umfeld hieß es am Freitag, der Parteichef begrüße Lindners Bereitschaft, sich wieder stärker in die Führung der Bundespartei einzubringen. Rösler habe in den vergangenen Wochen viele Gespräche mit führenden Liberalen geführt, um ein starkes Wahlkampfteam hinter Spitzenkandidat Rainer Brüderle und ihm selbst zu versammeln.