Berichte von Aktivisten Mehr als 45 Tote bei Armee-Einsatz in Syrien

Syrische Aktivisten melden weitere Bombardierungen und Hinrichtungen. Ihren Informationen zufolge sind bei einem Angriff der Armee mindestens 45 Menschen getötet worden. Menschenrechtler werfen dem Assad-Regime vor, Zivilisten bewusst zu attackieren.

Bei einem Armee-Einsatz im Süden von Syrien sind nach Angaben von Aktivisten zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Bei Kämpfen, Bombardierungen und Hinrichtungen in zwei Dörfern in der Provinz Daraa seien am Mittwoch mindestens 45 Menschen getötet. Das erklärte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die in London ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Informantennetzwerk in Syrien.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft der syrischen Luftwaffe unterdessen "willkürliche, in einigen Fällen auch gezielte" Angriffe auf Zivilisten vor. Allein seit Juli 2012 seien mehr als 4300 Zivilisten von der Luftwaffe getötet worden, schreibt sie in einem in New York vorgestellten Bericht.

Die Angriffe stellten schwere Verstöße gegen das Kriegsrecht dar, heißt es in dem 80-seitigen Dokument. Der Bericht basiert auf Recherchen an 50 Orten in Syrien, die von der Opposition kontrolliert werden. Zudem seien Interviews mit mehr als 140 Augenzeugen und Opfern geführt worden.

Der Bürgerkrieg in Syrien hatte im März 2011 mit einer Revolte gegen die Führung von Staatspräsident Baschar al-Assad begonnen. Die UN teilte im Februar mit, dass seitdem mehr als 70.000 Menschen getötet worden seien. Die Zahl der Flüchtlinge wird inzwischen auf etwa 1,3 Millionen geschätzt.