Ausländerfeindliche Hetze Freikirchenprediger nennt Flüchtlinge "räuberische Horden"

  • Ein Prediger einer Freikirche in Riedlingen hat mit fremdenfeindlichen Aussagen für Empörung gesorgt.
  • Er sprach von "bürgerkriegsähnlichen Zuständen", die durch Flüchtlinge drohten.
  • Der Bürgermeister von Riedlingen und der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden distanzierten sich von den Äußerungen.

Hetze gegen Flüchtlinge

Mit polarisierenden Äußerungen zu Flüchtlingen hat der Pastor einer Evangelischen Freikirche in Riedlingen (Kreis Biberach) heftige Kritik auf sich gezogen. Der Mann hatte unter anderem von einer "illegalen, zum Teil sogar gewaltsamen Invasion" gesprochen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wolle das deutsche Volk in "bürgerkriegsähnliche Zustände" steuern.

"Jesus hat definitiv nicht davon gesprochen, dass wir unser Land von einfallenden räuberischen Horden ausplündern lassen müssen", sagte der Pastor in einer Predigt, die als Tondatei auf der Webseite der Freikirche veröffentlicht wurde. Mehrere Medien hatten darüber berichtet. Der Pastor und die Gemeindeleitung waren für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Der Bürgermeister von Riedlingen, Marcus Schafft (CDU), betonte am Freitag, dass der Freikirchler nicht für die Stadt spreche. In Riedlingen gebe es "unheimlich viele Menschen, die sich sozial engagieren. Da passt diese Äußerung überhaupt nicht ins Bild. Das ist ein Kontrapunkt, der meines Erachtens nicht die Meinung der Bürger in Riedlingen widerspiegelt."

Inzwischen ermittle auch die Staatsanwaltschaft gegen den Pastor, sagte Schafft. Die Äußerungen seien eine "Extremposition", deren Zulässigkeit geprüft werden müsse. Eine Sprecherin der Behörde konnte die Ermittlungen am Freitag nicht bestätigen. Gegenüber dem SWR wies die Staatsanwaltschaft jedoch darauf hin, dass ein Ergebnis der Untersuchungen frühestens bis Jahresende zu erwarten sei. Sollte der Tatbestand der Volksverhetzung zutreffen, drohe eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), zu dem die Freikirche in Riedlingen gehört, distanzierte sich von den Äußerungen des Pastors.

Die Stadt Riedlingen hatte im September schon einmal Schlagzeilen im Zusammenhang mit Flüchtlingen gemacht: Unbekannte hatten ein Flüchtlingsheim und eine Moschee mit Hakenkreuzen beschmiert, in einer Asylbewerberunterkunft brannten zwei Mülltonnen. Verletzt wurde niemand.

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