Irans Regierung beschließt den Bau von zehn neuen Anlagen zur Urananreicherung. Damit verschärft Teheran den Konflikt mit dem Westen um sein umstrittenes Nuklearprogramm erheblich.
Iran will laut einem Beschluss des Kabinetts von Präsident Mahmud Ahmadinedschad eine Reihe neuer Atomanlagen bauen. Damit verschärft Teheran erheblich den Konflikt mit dem Westen um sein umstrittenes Nuklearprogramm. Teheran reagiert laut einem iranischen Diplomaten mit dem Beschluss auf eine gegen das Land gerichtete Resolution, die der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA am Freitag in Wien beschlossen hatte.
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Die Regierung um Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat ihre Atomenergiebehörde beauftragt, zehn neue Urananreicherungsanlagen zu errichten. (© Foto: dpa)
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Die amtliche Nachrichtenagentur Irna berichtete, die Regierung habe ihre Atomenergiebehörde beauftragt, zehn neue Urananreicherungsanlagen zu errichten. Mit dem Bau von fünf dieser Anlagen solle noch in den nächsten zwei Monaten begonnen werden, auch die Standorte für die weiteren Nuklearfabriken sollten bis dahin ausgewiesen werden.
Die neuen Einrichtungen sollen die gleiche Größe wie die bereits in Betrieb befindliche Anlage in Natans haben. Dort sind derzeit etwa 8700 Gasultrazentrifugen zur Urananreicherung installiert, die verbunkerten Hallen sind nach iranischen Angaben auf 50.000 der Maschinen ausgelegt. Der Experte David Albright vom unabhängigen "Institute for Science and International Security" sagte jedoch, er bezweifele, dass Iran genügend Material für den Bau der zusätzlichen Zentrifugen habe.
Iran will zudem laut Berichten staatlicher Medien selbst Uran auf einen Anreicherungsgrad von 20 Prozent bringen. Das Kabinett werde am Mittwoch über einen entsprechenden Plan beraten, hieß es. Iran hatte die IAEA um die Vermittlung derartigen Brennstoffs gebeten, der für den Betrieb eines Forschungsreaktors in Teheran gebraucht wird. Dort stellt Iran radioaktive Substanzen für medizinische Zwecke her.
Die IAEA hatte einen Entwurf für einen entsprechenden Vertrag zwischen Iran sowie Russland und Frankreich unterbreitet. Demnach hätte Iran den Großteil seines Uranvorrats ins Ausland liefern und im Gegenzug dafür die Brennelemente erhalten sollen. Teheran hatte dies aber abgelehnt und Bedingungen gestellt, die weder die IAEA noch Frankreich akzeptieren konnten, ebenso wenig wie die USA, die im Hintergrund den Vertrag mitentworfen hatten.
Iran würde mit diesem Schritt die Zeit verkürzen, die das Land im Krisenfall brauchen würde, um das nötige Material für eine Atombombe herzustellen. Statt drei bis sechs Monate würden dann wenige Wochen ausreichen. Für Atomwaffen muss der Anteil des spaltbaren Isotops Uran 235 auf mehr als 90 Prozent erhöht werden. Je höher der Ausgangsstoff dafür angereichert ist, desto schneller ist daraus Bombenstoff zu gewinnen. Bisher hat Iran nur auf etwa vier Prozent angereichert, das Niveau, das zur Nutzung in Atomkraftwerken benötigt wird.
Teheran hatte bereits damit gedroht, selber auf 20 Prozent anzureichern, falls es keine Brennelemente aus dem Ausland erhält. Das Land ist nach Ansicht von Experten aber nicht in der Lage, die Brennstäbe für den Reaktor selber zu fertigen.
Iran hatte gefordert, das Uran bis zur Lieferung der Brennstäbe im Land behalten zu dürfen. Die IAEA und der Westen bestanden auf der Ausfuhr, weil Iran damit für Monate nicht mehr genug Uran besessen hätte, um eine Atomwaffe bauen zu können. Dafür sind als Ausgangsmaterial etwa 1500 bis 2000 Kilogramm leichtangereicherten Urans nötig, Iran besitzt laut dem jüngsten IAEA-Bericht etwa 1800 Kilogramm von dem Stoff.
Das iranische Parlament forderte zuvor die Regierung auf, das Atomprogramm "ohne jede Verzögerung fortzusetzen". Der IAEA-Gouverneursrat hatte am Freitag in einer Resolution verlangt, Iran müsse den Bau seiner zweiten, lang geheim gehaltenen Anreicherungsanlage in Fordo sofort stoppen.
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(SZ vom 30.11.2009/dmo)
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Toni64 am 30.11.09, um 10:34 Uhr: Ach... es ist eine kleine aber mächtige Lobby in den USA, die wiederum über die USA nahezu die ganze Welt beherscht... über welche Lobby ich rede kann sich glaube ich jeder denken... jeder hat Angst vor dieser Lobby, ein kritisches Wort, und die politische Karriere ist zuende.... wer wirklich mal hinter die Kulissen blickt... kann das leicht erkennen... andere sprechen das nach, was ihnen andere vorplappern...
Meine Meinung !
Es ist nicht nachvollziehbar, daß die Moderation solche antisemitischen Kommentare veröffentlicht.
Erneut möchte ich darauf hinweisen, dass es mir um die fragliche Redlichkeit der westlich studentischen Unterstützung für die Befreiungskämpfe in fernen Ländern geht.
Und auch wenn es Sie nicht persönlich betrifft: Pol Pot, Mao und Ho Chi Minh waren Ikonen der Studentenbewegungen. Und das macht den postulierten hehren Anspruch dieser Bewegungen so fragwürdig.
Das damalige Vorgehen der USA, über das es ein eigenes Schwarzbuch geben sollte (sofern es dies nicht schon längst gibt), ist ein eigenes, grosses Kapitel, kein Zweifel.
Erstens müssen Sie schon erklären, mit welchem Recht die USA die demokratisch gewählte Volksvertretung in Persien weggeputscht und durch den brutalen Diktator Schah Reza Pahlevi ersetzt hat. Was war denn - bitte - so schrecklich an dieser demokratisch gewählten Volksvertretung? Was war denn so schrecklich an der lupenrein demokratisch gewählten Volksvertretung in Chile, dass sie von den USA weggeputscht und durch den blutrünstigen Diktator Pinochet ersetzt wurde?
Zweitens ich bin weder ein Fan von Mao oder Pol Pot. Was man aber von den USA nicht 100%ig behaupten kann. US-Präsident Nixon ist Mao nachgefahren (nicht umgekehrt), um ohne Rücksicht auf die Verbrechen des kommunistischen Regimes Mao das Goderl zu kratzen, um gute Verhältnisse (natürlich vor allem wirtschaftliche) herzustellen. Auch mit dem Roten Khmer und Pol Pot sollen die USA Kontakte gehabt haben, da die Roten Khmer Feinde der kommunistischen Vietnamesen war, die ja auch Feinde der USA waren. Wobei man auch festhalten darf, dass das Schreckensregime des Roten Khmer, welches das grausamste und brutalste der Nachkriegszeit war, nicht von den angeblichen Demokratie- und Rechtsstaatsverbreitern aus den USA und Europa beseitigt wurde - die zeigten nicht einmal die geringsten militärischen Absichten dazu -, sondern von den kommunistischen Vietnamesen. Auf die USA und deren Unterläufel hätten die geknechteten, gefolterten Kambodschaner lange warten können. Haben die USA und ihre westlichen Verbündeten den kommunistischen Vietnamesen eigentlich für die Befreiung von der Schreckensherrschaft des Roten Khmer gedankt? Wobei außerdem merkwürdigerweise weder die USA noch ihre Unterläufel jahrzehntelange nicht für die Einsetzung eines Internationalen Gerichtshofes für die Verbrechen des Roten Khmers gekämpft haben. Obwohl die Einsetzung von Internationalen Gerichtshöfen fast zur Lieblingstätigkeit der USA gehört. Natürlich nur für andere. Für sich selbst schließen die USA ja die Zuständigkeit Internationaler Gerichtshöfe so oft es geht aus.
fragen Sie sich auch manchmal, warum es u.a. die deutsche Studentenschaft zu empörend fand, dass der Schah von Persien 3000 Stundenten niedermetzelte, während man den Namen des millionenfachen Mörders Pol-Pot auf den Fahnen trug? Oder Mao, dessen Kulturrevolution ebenfalls Millionen das leben kostete? Ho Chi Minh, ebenfalls ein Massenmörder (die Zahl seiner Opfer soll laut "Schwarzbuch des Kommunismus" ebenfalls über 1 Mio. liegen)?
In der schwärmerischen Begeisterung der damaligen Linken für jegliche anti-imperialistische Befreiungskämpfe (wobei seit damals "anti-imperialistisch" gleichgesetzt werden konnte mit "anti-amerikanisch" und - eigenartiger Weise - "anti-zionistisch") liegt eine riesige Schwäche: Ein Befreiungskampf war für die westliche Linke per se gut, sobald er anti-imperialistisch war, ohne dass auf das mit diesem Kampf beglückte Volk auch nur einen Fliegenschiss Rücksicht genommen wurde.
Die Millionen toten Kambodschaner, Vietnamesen, Chinesen und die unter eine klerikal-faschistische Knute gezwungenen Iraner waren vernachlässigbare Kollateralschäden einer höheren Idee.
Eine (im Wortsinn) fatale Einstellung, die viel mehr als alles Andere jener ideologischen Hybris der Nazis ähnelt, die auch davon überzeugt waren, ihrer Idee ein paar Millionen Menschen opfern zu dürfen ...
(Haben Sie sich übrigens schon mal über den völkischen Charakter jeder Revolutionen Gedanken gemacht - am ärgsten die "Birth-of-a-Nation"-Bewegung Palästinas mit dem Ziel eines ethnisch gesäuberten Staatsgebietes ...?)
Also recht gut dürften Sie über Persien bzw. den Iran nich tinformiert sein.
Gegen das brutale Schah-Regime, das mit Hilfe der USA an die Macht geputscht wurde, indem die demokratisch gewählten Organe beseitigt wurden, waren alle Bevölkerungsgruppen!
Sowohl die Linken, als auch die Studenten (von denen ließ der Schah einmal 3000 niedermetzeln), als auch die religiösen Gruppierungen. Nur die oberste Schicht, die wie der Schah in Luxus lebte, kann als Anhängerschaft des Schahs betrachtet werden.
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