Alles ist vorbereitet für das große Comeback der Atomkraft - doch sie wird erst einmal nicht stattfinden. Weltweit stehen Atomprojekte still, nur ein Bruchteil wird realisiert werden.
Pläne gibt es, so weit das Auge reicht. Polen sucht nach einem Standort für ein neues Kernkraftwerk, möglicherweise nicht weit von der deutschen Grenze entfernt. Die Schweiz will neu bauen. Großbritannien lädt Investoren ein, Italien hat den Atomausstieg gekippt, Schweden auch.
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Bürger demonstrieren im Februar vor der RWE-Zentrale in Essen gegen den Bau des bulgarischen Kraftwerks Belene. Mittlerweile hat die bulgarische Regierung das Projekt beerdigt. (© Archivfoto: dpa)
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In Finnland wird ein neuer Reaktor gebaut, in Frankreich auch. Alles ist vorbereitet für die große Renaissance der Atomkraft. Theoretisch- denn faktisch wird die Rolle der Reaktoren in den nächsten Jahren schrumpfen.
Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Studie des Schweizer Prognos-Instituts, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums hatten die Schweizer die internationalen Neubaupläne überprüft - und sehen nur für einen Bruchteil der avisierten Vorhaben echte Realisierungschancen.
"Wir erwarten bis 2030 keine Renaissance der Kernenergienutzung", heißt es in der Studie. "Vielmehr werden die altersbedingten Abschaltungen dazu führen, dass die Zahl der Reaktoren, die installierte Leistung und die Stromerzeugung in Kernkraftwerken deutlich zurückgeht."
So werde die Zahl der weltweit betriebenen Kernkraftwerke bis zum Jahr 2030 um fast 30 Prozent sinken. Angesichts von Finanzierungsproblemen oder politischer Instabilität werde zugleich nur ein Drittel der geplanten Neubauten realisiert - bestenfalls.
Weltweit sind derzeit 436 Kernkraftwerke in Betrieb, im Schnitt sind sie schon jetzt 24 Jahre alt. Seit 2002 ist die Zahl der Reaktoren sogar rückläufig; damals waren noch 444 Reaktoren am Netz.
Bei den vielen Bauvorhaben hingegen ruht vielerorts seit Jahren schon die Arbeit. Den Rekord hält derzeit das US-Projekt Watts-Bar 2 - in Bau mittlerweile seit 1972. Faktisch gebaut wird derzeit an 37 neuen Reaktoren. Nicht genug, um den Rückgang andernorts zu verkraften.
Wo gebaut wird, gibt es Probleme
Unterdessen stehen Vorhaben vor dem Aus, deren Verwirklichung schon als sicher galt. So nimmt die bulgarische Regierung Abschied vom Kernkraftwerk Belene. Das Kraftwerk, im Bau seit den Achtzigern, würde in einem Erdbeben-Gebiet stehen. Die neue Regierung in Sofia will davon nichts mehr wissen. Das aber ist schlecht für den deutschen Energiekonzern RWE, der sich an dem Neubau-Vorhaben beteiligen will.
Und selbst dort, wo schon gebaut wird, türmen sich Probleme: In Finnland zum Beispiel, wo der französische Areva-Konzern den Prototyp seiner neuesten Reaktor-Baureihe aufstellen will, auch Siemens ist beteiligt. Doch beim Bau reiht sich Verzögerung an Verzögerung.
Statt in diesem Jahr soll er nun erst 2012 in Betrieb gehen, und hinter den Kulissen drohen Bauherr und Baukonsortium einander wahlweise mit Milliarden-Klagen und Baustopp. Um 2,3 Milliarden Euro hat sich der Druckwasserreaktor der dritten Generation inzwischen verteuert, und das muss noch nicht alles sein.
An den Bauboom der siebziger und achtziger Jahre, so viel ist sicher, kommt die Industrie nicht heran. 1980 waren in der Spitze 199 Reaktoren zugleich im Bau. Heute ist es nicht einmal ein Fünftel.
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... sind eine moderne Form des Ablasshandels. Jeder Öko-Kunde bezieht seinen Strom vom nächstgelegenen Kraftwerk, denn der Strom sucht sich immer den Weg des geringsten elektrischen Widerstands. Aus dem Kraftwerk kommt der Strom natürlich auch, wenn Flaute ist und sich die Sonne hinter Wolken oder dem Horizont versteckt hält.
Ich bin für intelligente Netze. Dann wird den Ökostromkunden endlich mal der Saft abgedreht, wenn die Natur streikt. Wie schnell würden sie nicht mehr so daherreden und auf Atom umbuchen...
okob, einfach immer ein gutes Gefühl mit Ökostrom! In Wahrheit sind es doch nicht nur die paar Ökostrom-Kunden, die für teuren Zufallsstrom aus Windkraft und Photovoltaik bezahlen, sondern jeder Verbraucher per Zwangsumlage nach EEG. Laut Umweltbundesamt insgesamt 8,5 Mrd Euro pro Jahr extra, die anderen Branchen an Kaufkraft fehlen. Das sind 28.300 Euro Subventionen pro Öko-Arbeitsplatz und Jahr! Das vernichtet andere, rentable Arbeitsplätze und funktioniert nur solange halbwegs, wie das Ausland nennenswerte Mengen "des Kaisers neuer Kleider" bei uns einkauft.
Zeigt den Atomkonzernen die rote Karte und wechselt zu echtem Ökostrom!
Es ist so unkompliziert und fühlt sich einfach gut an zu wissen, dass man mit der eigenen Stromrechnung die Energiewende finanziert und nicht Atom- oder Kohlekraftwerke. Alle Infos hier:
www.atomausstieg-selber-machen.de
Die Diskussion über Atomausstieg ist so alt wie die Technologie selbst. Der Nutzen und die Gefahren sind immer und immer wieder diskutiert worden und das diese alte Energiegewinnung eigentlich kein Lebensrecht mehr hat, sollte jedem klar sein. Fakt ist, die Energie kommt nicht aus der Steckdose.
Aber anstatt über den den Ausstieg oder die Verlängerung zu sprechen, sollten wir uns Gedanken machen, was wir, dh. das Volk dagegen oder dafür unternehmen können. Kein Revolution oder ähnliches - einfaches, zielgerichtetes Endverbraucherverhalten. Was soll das heißen?
Weihnachten steht vor der Türe und alle freuen sich schon auf die hell beleuchteten Häuser, die flackernden Rentiere im Garten und den strahlenden Christbaum - stellt euch vor es wäre Weihnachten und keine geht hin?
Eigentlich ist es eine einfache Rechnung. Je weniger Strom wir verbrauchen, umso geringer ist die Rechtfertigung von so vielen Atomkraftwerken, die "umsonst" betrieben werden. Und der Unterhalt dieser AKW ist mit Sicherheit nicht billig. Vielleicht eine naive Idee, aber andererseits ein Möglichkeit.
Minimalismus hat nichts mit Romantik zu tun, im Gegensatz kann es romantisch werden :-) Aber was bringen die leuchtenden Sterne im Fenster? Warum sind die Schaufenster in den Geschäften die ganze Nacht erhellt? Warum haben wir "Stanby" Geräte? Warum verbrauchen wir sinnlos Strom ?
Weil wir uns es leisten können ! Diese Jahrhundert steh im Zeichen der Dekadenz.
Wir bohren immer im kaputten Zahn anstatt das Problem in der Wurzel zu sehen. In diesem Sinne - an meinem Weihnachtsbaum hängen normale Kerzen, kein kitschiger, amerikanischer Blödsinn im Garten und kein sinnloser Stromverbrauch - und bei euch?
mit mittlerer Reife. Bei der kommt auch der Strom aus der Steckdose und ohne Atomstrom fallen wir zu den Steinzeitmenschen zurück und müssen wieder in Höhlen leben. Habe ich selbst vor 12 Jahren Zeuge sein müssen.
Haben sie ihre Information aus den von Lobbyisten geschriebenen Positionspapieren ihrer Partei?
Ich kann nur sagen, daß ich zu Beginn der 90'er im Chemieunterricht eines sehr in seinem Beruf engagierten Lehrers die Vor- und Nachteile von graphitmoderierten Reaktoren wie in Tschernobyl verwendet, Siede- (Leicht- und Schwerwasser-reaktoren) und Druckwasserreaktoren, sowie schnelle Brüter. Einiges zur Isotopenchemie und -physik. Aber nicht nur das, auch das Thema Endlager hat mich im Studium begleitet.
Meine Meinung konnte ich mir schon sehr früh und eigenständig bilden. Warum soll ich auf widergekäute und dann anschließend neu verpackte Positionen hereinfallen.
Die Atomlobby hat die Regierung die sie wollte und wofür sie sich eingesetzt hat. Wer jedoch noch vernünftig genug ist gegen Atomkraft zu sein, nicht den Mut verlieren, der Verbraucher hat die Macht! Wenn die großen Energiekonzerne kontinuierlich Kunden an reine Ökostromanbieter verlieren (was ja schon der fall ist), passiert der Atomausstieg von ganz allein, vom Volke aus.
Wenn man mal die Preise vergleicht, dann ist es genauso teuer für den eigenen Geldbeutel
Zugegeben sehr optimistisch gedacht. Aber naja...
Paging