Durch die Einigung auf längere Laufzeiten für Atomkraftwerke erwarten die Stadtwerke massive Einbußen und fordern deshalb Entschädigungen.
Während Union und FDP noch versuchen, ihre Einigung im Streit um längere AKW-Laufzeiten als "epochale" Leistung zu verkaufen, wächst der Protest an dem Kompromiss.
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Das Kernkraftwerk Unterweser ging 1979 ans Netz und wird vom Energieversorger Eon betrieben. (© dpa)
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Handfeste Forderungen kommen von den Stadtwerken. Die kommunalen Energieversorger befürchten massive Einbußen und fordern deshalb Entschädigungen. Der Kompromiss werde die städtischen Versorger mit 4,5 Milliarden Euro belasten, sagte der Vorsitzende der Stadtwerkevereinigung 8KU, Albert Filbert.
"Unsere Investitionen in Kraftwerke sind im Glauben auf politische Verlässlichkeit geschehen", sagte Stadtwerkevertreter Filbert der Berliner Zeitung. Die Auslastung des Kraftwerksparks der städtischen Unternehmen sinke durch die längeren Laufzeiten deutlich. "Die Entscheidung entzieht auch allen zukünftigen Investitionen in Kraftwerke die Grundlage", sagte Filbert. Bis 2030 sei so viel Erzeugungskapazität vorhanden, dass es keine neuen Bauvorhaben geben werde. "Der Wettbewerb ist damit quasi tot."
Wie Filbert forderte auch der Deutsche Städtetag Ausgleichszahlungen für die kommunalen Versorger. Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke dürften die Investitionen in umweltfreundliche Energieerzeugung nicht gefährden, sagte Städtetags-Präsidentin Petra Roth der Passauer Neuen Presse. Deshalb bräuchten die Stadtwerke eine Kompensation.
Union und FDP hatten am Montag beschlossen, die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern. Bis 1980 gebaute AKWs sollen acht Jahre länger laufen, neuere AKWs 14 Jahre. Im Gegenzug sollen die AKW-Betreiber neben der bereits beschlossenen Brennelementesteuer in den kommenden Jahren insgesamt rund 15 Milliarden Euro für den Ausbau erneuerbarer Energien zahlen.
Auch die CDU-Mittelstandsunion kritisiert den Kompromiss als unzureichend - allerdings unter umgekehrten Vorzeichen. Ihr Vorsitzender Josef Schlarmann forderte im Hamburger Abendblatt, Atomkraftwerke zeitlos unbefristet weiterlaufen zu lassen. "Damit hätte man alle energiepolitischen Ziele, nämlich CO2-Reduktion, Versorgungssicherheit und günstige Strompreise, erreicht."
Bei den Bundesländern lehnte Sachsen den Kompromiss in seiner jetzigen Form ab. Sachsens Energieerzeugung aus Braunkohle werde klar benachteiligt, sagte Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) der Chemnitzer Freien Presse. Zu einer möglichen Entscheidung über den Atomkompromiss im Bundesrat sagte Morlok: "Für uns zählen die sächsischen Interessen."
Die erste Revolution, die rückwärts geht
Hamburgs Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL) kündigte an, ihre Stadt werde sich wegen der unterschiedlichen Positionen zwischen den schwarz-grünen Koalitionspartnern enthalten, sollte der Kompromiss in die Länderkammer kommen.
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast stellt künftige schwarz-grüne Bündnisse nun grundsätzlich in Frage. "Wir haben immer gesagt, dass diese Atomenergiefrage natürlich die Möglichkeiten für Schwarz-Grün verschlechtert", sagte Künast im ZDF. "Für uns ist doch klar, gegen diese Atomenergie werden wir sämtliche Klagemöglichkeiten nutzen." Den Atom-Kompromiss bezeichnete Künast als Rückschlag: "Das ist die erste Revolution in diesem Land, die rückwärts geht."
Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) kündigte derweil an, er wolle nun die Lösung des Entsorgungsproblems bei Atommüll voranbringen. Anders als seine Vorgänger wolle er die Entsorgungsfrage bei Atommüll "nicht einfach unseren Kindern ungelöst vor die Füße schütten", sagte Röttgen in der ARD.
Deshalb habe er die Erkundung im möglichen Atommüllendlager Gorleben wiederaufnehmen lassen. Der durch die Laufzeitverlängerung zusätzlich entstehende Atommüll sei dabei "vom Volumen her nicht das Problem".
Der Reaktor-Experte Michael Sailer warnte derweil davor, dass die Laufzeitverlängerung das Störfallrisiko für die Atomkraftwerke erhöhen werde. Sicherheits-Nachrüstungen könnten die älteren der 17 Reaktoren nicht auf den Stand der neueren Anlagen bringen, sagte der Geschäftsführer des Öko-Instituts der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau:
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(sueddeutsche.de/dpa/AFP/woja/dgr)
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in der Tat eine absurde Regelung die Brennelementesteuer als Betriebskosten von der Steuer absetzen zu können. Wäre ungefähr so als würde ich 19% meiner Lebenshaltungskosten von der Einkommenssteuer absetzen können
ist es eher, veraltetete Systeme weiterlaufen zu lassen, da es kurzfristig Profite verspricht. Damit sind ganze Volkswirtschaften dabei, sich zugrunde zu richten, man verschiebt wichtige Investitionen und Änderungen, als Kotau vordem kurzfristigen Profit und den Investoren. Die Zeche ist bereits zu Zahlen, nur haben es viele noch nicht kapiert, und unsere glorreiche Regierung erhebt das Ganze auch noch in den Rang einer gangbaren Politik.
Also ein massiver Fehler ist bei der Argumentation der Stadtwerke allemal drin: es ist schlicht falsch, dass sie Nachteile hätten, weil Atomstrom so unglaublich billig wäre... denn der Strompreis hängt praktisch kaum von den Erzeugungskosten ab, sondern wird denkbar intransparent an einer Strombörse gemacht. Dieses Argument KANN daher nicht richtig sein, denn Atomstrom IST nicht billig.
Richtig ist allerdings sicher, dass der Kompromiss - der vor Gericht keinen Bestand haben wird - den Ausbau von erneuerbaren Energien behindert, und somit natürlich auch Stadtwerke, die in ebensolche investiert haben oder wollen, benachteiligt werden. Zum Beispiel verstopft der Grundlast-Atomstrom die Netze für "anderen" Strom, und wenn die Atommeiler länger laufen, werden auch weniger Investoren bereit sein, in neue EEG-Anlagen zu investieren, denn warum was Neues aufbauen, wenn man was Altes schon hat, das sofort Strom liefert?
So oder so, der Gegenwind ist enorm, das wird Merkel und Co nicht entgehen... und es wird noch mehr werden :-). Dieses Mal hat sich die Taktikerin Merkel verrechnet, aber gründlich.
hier ein überblick über die aktuelle strompreiszusammensetzung:
1. reiner energiepreis (siehe eex-börsennotierung)
2. netznutzungsentgelte (unterschiedl. je nach energieversorger.. )
3. eeg zuschlag (entsteht durch die einspeisevergütungen die auf jeden verbraucher umgelegt werden von solar- und windkraftanlagen): liegt aktuell bei 2,05 ct/kWh (tendenz steigend!!)
3. kwkg zuschlag (einspeisevergütung der kraftwärmekopplung wird ebenfall auf alle umgelegt): liegt aktuell bei 0,130 ct/kWh
4. stromsteur (eine der ökosteuern): liegt bei 2,5 ct/kWh.
5. Mehrwertsteuer: 19%
so.. das macht an gesetzl. vorgeschriebenen abgaben allein jetzt schon:
4,68 ct/kWh zzgl. 19% mehrwertsteuer
auf grund der zunahme an solaranlagen etc. wird laut bundesnetzagentur der eeg zuschlag auf ca. 4-5 ct/kWh ansteigen.
der kwkg zuschlag wird wohl mehr oder weniger stabil bleiben
die brennelemente steuer wird mit sicherheit ebenfalls auf den strompreis aufgeschlagen! wie und wo.. versteckt oder offen.. keine ahnung.
ob die stromsteuer (der staat hat immer weniger einnahmen) auf dauer bei 2,5 ct/kWh std. bleibt??? auch eine variable
wenn nun noch die netznutzungsentgelte steigen (die netze werden ja auch nicht jünger ....) und der energiepreis... (zur zeit ist der strompreis an der börse eher niedrig)... tja.. wo kommen wir denn da hin???
gemolken wird der bürger "the big four" schaufeln sich die taschen voll und die politik mach mit denen gemeinsame sache.
willkommen in der bananenrepublik!
Sie haben in Ihrem hochobjektiven Statement noch das Lob Großen Vier vergessen, die sehr sozial eingestellt sind, demokratische Kontrolle durch den Wähler zulassen und niemals die Preise erhöhen würden, ganz sicher nicht. Die Welt ist eine Scheibe und wird von fünf Elefanten getragen, oder waren es Schildkröten?
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