Gewalt in Syrien 14 Tote bei Selbstmordanschlag in Damaskus

Mindestens 14 Menschen sind bei einem Doppelanschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus ums Leben gekommen. Viele weitere wurden durch die Explosion der zwei Bomben verletzt, der genaue Tathergang ist aber noch unklar - die bisherigen Informationen sind widersprüchlich.

Bei einem Doppelanschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind mindestens vierzehn Menschen getötet worden. Weitere 31 Opfer wurden durch die Explosion der zwei Bomben im Al-Mardsch-Viertel verletzt, berichtete das syrische Staatsfernsehen. Der genaue Tathergang ist aber noch unklar: Der Nachrichtenagentur AFP zufolge sprengten sich zwei Selbstmordattentäter auf dem Mardscheh-Platz nahe einer Polizeistation in die Luft, die Nachrichtenagentur dpa und die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprechen lediglich von einem Selbstmordattentäter innerhalb der Polizeiwache und einer zweiten Detonation vor dem Gebäude.

Auf den Fernsehbildern waren zerstörte Fahrzeuge und Blutlachen auf den Gehwegen zu sehen. "Es scheint, als hätten die Terroristen wieder zugeschlagen", sagte ein TV-Reporter und bediente sich dabei des von der Regierung verwendeten Begriffs für die Rebellen im syrischen Bürgerkrieg. Bisher bekannte sich niemand offiziell zu dem Anschlag.

Der russische Botschafter in Damaskus traf sich in der Nacht mit Vertretern der sogenannten gemäßigten Opposition. Die Mitglieder des Nationalen Koordinierungskomitees erklärten anschließend, ihre Bedingung für die Teilnahme an der von Russland und den USA geplanten Friedensverhandlungen in Genf sei der Abzug "aller ausländischen Bewaffneten aus Syrien". Damit ist sowohl die libanesische Hisbollah-Miliz gemeint, die auf der Seite von Präsident Baschar al-Assad steht, als auch die selbsternannten "Gotteskrieger", die mit den Rebellen kämpfen.

Zuvor hatte die Exil-Opposition bereits erklärt, sie werde nicht verhandeln, solange die schiitische Hisbollah-Miliz im Land sei. Die sunnitischen Freiwilligen hatte sie aber nicht erwähnt.

Die syrische Führung hatte am Montag eine Offensive in der nördlichen Provinz Aleppo angekündigt. Größere Angriffe wurden jedoch am Dienstag nur vom Militärflughafen Minigh gemeldet. Die Revolutionäre veröffentlichten ein Video, auf dem zu sehen ist, wie einer ihrer Kämpfer einen Hubschrauber abschießt. Das Video wurde angeblich am Montag in der Nähe der Ortschaft Nubl bei Aleppo aufgenommen.

Der bewaffnete Konflikt in Syrien hatte sich aus einem Volksaufstand gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad entwickelt, der im März 2011 begann. Seitdem wurden in den Kämpfen nach UNO-Angaben mehr als 90.000 Menschen getötet.