Israel weigert sich, in der Aufklärung des Angriffs auf die Hilfsflotte mit einer internationalen Kommission zusammenzuarbeiten. Die Regierung bringt mit ihrer sturen Haltung selbst die engsten Freunde gegen sich auf.
Die Hamas kann sich in diesen Tagen Ruhe gönnen und von Gazas Gestaden aus entspannt verfolgen, wie der Erzfeind nach einer Schlacht auf See in schwere Wasser gerät. Mit der Rambo-Aktion gegen die Schiffe voller Hilfsgüter hat Israel weltweit Entrüstung auf sich gezogen. Doch nun schickt sich die Führung in Jerusalem an, alles noch viel schlimmer zu machen mit der sturen Rechtfertigung eines Einsatzes, bei dem weit über das Ziel hinaus scharf geschossen wurde. Damit riskiert Israel die weitere internationale Isolierung.
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In der arabischen Welt wird seit dem Angriff auf die Hilfsflotte gegen Israel protestiert. (© AP)
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Der UN-Sicherheitsrat hat unmissverständlich eine unabhängige Untersuchung des blutigen Vorfalls gefordert, doch Israel weigert sich schlicht, mit einer international besetzten Kommission zusammenzuarbeiten. Schon einmal ist das Land damit durchgekommen - nach dem Gaza-Krieg vor anderthalb Jahren, als der Armee Kriegsverbrechen vorgeworfen wurden. Doch diesmal liegen die Dinge anders: Der Gegner war nicht die terroristische Hamas, sondern es geht jetzt - selbst wenn auch Krawallmacher an Bord waren - um eine Flotte politischer Aktivisten aus vielen Ländern. Der Überfall fand statt in internationalen Gewässern, und getötet wurden wahrscheinlich neun türkische Staatsbürger.
Es wäre also absurd, die Aufklärung dieses Falles allein jenen zu überlassen, die nun von verschiedenen Seiten für die Toten und Verletzten verantwortlich gemacht werden. Wenn Israel nichts zu verbergen hat, wie es die Regierung und das Militär seit Tagen beteuern, dann dürfte es eigentlich auch nichts gegen eine internationale Untersuchungskommission haben. Wenn die Soldaten wirklich in Notwehr gehandelt haben, weil sie sich gegen einen Lynchmob wehren mussten, wie dies in Jerusalem behauptet wird, dann könnte die Regierung die Beweise dafür auch dieser Kommission präsentieren. Wer sich verweigert und alle Welt für parteiisch erklärt, macht sich nur verdächtig. Dabei sollte niemand in Jerusalem glauben, dass sich die Welt in diesem Fall mit einer internen israelischen Untersuchung zufrieden geben wird. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in Jerusalem zu den treuesten Freunden gezählt wird, hat sich bereits für die Beteiligung des Nahost-Quartetts aus UN, EU, Russland und den USA an den fälligen Untersuchungen ausgesprochen. Und je hartleibiger sich Israel gibt, desto größer könnte der Druck werden, und desto mehr könnte das Land am Ende verlieren.
Denn zusammen mit diesem Vorfall auf hoher See rückt jetzt das gesamte Thema der Abriegelung des Gaza-Streifens wieder nach oben auf der internationale Agenda. Die Rufe nach einer Aufhebung der seit vier Jahren andauernden Blockade werden lauter - aus den Vereinten Nationen und auch aus der Europäischen Union. Die Sturheit der israelischen Führung ist in diesem Fall also nicht nur skandalös, sondern obendrein kontraproduktiv. Wer eine solche Regierung hat, braucht keine Feinde mehr.
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(SZ vom 04.06.2010)
Schade, dass auch die Redakteure der SZ schon von der antisemitischen Welle mitgerissen werden. Darf ein Land, deren Existenzrecht von den Menschen im Gaza-Streifen ja bestritten wird, sich nicht mehr schützen. Soll es sich hintergehen, betrügen und töten lassen. Nein!!!!!!! Die Medien tragen einen großen Teil zu der Hetzjagd gegen Israel bei.Auch die SZ!!!! Eine Blockade ist eine Blockade. Hatte diese "Hilfsflotte" die Erlaubnis die Blockade zu brechen? Nein!!! Musste man nicht damit rechnen aufgehalten zu werden? Ja!!! Man hatte den Aktivisten angeboten die Güter an einem israelischen Hafen abzuladen, von dort würden Sie weitergeleitet. Warum hat man dieses Angebot nicht angenommen? War alles nicht eine glatte Provokation? War dies nicht alles geplant? Dürfen sogenannte "Friedensaktivisten" sich über Gesetze anderer Länder hinwegsetzen? Für Politiker scheinen ja neuerdings auch keine Gesetze mehr zu gelten. Linke und Grüne gehen ja mit abschreckenden Beispiel voran. Ist die ganze Welt nicht schon verdreht worden. Herr Münch wer hatte denn nun etwas zu verbergen??? Wer Frieden wirklich will, der wird ihn auch bekommen. Palästinenser wollen den Frieden aber anscheinend nicht, warum wollen Sie Israel nicht anerkennen? Also nichts für ungut, aber in Zukunft bitte etwas ausgewogener berichten. Dankeschön!
sondern wieder einmal "begeistert", dass die Welt durch diesen schwachsinnigen Konflikt, basierend auf noch bescheuerteren "Glaubenskriegen" etc., in Atem gehalten wird.
Sind die Palästinser die guten? Naja. Sind die Israelis grundsätzlich die bösen? Ähem. Lasse ich mich bei der Bewertung von Sympathien oder Antipathien leiten? Nein. Mal ganz ehrlich: wenn man Gott unterstellt, er würde diesen Fleck Erde als gelobtes und heiliges Land ansehen, muss man ihm vor allen Dingen Geschmacksverwirrung vorwerfen. Dieses Stück auf dem Erdball ist weder gelobt, noch heilig, sondern einfach ein Teil der Erde, nicht mehr und nicht weniger. Dieser religiöse Unfug ist eine Beleidigung für jeden Funken Intellekt...
Aber zum Thema: Als ich von bewaffneten Terroristen an Bord gehört habe, habe ich mir gedacht, ich bekäme Panzerfäuste, Bombengürtel, zumindest aber Pistolen zu sehen. Und was sehe ich? Küchenmesser, Holzstöcke, Stühle und Metallpflöcke, wie sie in jedem zweiten Gartenhäuschen zu finden sind. Bei aller Neutralität in diesem - wie gesagt: unterirdisch dämlichen und unmenschlich tragischen - Konflikt komme ich mir von der israelischen Seite vollkommen verarscht vor. Was da als Waffenarsenal bezeichnet wird, ist ein Witz, Transparent im Übrigen: Null! Wie kann ich auch nur ansatzweise eine Aktion wie diese als gerechtfertigt ansehen, wenn der eigene Vortrag Israels an Lächerlichkeit nicht zu überbieten ist? Wenn das Terroristen sind, würden sie ihren Kampf allein deswegen gewinnen, weil sich der Gegner totlacht. Ist aber leider nicht die Realität, sondern Terroristen wissen, wie man am wirksamsten Panik verbreitet und Leute mit in den Tod reisst. Wenn sich jemand an Bord hochgejagt hätte, um noch ein paar Solaten mitzunehmen, sähe die Welt für mich anders aus, aber:
Die Leute an Bord mögen wie von Sinnen gewesen sein, als die Soldaten an Bord gekommen sind, nur: dort hatten diese ja auch nichts zu suchen. Wenn jemand in meine Wohnung einsteigt, bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich ihn friedlich empfangen würde.
Immer wenn etwas schiefgeht wird nach einer Kommision gerufen - aber was will man damit denn erklären? Ob der Angriff professionell durchgeführt worden war? (Nein, allzu offensichtlich nicht.) Welcher Offizier wann welche falschen Befehle gegeben hat? (Interessiert ausser der israelischen Militärführung niemanden). Ob die Blockade legitim ist? (Das wäre schon eher interessant, aber das ist eher etwas für einen internationalen Gerichtshof oder für den Sicherheitsrat.)
diskutierert mit ratte..r und f.razes redet mit idf kriminellen, direcht
Die Bevölkerung im Gaza-Streifen sollte als erstes von dieser Hamas-Clique befreit werden (wenn es nicht anders geht mit militärischer Intervention).
Verbunden mit der Gründung eines friedlichen zu Koexistenz mit Israel bereiten palästinensischen Staates.
Paging