Zwei Jahre nach Atomkatastrophe in Fukushima Tepco beginnt verseuchtes Grundwasser abzupumpen

Der völlig zerstörte Reaktor Fukushima Daiichi

(Foto: dpa)

300 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser sickern täglich am Reaktor in Fukushima in den Boden und gelangen so ins Meer. Zwei Jahre nach dem Unglück reagiert die Betreiberfirma Tepco und will das Wasser abpumpen. Doch das geht nur langsam voran.

Mehr als zwei Jahre nach der Katastrophe in Japan, als es infolge eines Erdbebens und eines Tsunamis im Kernkraftwerk Fukushima zu mehreren Kernschmelzen kam, hat der Atomkraftwerksbetreiber Tepco mit dem Abpumpen radioaktiv verseuchten Wassers aus der Anlage begonnen. Am Freitag seien in sechs Stunden die ersten 13 Tonnen Wasser abgesaugt worden, teilte Tepco mit.

Das Pumpsystem soll bis zu einer Leistung von 100 Tonnen pro Tag hochgefahren werden - obwohl nach Behördenangaben schätzungsweise nach wie vor bis zu 300 Tonnen täglich ins Meer sickern.

Tepco hatte nach langem Abwiegeln erst im Juli eingeräumt, dass radioaktiv verseuchtes Grundwasser ins Meer gelangt. Wie hoch die Belastung ist, wurde bislang noch nicht mitgeteilt. Am Freitag bezeichnete es ein Unternehmenssprecher als "dringende Aufgabe", das Grundwasser so rasch wie möglich abzupumpen. Es soll dann gefiltert und zur Kühlung der Reaktoren genutzt werden.

Nur zwei Atomkraftwerke in Betrieb

Wie nun bekannt wurde, greift Japan nach der Fukushima-Katastrophe immer stärker auf Kohle als Energieträger zurück. Tepco gab am bekannt, dass im Juli mit 745.000 Tonnen fast doppelt soviel Kohle verfeuert wurde als ein Jahr zuvor. Es war zudem der höchste Monatsverbrauch Tepcos seit mindestens zehn Jahren.

Tepco versorgt fast 30 Millionen der 125 Millionen Japaner mit Energie. Neben Kohle stieg im Juli auch der Verbrauch von Erdgas auf ein Zehn-Jahres-Hoch, während das verfeuerte Ölvolumen um mehr als ein Viertel zurückging. Japan erzeugte vor der Fukushima-Katastrophe etwa ein Drittel seines Stroms in Atomkraftwerken und ist jetzt fast vollständig auf den Import von Kohle und Gas angewiesen.

Von den 50 japanischen Atomkraftwerken sind in auch den energieintensiven Sommermonaten nur zwei in Betrieb. Ungeachtet der anhaltenden Probleme mit dem Reaktor in Fukushima plant die Regierung derzeit den Wiedereinstieg in die Produktion von Atomstrom. Allerdings sollen zunächst die beiden verbliebenen Kernkraftwerke im September für eine Modernisierung und Aufrüstung der Sicherheitssysteme abgeschaltet werden. Die ersten vier modernisierten Meiler sollen im Sommer 2014 wieder ans Netz.

Japan treibt zwar den Ausbau von Wind- und Solarenergie nach einem ähnlichen System wie in Deutschland voran. Allerdings kann in den kommenden Jahren damit der Ausfall der Atomkraft nicht ausgeglichen werden.