Winterwetter in Deutschland "Scarlett" bringt weiße Weihnachten

Der Winter bleibt Deutschland treu. Über die Feiertage gilt: Wer raus will, sollte sich warm anziehen - und Auto- und Bahnfahrer sollten genügend Zeit einplanen. Bester Tag für einen Ausflug ist der 25. Dezember.

Über die Weihnachtsfeiertage dürfen sich diejenigen glücklich schätzen, die nicht auf deutschen Straßen unterwegs sein müssen. Einem großen Teil Deutschlands beschert das Wetter weiße Weihnachten und beste Voraussetzungen für Ausflüge.

Im Norden und Osten kann an Heiligabend die Bescherung aber auch weniger schön ausfallen, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) an diesem Donnerstag. Das Tief Scarlett bringt neben neuem Schnee kräftigen Wind, der zu Schneeverwehungen führen kann. Auf einem Streifen von der Ostsee bis ins Rheinland können vereinzelt über 20 Zentimeter der weißen Pracht fallen.

Im Süden und Südwesten regnet es an Heiligabend zunächst. Doch am Nachmittag gehen auch dort die Niederschläge allmählich in Schnee über. Es bleibt überall frostig kalt. Besonders im Mittelgebirge und in den Alpen kann es dann wieder viel Schnee geben.

In der Nacht zu Samstag ziehen die Niederschläge nach Süden und Osten ab, von Nordwesten her wird es freundlicher. Die Temperaturen erreichen Werte zwischen minus eins und plus drei Grad.

Am ersten Weihnachtsfeiertag schneit es vor allem im Osten und Südosten sowie am Alpenrand noch zeitweise. Bei wechselnder Bewölkung laden die winterlichen Landschaften zu Ausflügen ein. Im Osten und im Norden bleibt es aber sehr windig mit starken Böen. Überall gilt: besser warm anziehen. Die Höchstwerte liegen zwischen minus acht und minus drei Grad, vereinzelt wird es noch kälter.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag ist es überall überwiegend stark bewölkt. Der Wind legt sich weitgehend. Es bleibt bei Dauerfrost zwischen minus eins und minus acht Grad. Im Norden steigen die Temperaturen wieder etwas. Der Anstieg ist Vorbote neuer Niederschläge, die wohl in der Nacht zu Montag in den Nordwesten ziehen.

Verkehrschaos im Norden

Am Donnerstagmorgen hatten heftige Schneefälle und Glatteis vor allem in Hamburg und Schleswig-Holstein den Auto-, Zug- und Fährverkehr teils massiv behindert. Vor allem im Norden von Schleswig-Holstein beeinträchtigten Schneeverwehungen das Autofahren, berichtete die Polizei. Auf den Autobahnen stellten sich immer wieder Lastwagen quer, Autos rutschten von vereisten Fahrbahnen.

Aber auch die Bahn war betroffen. Zwischen Oldenburg und Puttgarden wurde am Vormittag der Zugverkehr eingestellt, es gab auch keine Busse als Ersatz. Ein ICE Richtung Kopenhagen musste von Oldenburg zurück nach Lübeck. Eine Schneefräse sollte im Laufe des Nachmittags die Bahntrasse wieder freimachen, sagte ein Bahnsprecher und fügte hinzu: "Im Moment geht gar nichts."

Auf der Autobahn A1 zwischen Hamburg und Lübeck spitzte sich die Situation seit dem Vormittag zu, es gab mehrere Glätteunfälle mit Verletzten."Die Autobahn vereist zunehmend. Die Leute sollten zu Hause bleiben oder vorsichtiger fahren", warnte eine Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg. Auf der Autobahn 7 Hamburg/Flensburg gab es trotz Schnee und Glätte keine schweren Unfälle am Morgen.

Am Tag vor Heiligabend war der Bahnverkehr im Norden am Vormittag zunächst ohne größere Probleme angelaufen. Fernzüge waren maximal eine halbe Stunde verspätet, sagte eine Sprecherin. Ab Mittag rechnete die Bahn mit einem ersten Ansturm von Reisenden. "Heute ist Großkampftag." Auch neuer Schneefall in Norddeutschland könnte Probleme bereiten: "Wir rechnen an den Weihnachtstagen mit Verspätungen, wenn das Wetter sich weiter verschlechtert."