Vorwürfe gegen Sängerin Beyoncé gibt Playback zu - und singt noch einmal

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Beyoncé gibt bei Pressekonferenz Playback zu.

(Foto: Süddeutsche.de/AFP)

Das Wetter, die fehlenden Proben, der mangelhafte Soundcheck: Beyoncé hat endlich zugegeben, bei der Amtseinführung Barack Obamas ein Playback eingesetzt zu haben. Zuvor lieferte sie aber noch eine Kostprobe ihres Könnens - und steigerte so ganz nebenbei die Erwartungen auf den nahenden Super Bowl.

Und es war doch Playback. Lange hatte Sängerin Beyoncé zu den Vorwürfen geschwiegen, ihre Stimme bei der Inauguration von Präsident Barack Obama sei vom Band gekommen. Jetzt hat sie zugegeben, die Nationalhymne nicht live gesungen zu haben. Natürlich nicht, ohne ihr Können zuvor ausgiebig unter Beweis zu stellen.

Im weißen, knappen Kleid kam der Superstar bei einer Pressekonferenz anlässlich des nahenden Super Bowls auf die Bühne. Dann bat sie das Publikum, sich zu erheben. Die anwesenden Journalisten kamen der Aufforderung nach - und wurden mit einem Ständchen der besonderen Art belohnt: "The Star-Spangled Banner", live und mit einer Inbrunst gesungen, als stünde die Sängerin noch immer auf dem Kapitol, die Obamas im Rücken, den Amtseid des Präsidenten im Ohr.

"Ich bin eine Perfektionistin, ich übe bis meine Füße bluten", erklärte die Sängerin im Anschluss an ihre Performance. Sie habe vor der Amtseinführung im Januar aber nicht die Zeit gehabt, mit dem Orchester zu proben. Angesichts der Wichtigkeit des live übertragenen Events, angesichts des Wetters und eines nicht perfekt abgelaufenen Soundchecks, sei ihr das Risiko schlicht zu groß gewesen. "Ich habe mich dazu entschieden, zu meinem bereits aufgenommenen Titel zu singen", gab die 31-Jährige zu. Dennoch sei sie stolz auf ihren Auftritt.

Das Geständnis kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt - am Sonntag wird Beyoncé in der Halbzeitshow des Super Bowl einen mit Spannung erwarteten Auftritt haben. Tausende Menschen werden im Stadion sein, Millionen vor den Fernsehschirmen. Bereits in den vergangenen Jahren haben Stars hier für Aufreger gesorgt - man erinnere sich nur an den "Nipplegate"-Vorfall um Justin Timberlake und Janet Jackson 2004. Oder an den ausgestreckten Mittelfinger der Sängerin M.I.A. 2012, die gemeinsam mit Madonna aufgetreten war.

Einem will Beyoncé allem Anschein nach aus dem Weg gehen - dem Vorwurf, wieder ein Playback einzusetzen. "Ich werde vollkommen live singen", sagte sie bei der Pressekonferenz. "Denn dafür wurde ich geboren." Was genau in ihrer Halbzeitshow passieren wird, verriet sie nicht. Nur soviel ist sicher: Sie wird im Mittelpunkt des Spektakels stehen, das jedes Jahr zu den meistgesehenen Veranstaltungen der USA zählt. Und sie versteht ihr Handwerk - das hat sie bei ihrer Gesangseinlage auf der Pressekonferenz ein für alle mal bewiesen.