Vor Heiligsprechung Kruzifix für Johannes Paul II. erschlägt Italiener

Ein junger Mann ist in einem norditalienischen Bergdorf von einem 30 Meter hohen Kruzifix erschlagen worden. Örtliche Medien bringen den tragischen Zwischenfall in Zusammenhang mit der anstehenden Heiligsprechung.

Den vielen gläubigen Katholiken Italiens ist zu wünschen, dass ihnen jeder Aberglaube fremd ist und sie einen tragischen Unfall in der Lombardei nicht als böses Omen werten: Im Bergdorf Cevo im Valcamonica-Tal ist am Donnerstag ein junger Mann von einem Kruzifix erschlagen, das zu Ehren von Papst Johannes Paul II. errichtet worden war. Der gebürtige Karol Józef Wojtyła wird am Sonntag in einer feierlichen Zeremonie im Vatikan heiliggesprochen.

Der junge Mann, dessen Alter in italienischen Medien mal mit 20, mal mit 21 Jahren angegeben wird, machte gemeinsam mit Freunden Rast vor dem etwa 30 Meter hohen Kreuz, an dem eine sechs Meter große Christusfigur angebracht war, als das Kruzifix plötzlich vornüber fiel und den Mann unter sich begrub. Das berichtet Silvio Cetrone, der Bürgermeister von Cevo. Das Werk des Künstlers Enrico Job hatte eine eigentümlich nach vorn gebogene Form und wurde von Stahlseilen am Boden gehalten.Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch unklar.

Das Kreuz wurde ursprüglich zu Ehren eines Besuchs von Johannes Paul II. in der Stadt Brescia 1998 angefertigt, 2005 im gut 80 Kilometer entfernten Bergdorf Cevo aufgestellt.

Italienische Medien bringen den Zwischenfall auch deswegen in Verbindung mit der anstehenden Heiligsprechung, weil es noch einen zweiten Zufall gibt: Der Mann lebte mit seiner Familie im nahegelegenen Lovere, in der Straße Papst Johannes XXIII. Auch der Geistliche aus der Lombardei wird am Sonntag zeitgleich mit Johannes Paul II. heiliggesprochen.