Ganz Friede, Freude, Fladenbrot scheint "Conflict Kitchen" freilich nicht zu sein. Die iranischen Burger sind in Papier eingewickelt, auf dem in peppiger Aufmachung zumeist um Aufklärung und Ausgleich bemühte, auch regimekritische Informationen zu Iran nachzulesen sind. Entstanden sind die anonymen Zitat-Fragmente aus Interviews mit Iranern, die in Pittsburgh und in Iran leben, so die etwas vage Quellenangabe.

Kubideh Kitchen Imbissbude Bild vergrößern

Das Papier, in das die iranischen Sandwiches eingewickelt sind, enthält Hintergrundinformationen zu Iran - die jedoch nicht unumstritten sind. (© oh)

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Doch neben Informationen zu iranischer Mode, Tee und Film finden sich darauf auch Aussagen zu hoch brisanten Themen wie Irans Atomprogramm und dem Verhältnis zu Israel - Letztere mit teils offen feindseligem Charakter. Umso irritierender sind diese Fragmente, da sie anonym und undifferenziert daherkommen. Eine jüdische Besucherin, die das Projekt auf kubidehkitchen.com als grundsätzlich "wundervoll" bezeichnet, empfindet das Israel-Kapitel auf der Sandwich-Tüte als "ziemlich verletzend". Irans Image dürfe nicht auf Kosten Israels aufpoliert werden.

Rubin entgegnet, die Aussagen zeigten, dass viele Iraner Probleme mit Israel und seiner Palästina-Politik, nicht aber mit Juden an sich hätten. Auch der Vorwurf mancher Landsleute, er sei ein Vaterlandsverräter, perlt an ihm ab: "Wissen Sie was? Das ist super!" Jeder offene Dialog sei zu begrüßen. Sein Ziel sei, Passanten zu erreichen, die sich normalerweise keine Gedanken machten über Politik oder Kunst - und sie ein wenig für jene Länder zu sensibilisieren, die ihnen von den Massenmedien lediglich als "Achse des Bösen" präsentiert würden. "Trotz aller Unterschiede läuft der Alltag der Menschen weltweit ähnlich ab", sagt Rubin. "Wir alle müssen essen."

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(sueddeutsche.de/bgr)