USA Neun Familienmitglieder sterben bei Sturzflut in Arizona

  • Bei einer durch ein Unwetter ausgelösten Sturzflut sind am Sonntag mindestens neun Menschen im US-Bundesstaat Arizona gestorben.
  • Durch starke Regenfälle war ein kleiner Bach schnell angeschwollen. Die Wassermassen hatten sich mit Geröll in einem Badesee entluden.
  • Noch immer wird ein 27-jähriger Mann vermisst.

Der kleine See im Tonto-Nationalwald im US-Staat Arizona gilt als Geheimtipp für Abkühlung an warmen Sommertagen. Er liegt etwas versteckt, ist nur über Wanderwege zu erreichen. Am vergangenen Sonntag plantschten in dem Tümpel etwa 100 Menschen, als sie von Wassermassen überrascht wurden. Die Sturzflut riss mindestens neun Menschen in den Tod. Derzeit werde noch ein 27-jähriger Mann vermisst, teilte die Polizei des Bezirks Gila County mit.

Den Berichten in lokalen Medien zufolge ereignete sich das Unglück nach sintflutartigen Regenfällen in einer Schlucht bei Payson. Demnach ist der oberhalb liegende Bach bei einem heftigen Gewitter innerhalb kurzer Zeit massiv angeschwollen. Die Wassermassen voller Geröll stürzten darauf in den kleinen See, wo sie mehrere Schwimmer in den Tod rissen. "Normalerweise ist der Bach nur ein Rinnsal, aber während der Regenzeit kann er innerhalb von Minuten von einem Fuß Tiefe auf zehn Fuß anschwellen", sagte ein Polizist einem Bericht von NBC News zufolge.

Nach Behördenangaben gehören alle Toten zu einer Gruppe von 14 Familienmitgliedern und Freunden, die sich zu einem Badeausflug an dem See getroffen hatten. Unter den geborgenen Leichen waren fünf Kinder und vier Erwachsene im Alter zwischen zwei und 60 Jahren. Vier Menschen wurden mit einem Hubschrauber gerettet. Sie kamen mit Unterkühlungen ins Krankenhaus. Die Einsatzkräfte unterbrachen in der Nacht die Suche nach dem vermissten 27-Jährigen und setzten sie am Montag fort.

Eine Frau, die in der Gegend wanderte, berichtete dem Onlineportal azfamily.com, sie habe gesehen, wie sich Menschen an Ästen und Stämmen festhielten, um nicht von den Wassermassen mitgerissen zu werden. Ein Video zeigte einen Mann, der sich gemeinsam mit seinem Kind an einen Baum klammerte, ein paar Meter weiter hielt sich seine Frau fest.

In den vergangenen Monaten waren laut NBC News in der Gegend mehrere Waldbrände ausgebrochen. Die Feuerwehr vermutet, dass sich deshalb große Mengen an Trümmern angesammelt haben, die während des Unwetters dann den Bach heruntergespült wurden und an dem See die Schwimmer überraschten. "Es gab keine Warnung. Sie hörten ein Getöse und schon war es über ihnen", sagte Feuerwehrchef Ron Sattelmaier.