Urteil gegen Zimmerman Geschworene bedauert Freispruch im Fall Trayvon Martin

Die Geschworene "Maddy" (Mitte) im Interview bei ABC

(Foto: REUTERS)

George Zimmerman sei "mit einem Mord davongekommen": Nach dem Freispruch im Fall Trayvon Martin äußert sich eine der Geschworenen zu dem umstrittenen Urteil. Sie berichtet auch von Zweifeln und Machtlosigkeit gegenüber dem Gesetz.

Seit fast zwei Wochen sorgt der Freispruch im Fall Trayvon Martin in den USA für Empörung und Proteste. Jetzt hat eine Geschworene sich öffentlich geäußert und das umstrittene Urteil bewertet. Die 36-Jährige, die als Einzige in der sechsköpfigen Jury einer ethnischen Minderheit angehörte, sagte in einem Fernsehinterview, der Todesschütze George Zimmerman, sei "mit einem Mord davon gekommen".

"Wir fühlten in unseren Herzen, dass er schuldig war", sagte die Frau. Man habe diese Empfindung aber außen vor lassen und aufgrund der Gesetzes- und Beweislage entscheiden müssen. Danach habe die Jury keine andere Wahl gehabt, als den Angeklagten freizusprechen, ergänzte die aus Puerto Rico stammende Geschworene.

Sie bestätigte außerdem, dass die Jury Zimmerman zunächst wegen Mordes mit bedingtem Vorsatz verurteilen wollte, dann aber aufgrund der Beweislage und der gesetzlichen Bestimmungen zur Selbstverteidigung in Florida davon abgekommen sei.

Geschworene kann nachts kaum schlafen

Die Frau, die lediglich ihren Vornamen Maddy nennen wollte, brachte auch ihr Bedauern über die Gerichtsentscheidung zum Ausdruck. Sie könne nachts kaum schlafen, weil sie ständig von Gedanken an Trayvon Martin verfolgt werde. Sie habe während der Entscheidungsfindung "bis zum Ende gekämpft".

Als jedoch der Gesetzestext vorgelesen wurde, habe sie einsehen müssen, dass ein Schuldspruch nicht möglich sei, da Zimmerman eine absichtliche Tötung nicht nachzuweisen sei. Aber auch nach dem Freispruch müsse sich Zimmerman immer noch Gott stellen.

Das Interview wird am Freitag in der Sendung "Good Morning America" beim TV-Sender ABC ausgestrahlt. Auszüge zeigte der Sender bereits am Donnerstag.