Überschwemmungen auf dem Balkan Mindestens 44 Tote in Serbien und Bosnien

Eine Menschengruppe im serbischen Obrenovac wird vor den Fluten in Sicherheit gebracht.

(Foto: AFP)

Die Zahl der Toten nach den Überschwemmungen im Südosten Europas steigt weiter: Mindestens 44 Menschen in Bosnien und Serbien sind den Fluten bislang zum Opfer gefallen. Insgesamt sind mehr als eine Million Menschen von dem Hochwasser in Südosteuropa betroffen.

Ein Ende der Hochwasserkatastrophe auf dem Balkan ist nicht in Sicht. Die Zahl der Toten bei den schlimmsten Überschwemmungen in Serbien und Bosnien seit mehr als einem Jahrhundert hat sich auf mindestens 44 erhöht. Im serbischen Obrenovac nahe Belgrad wurden nach Angaben von Ministerpräsident Aleksandar Vucic am Sonntag zwölf Leichen entdeckt, damit steigt die Zahl der Todesopfer in dem Land auf 16. In Bosnien starben nach Behördenangaben mindestens 27 Menschen in den Fluten, aus Kroatien wurde ein Todesopfer gemeldet.

Allein im nordbosnischen Doboj wurden über 20 Tote in die örtliche Leichenhalle gebracht, wie Obren Petrovic, der Bürgermeister der Stadt, am Abend im Fernsehsender FTV mitteilte. Die bosnischen Behörden hatten zuvor von mindestens 13 Toten auf ihrem Staatsgebiet gesprochen, darunter sechs aus Doboj. Aus Serbien wurden zunächst nur drei Todesfälle bestätigt. Allerdings teilte die Regierung in Belgrad nach Berichten über die Bergung weiterer Leichen mit, die endgültige Bilanz solle erst nach dem Abschluss des Rettungseinsatzes bekanntgegeben werden.

Seit mehr als 120 Jahren hat es in den betroffenen Gebieten keine derartig starken Regengüsse gegeben. Dutzende von Städten in Bosnien und Serbien standen unter Wasser. Aus der serbischen Stadt Obrenovac, nördlich von Belgrad, wurden alle 20.000 Einwohner vorsichtshalber in Sicherheit gebracht. Bei Obrenovac gaben die Deiche nach, die das größte Kraftwerk des Landes umgeben. In Bosnien waren 60.000, in Serbien sogar 95.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten.

Weit über eine Million Einwohner der armen Länder in Südosteuropa sind von den Überschwemmungen betroffen. Das ganze Ausmaß der Verwüstungen ist noch nicht absehbar. Deutschland hat den beiden Ländern Serbien und Bosnien-Herzegowina Unterstützung angeboten. Experten des Technischen Hilfswerks (THW) sind bereits in Serbien eingetroffen, weitere Hilfsmaßnahmen werden koordiniert.

Die Lage entlang des Flusses Save, der durch Nord-Bosnien und West-Serbien fließt, blieb am Sonntag kritisch. Zehntausende Menschen in beiden Ländern mussten ihre Häuser verlassen, 100 000 Haushalte waren ohne Strom.