Tödlicher Anschlag in Nigeria Unbekannte verüben Massaker in Studentenwohnheim

Bluttat auf dem Campus der Universität von Mubi: Im Nordosten Nigerias haben Unbekannte in einem Studentenwohnheim mindestens 20 Menschen ermordet. Hinter dem Massaker wird die radikalislamische Sekte Boko Haram vermutet.

Unbekannte haben im Nordosten Nigerias einen blutigen Anschlag auf eine Universität verübt. Die Angreifer töteten in einem Studentenwohnheim auf dem Campus der Federal Piolytechnic Mubi mindestens 20 Menschen. Das sagte ein Polizeisprecher der BBC. Ein Dozent der Universität sprach gegenüber dem Sender sogar von 40 Toten.

Es wird vermutet, dass die radikalislamische Sekte Boko Haram hinter dem Anschlag steckt. Erst vor wenigen Tagen waren Ordnungskräfte in der Stadt mit einer großangelegten Operation gegen die militante Gruppe vorgegangen, die jeden westlichen Lebensstil ablehnt.

Der Überfall ereignete sich in der Nacht zum Dienstag. Zeugen berichteten, sie hätten etwa zwei Stunden lang Schüsse gehört. Auch Anwohner der Universität seien attackiert worden. Einem Uni-Mitarbeiter zufolge mussten sich die Studenten in einer Reihe aufstellen und ihre Namen sagen. Die Angreifer hätten jedoch beim Töten keine bestimmte Logik verfolgt. So seien auch Muslime ermordet worden.

Nach dem Massaker hätten sich die Überlebenden in Gebäuden verschanzt. Einige Studenten seien mit Autos vom Campus geflüchtet. Auf den Dächern ihrer Wagen hätten die jungen Leute Zweige angebracht - in Nigeria ein Zeichen der Neutralität. Mittlerweile haben die Behörden nach BBC-Informationen eine Ausgangssperre verhängt.

Mubi liegt im Bundesstaat Adamawa, in dem sowohl Muslime, als auch Christen leben. Im Norden grenzt Adamawa an Borno. Der nordöstlichste Bundesstaat gilt als Hochburg der Boko Haram.

Die Sekte hatte in den vergangenen Monaten immer wieder schwere Anschläge mit Hunderten Opfern verübt. Zur jüngsten Bluttat hat sich die Organisation bislang nicht geäußert.