Telefonstreich in Herzogin Catherines Krankenhaus "Kate, meine Liebe, bist du dran?"

Zwei australischen Radiomoderatoren ist jetzt spielend gelungen, was Hunderte Journalisten seit Tagen versuchen: Informationen über den Gesundheitszustand der schwangeren Herzogin Catherine zu bekommen. Die Journalisten gaben sich am Telefon als Queen und Prinz Charles aus - und wurden prompt zu einer Krankenschwester der royalen Patientin durchgestellt.

Von Jana Stegemann

Dem King Edward VII Hospital, einer exklusiven Londoner Privatklinik, vertraut die britische Königsfamilie seit Jahrzehnten. Die Queen höchstpersönlich sowie ihr Mann Prinz Philip und ihre Schwiegertochter Camilla ließen sich schon in der Nobelklinik behandeln. Aktuell kümmern sich Spezialisten vor Ort um die schwangere Herzogin Catherine, die in dem Krankenhaus wegen einer schweren Form von Schwangerschaftsübelkeit behandelt wird.

Vor der Tür wachen Scotland-Yard-Beamte, Paparazzi und Fernsehteams aus aller Welt belagern die Klinik seit Montag. Doch trotzdem scheint Verschwiegenheit in "Londons führender Privatklinik" (so steht es auf der krankenhauseigenen Internetseite) nicht unbedingt an erster Stelle zu stehen. Und nur so ist wahrscheinlich auch zu erklären, dass es zwei australischen Radiomoderatoren gelang, vertrauliche Informationen über Herzogin Catherine einzuholen.

Mel Greig und Michael Christian von der Show "Summer 30" beim Sender "2Day FM" riefen live aus ihrer Radiosendung (Das Protokoll ist auf der Website der britischen Daily Mail nachzulesen) in dem Krankenhaus an und gaben sich als Queen Elizabeth II. und Prinz Charles aus. Die Rezeptionistin stellt die Anrufer direkt durch zu einer Krankenschwester, die sich persönlich um Kate kümmert. Die vermeintliche Queen fragt zu Beginn: "Kate, meine Liebe, bist du dran?" Als Antwort kommt: "Nein, Madam, hier spricht die Krankenschwester." Sie verrät im Verlauf des Gesprächs über Kate: "Sie schläft gerade und hatte eine ruhige Nacht. Wir haben ihr Flüssigkeit gegeben, sie ist derzeit stabil."

Während sie mit der Krankenschwester spricht, schimpft die vermeintliche Queen mit dem vermeintlichen Charles und füttert ihre Hunde - die Krankenschwester lässt sich davon nicht irritieren und gibt sogar weiterführende Informationen heraus. So erzählt sie, dass die optimale Besuchszeit nach neun Uhr morgen sei, da vorher die Ärzte die royale Patientin untersuchen würden.

Der Trickanruf sei "verachtenswert", sagte ein Sprecher der Privatklinik, der den Anruf zwar bestätigte, aber auch sagte, man werde der Sache nachgehen. Auf ihrer Internetseite wirbt die Klinik mit "patients can expect the hospital to respect privacy and dignity" ("Das Krankenhaus respektiert die Privatsphäre und Würde seiner Patienten."). Greig und Christian haben sich mittlerweile entschuldigt.

Der Palast äußerte sich zu dem Vorfall nicht, bestätigte jedoch, was schon an Prinz Williams Gesicht - einem zarten Lächeln - gestern Abend beim Verlassen der Klinik abzulesen war: Der Herzogin geht es zunehmend besser. Aber: "Sie wird noch in der Klinik bleiben", so der Palastsprecher weiter.