Südafrika 30 junge Männer sterben nach Beschneidung

Das Ritual soll ihnen den Weg in eine neue Lebensphase ebnen - doch für 30 junge Männer endete die rituelle Beschneidung in Südafrika tödlich. Zehn weitere wurden schwer verletzt im Wald gefunden. Ihr Zustand sei "beängstigend", heißt es von der Gesundheitsbehörde.

Bei rituellen Beschneidungen kommt es in Südafrika jedes Jahr zu Unglücken. Erst im Mai waren in Südafrika 34 junge Männer bei dem Ritual gestorben. Nun gibt es 30 neue Todesfälle.

Die Beschneidungszeremonien fanden in ländlichen Gegenden statt. In dieser Jahreszeit halten dort Angehörige der Volksgruppen Xhosa, Sotho und Ndebele traditionelle Männlichkeits-Zeremonien ab, bei denen Teenager mit der Beschneidung und anderen Riten in eine neue Lebensphase eingeführt werden. Gemäß der Tradition verbringen die Jugendlichen etwa einen Monat in der Abgeschiedenheit der Wildnis, wo sie beschnitten werden, aber auch in Disziplin und Mut geschult werden.

Bei der Beschneidung werden oft unsaubere Instrumente benutzt, die Beschneider sind oft mangelhaft ausgebildet. Zehn junge Männer wurden laut der Gesundheitsbehörde ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem sie aus einem Wald gerettet wurden.

Ihr Zustand sei "beängstigend", sagte Behördensprecher Sizwe Kupelo. "Ihre Geschlechtsteile sind zerstört. Sie sind schwer beschädigt." Etwa 300 weitere Jugendliche würden im Krankenhaus behandelt. Einige von ihnen hätten keine Genitalien mehr. Andere würden wegen Dehydrierung oder Verwundungen behandelt.

Der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) zeigte sich "erschüttert" über die neuen Todesfälle und rief dazu auf, die Beschneider medizinisch zu schulen, damit "ein verwurzelter und notwendiger Teil unseres kulturellen Gewebes" sicherer werde.