Sportler unter Mordverdacht Pistorius darf Südafrika verlassen

Oscar Pistorius Ende Februar in Pretoria vor Gericht.

(Foto: AFP)

Weil er im Verdacht steht, seine Freundin Reeva Steenkamp getötet zu haben, musste Oscar Pistorius seinen Pass abgeben. Doch der südafrikanische Spitzensportler klagte gegen seine Bewährungsauflagen - mit Erfolg.

Oscar Pistorius hat Medienberichten zufolge eine Erleichterung seiner Bewährungsbedingungen erwirkt. Der wegen Mordes angeklagte südafrikanische Sprintstar soll reisen und das Land verlassen dürfen, berichtet die britische BBC.

Pistorius hatte an diesem Donnerstag Beschwerde gegen die Gerichtsauflagen eingelegt. "Warum sollte sich dieser Athlet in ein Land ohne Auslieferungsabkommen begeben und sich verstecken?", fragte Pistorius' Verteidiger Barry Roux vor dem Gericht in Pretoria. Der Sportler erschien selbst nicht zu dem Gerichtstermin.

Der 26-Jährige ist wegen Mordes angeklagt. Er hat gestanden, am Valentinstag in seinem Haus seine 29-jährige Freundin Reeva Steenkamp erschossen zu haben. Der Behindertensportler, der Unterschenkelprothesen trägt, beteuert, dass es ein tragisches Versehen war und er die Freundin für einen Einbrecher gehalten habe. Die Staatsanwaltschaft geht dagegen davon aus, dass es zwischen Pistorius und Steenkamp zum Streit gekommen war und der Sportler seine Partnerin deshalb umbrachte.

Pistorius war zunächst unter Auflagen freigekommen: Er musste eine Kaution von umgerechnet 85.600 Euro zahlen und seinen Pass abgeben, so dass er Südafrika nicht mehr verlassen konnte. Dieses Ausreiseverbot konnte sein Anwalt nun kippen. Roux will außerdem erwirken, dass Pistorius sein Haus wieder betreten darf. Der Sportler wurde für den 4. Juni zu seinem nächsten Gerichtstermin vorgeladen.