Sexualverbrechen Brutale Gruppenvergewaltigung schockiert Indien

In einem privaten Bus fallen die Männer über die 23-Jährige her, vergewaltigen sie und malträtieren sie mit einer Eisenstange. Ein besonders brutales Sexualverbrechen sorgt in Indien für Entsetzen und Empörung - sogar das Parlament legt angesichts des Falls die Arbeit nieder.

In Indien sorgt ein besonders brutales Sexualverbrechen für Entsetzen und Empörung. Am Sonntag war in Delhi eine 23-Jährige Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden. Mehrere Männer vergingen sich in einem Bus an der jungen Frau und malträtierten sie mit einer Eisenstange - zwei Tage nach dem Vorfall kämpft sie noch immer ums Überleben.

Fernsehsender berichteten rund um die Uhr vom "Schock in Indien". Die Zeitung Times of India titelte: "Eine Stadt schämt sich". Weiter hieß es, Delhi sei die "Vergewaltigungshauptstadt". Offiziellen Angaben zufolge kam es in der Metropole im vergangenen Jahr zu 572 Vergewaltigungen, die Tendenz ist steigend.

Die Polizei hat in dem Fall inzwischen vier Verdächtige festgenommen, nach zwei weiteren wird gefahndet.

Demonstrationen in mehreren Städten

Die Medizinstudentin hatte am Sonntagabend mit einem Freund an einer Haltestelle gewartet. Statt in einen öffentlichen stiegen die beiden zu sechs Männern in einen privaten "Schulbus" ein, der eigentlich nicht im Einsatz war, wie die Ermittler mitteilten. Während der Bus durch den Süden der Stadt fuhr, sei die Frau missbraucht und ihr Freund zusammengeschlagen worden. Schließlich seien die beiden wieder hinausgeworfen worden. Andere Passagiere waren demnach nicht an Bord.

Demonstranten gingen in mehreren Städten auf die Straße und machten die Laxheit der Polizei für die steigende Gewalt gegen Frauen verantwortlich. "Wir fühlen uns so unsicher", sagte eine der Protestierenden vor dem Polizeigebäude in Delhi, in dem die Verdächtigen einsitzen. "Jeden Tag sind Frauen auf den Straßen Gewalt ausgesetzt." Sie forderte, gerade Vergewaltigern müsse schneller der Prozess gemacht werden.

Im Parlament zeigten sich Abgeordneten in beiden Häusern so entsetzt, dass sie die Arbeit niederlegten und fast den ganzen Tag über den Vorfall diskutierten. "Wir brauchen schärfere Gesetze, um Vergewaltigungen zu stoppen", sagte Sushma Swaraj, die Chefin der wichtigsten Oppositionspartei.